
Vier fundamentale Kräfte halten die kleinsten uns heute bekannten Teilchen "auf Trab". Wie sie das tun und welche Wechselwirkungen zwischen den elementaren Bausteinen bestehen, das wird von der Teilchenphysik erforscht. Dazu nutzen die Forscher vielfach Beschleunigeranlagen, an denen Teilchen auf sehr hohe Energien beschleunigt werden, weshalb dieser Bereich der Grundlagenforschung auch gerne als Hochenergiephysik bezeichnet wird. An diesen Teilchenbeschleunigern werden von den Hochenergiephysikerinnen und -physikern sehr empfindliche Nachweisgeräte aufgebaut. Diese als "Detektoren" bezeichneten Messgeräte mit vielen Millionen einzelner Sensoren haben oftmals riesige Ausdehnungen...
Die Teilchenphysik erforscht die kleinsten Dinge unserer Welt: Sie sucht nach der innersten Struktur von Materie, Raum und Zeit sowie nach den Gesetzen, die den fundamentalen Kräften des Universums zu Grunde liegen. Nach allem, was wir heute wissen, sind Leptonen und Quarks die kleinsten Bausteine unserer Welt. Zwischen ihnen herrschen vier fundamentale Kräfte: Neben der bekannten Schwerkraft und dem Elektromagnetismus sind das die schwache Kraft, die Atomkerne radioaktiv zerfallen lässt, und die starke Kraft, durch welche die Quarks in den Nukleonen und diese in den Atomkernen zusammen gehalten werden.
Diese Erkenntnisse konnten nur gewonnen werden, weil im letzten Jahrhundert immer stärkere Mikroskope in Form großer Teilchenbeschleuniger für die Hochenergiephysik gebaut werden konnten. Die dadurch erzeugten sehr hohen Energien der Elementarteilchen waren nötig, um in die kleinsten Dimensionen unserer Welt überhaupt vordringen zu können. Jede dieser Anlagen stellt Ingenieure und Physiker vor enorme Herausforderungen. Ihr Bau war und ist deshalb immer mit vielen technologischen Innovationen verbunden.
Trotz der großen Erkenntnisgewinne der letzten Jahrzehnte sind eine Reihe grundlegender Fragen immer noch offen:Wie erhalten die elementaren Teilchen ihre Masse, d. h. wie kommt die Masse in unsere Welt?
Im Oktober 2008 wurde der Large Hadron Collider (LHC) auf dem Gelände der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in Genf eingeweiht. In dem fast 30 km langen Ringbeschleuniger werden Protonen auf bisher unerreichte Energien beschleunigt. Der LHC ist eine der größten Anlagen der Grundlagenforschung, die je gebaut wurde. Mit seinen vier Experimenten ALICE, ATLAS, CMS und LHCb hat der LHC ein herausragendes Potential, in den nächsten Jahren grundlegend neue Erkenntnisse zu gewinnen und aufregenden Entdeckungen über die innerste Struktur der Materie und deren fundamentalen Kräfte zu machen. Tausende Teilchenphysikerinnen und -physiker aus aller Welt forschen an den Experimenten am LHC. Aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten beschäftigen sich auch mit einer Leistungssteigerung des LHC-Beschleunigers und seiner Detektoren, um das Physikpotential des LHC voll ausnutzen zu können. Weltweit finden bereits strategische Planungen und Vorarbeiten für die nächste Generation von Teilchenbeschleunigern statt.
Die Teilchenphysik nutzt komplementäre Methoden bei der Suche nach neuen Erkenntnissen. Zum Beispiel wird mit Präzisionsexperimenten bei niedrigeren Energien nach Abweichungen von den Erwartungen des Standardmodells gesucht (Flavor-Physik, Neutrino-Physik).
Geförderte Großgeräte
DESY (HERA), Hamburg
Karlsruhe Institut für Technologie (KIT)
GridKA: Grid Computing Center Karlsruhe
CERN, Genf
LNGS, Gran Sasso
KEK, Tsukuba
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Ergebnisberichte aus dem Bereich Hochenergiephysik des
Projektträgers DESY können Sie hier einsehen.