
Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geleitete Arbeitsgruppe zum Runden Tisch "Forschung und Lehre" übernahm die Aufgaben:
Eine neue Wissenschaftslandschaft soll geschaffen werden: Die vom BMBF geleitete Arbeitsgruppe hat sich mit der wissenschaftlichen Erforschung von Gewalt und Missbrauch und der angemessenen Etablierung dieser Thematik in Forschung, Lehre und Ausbildung befasst. So konnten verschiedene Beiträge zur Verbesserung des Kinderschutzes in der Gesundheitsforschung und im Bildungsbereich auf den Weg gebracht werden.
Für eine umfassende, interdisziplinäre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema in den Bereichen der Bildungs- und Gesundheitsforschung wurden 32 Millionen Euro bereitgestellt.
Im Bereich der Gesundheitsforschung sollen bei Betroffenen und Tätern die komplexen Verhaltensmuster mit ihren verschiedenen Formen psychischer Belastungen und Störungen untersucht werden.
Im Bereich der Bildungsforschung soll eine nachhaltige bildungswissenschaftliche Forschungslandschaft erschaffen werden. Es sollen wissenschaftliche Projekte gefördert werden, die sowohl fundierte Erkenntnisse zu den strukturellen und personalen Faktoren von sexualisierter Gewalt als auch zu Fragen der Prävention generieren. Zur nachhaltigen wissenschaftlichen Bearbeitung dieses Forschungsbereiches soll das Themenfeld auch durch Juniorprofessuren an den Hochschulen etabliert werden.
Das Österreichische Institut für Familienforschung hat im Auftrag des BMBF eine Bestandsaufnahme zu existierenden praxisorientierten präventiven Angeboten im Bereich sexualisierte Gewalt durchgeführt. Damit steht nun erstmalig eine auswertbare Sammlung für alle Interessierten zur Verfügung. Diese wird auch im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) in das zu entwickelnde online-Hilfeportal für Betroffene eingestellt.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan und KFN-Präsident Christian Pfeiffer bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse der Dunkelfeldstudie am 18.10.2011 in Berlin. "Die Erkenntnisse und Daten werden uns dabei helfen zu beurteilen, welche Strukturen den sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen begünstigen und wie wir Kinder besser schützen können", betonte Annette Schavan anlässlich der Vorstellung der Repräsentativerhebung. In Berlin stellte sie am 18. November 2011 zusammen mit Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), erste Ergebnisse der Dunkelfeldstudie vor, die Ende 2013 komplett abgeschlossen sein wird.
Den ersten Forschungsbericht zur Repräsentativbefragung Sexueller Missbrauch 2011 finden Sie hier.
Das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen der sexuellen Gewalt gegen Kinder. Sexuelle Gewalt gegen Kinder in Institutionen ist ein hochsensibles Thema, da es sowohl dem professionellen Selbstverständnis der Fachkräfte widerspricht als auch ein gesellschaftliches Tabu darstellt.
Mit dem Vorhaben "Forschung zur wissenschaftlichen Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen" wurden grundlegende Daten zur Häufigkeit bekannt gewordener Fälle in Institutionen, zum Umgang mit sexueller Gewalt und zu den Maßnahmen der Prävention erhoben. Durch die Untersuchung konnten Erkenntnisse über sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen gewonnen werden, die zum einen der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs zugeleitet wurden, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Zum anderen bieten diese Daten generell einen Überblick über das Problemfeld in Deutschland.
Als Instrument für die Praxis werden gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Leitlinien zum "Kinderschutz als Leitungsaufgabe" erarbeitet. Sie beschäftigen sich mit der praktischen Verantwortung für den Schutz vor sexualisierter Gewalt in Institutionen und bieten Institutionsleitungen die Möglichkeit, ihr Bewusstsein für die Leitungsverantwortung im Kinderschutz zu schärfen.
Die Arbeitsgruppe des BMBF hat sich auch eingehend mit der Aus-, Weiter- und Fortbildung von Berufsgruppen, bei denen die Wahrscheinlichkeit des Erstkontakts mit betroffenen Kindern und Jugendlichen besonders hoch ist, befasst. So wurde gemeinsam mit Expertinnen und Experten nach Wegen gesucht, den Aspekt in die Ausbildungspläne von Lehrkräften sowie Medizinerinnen und Medizinern in Heilberufen zu integrieren. Die Arbeit im Bereich der Lehrkräfte ist bereits abgeschlossen. Die Arbeit bezüglich der Heilberufe dauert noch an und soll langfristig auf Personen in medizinischen Hilfsberufen ausgeweitet werden.
Es gilt aber auch, bereits Praktizierenden dieser Berufsfelder eine Fortbildungsoption zu bieten. Deshalb fördert das BMBF die Erarbeitung eines e-Learning Konzepts durch die Universität Ulm, das sich an medizinisch-therapeutische und pädagogische Berufsgruppen richtet. Mithilfe von interaktiven Fallbeispielen, Filmsequenzen und Texten soll das webbasierte Angebot Praktikerinnen und Praktiker sensibilisieren, Signale von Kindern, die Hilfe suchen, richtig zu deuten und ihnen Hilfswege aufzeigen.
Für die Produktion der Filmsequenzen konnte Regisseur Christoph Röhl gewonnen werden. Am 29.11.2011 war die Auftaktveranstaltung zu dem Projekt. Bereits am 19.09. 2012 erfolgte die offizielle Freischaltung des Curriculums. Das Interesse an einer Teilnahme ist enorm: Eine erste Testphase ging mit 1169 Teilnehmenden an den Start. Eine zweite Testgruppe wird im Dezember 2012 mit dem Curriculum beginnen.
In 30 Stunden sollen die Teilnehmenden sich durch das Programm, das aus mehreren Modulen besteht, arbeiten und so Basiswissen zum Thema erlangen. Zu Beginn stehen erst wenige Module zur Verfügung, weitere sollen während der andauernden Testphase entwickelt und deren Nutzung evaluiert werden. In einer begleitenden Studie wird untersucht, ob sich der Kurs als reines Onlineangebot bewährt oder die Auseinandersetzung mit dem emotional besetzten Thema eine Kombination mit Gruppen- und Präsenzkursen erfordert. Der Kurs wird voraussichtlich im Sommer 2014 mit allen evaluierten Lerninhalten zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen zu dem Vorhaben finden Sie auf der Internetseite http://missbrauch.elearning-kinderschutz.de/ . Dort können Sie sich auch bis zum 31.10.2012 für die im Dezember startende Testrunde anmelden.
Die Arbeit des Runden Tisches ist beendet - nicht beendet ist die Arbeit zur Umsetzung der Beschlüsse und Empfehlungen des Runden Tisches. Die Forschungsvorhaben müssen betreut, die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis sichergestellt und begleitet werden. Die Ergebnisse aus den Bestandsaufnahmen zu Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Kindesmissbrauch sollen allgemein zur Verfügung gestellt werden. Die thematische Aus- und Fortbildung von Fachkräften in Lehr- und Heilberufen muss vorangetrieben werden. Die Erkenntnisse aus der Dunkelfeldstudie sollen für weitere Forschungsarbeiten aufbereitet werden. Hierzu soll ein organisierter Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer gestalten werden. Diese Vernetzungsaufgabe soll durch die Organisation von weiteren Fachgesprächen, Tagungen und Kongressen erfolgen.
Am 23. April 2010 trat der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" zum ersten Mal zusammen. Er wurde von der Ministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, der Ministerin für Familie und Jugend, Kristina Schröder und der Ministerin für Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ins Leben gerufen. Ziel aller Bemühungen des Runden Tisches ist es, Kinder und Jugendliche künftig besser vor sexuellem Missbrauch zu schützen.
Drei Arbeitsgruppen widmen sich zentralen Herausforderungen: Wie die Prävention verbessert werden kann, ist Thema der Arbeitsgruppe I unter der Leitung der Familienministerin. Die rechtliche Aufarbeitung und die rechtspolitischen Folgerungen stehen im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe II unter Leitung der Justizministerin. Die Arbeitsgruppe III unter der Leitung der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, widmet sich der Forschung und der Frage, inwiefern das Thema in die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern und Medizinerinnen und Medizinern einfließen kann.
Der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" hat im Rahmen seiner 6. und abschließenden Sitzung am 30. November 2011 den Abschlussbericht verabschiedet. Den Abschlussbericht, das Anlagenverzeichnis sowie die Anlagen zum Abschlussbericht des Runden Tisches können Sie hier herunterladen.
[PDF - 1,21 MB]
nicht barrierefrei (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/Erster_Forschungsbericht_sexueller_Missbrauch_2011.pdf)
[PDF - 306,8 kB]

Band 1 (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/zwischenbericht_band_eins_kindesmissbrauch.pdf)
[PDF - 745,9 kB]

Band 2 (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/zwischenbericht_band_zwei_kindesmissbrauch.pdf)
[Presse]
(URL: http://www.bmbf.de/press/3345.php)
[Presse]
(URL: http://www.bmbf.de/press/3167.php)
[Presse]
(URL: http://www.bmbf.de/press/3164.php)
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(URL: http://www.bmbf.de/press/3120.php)
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(URL: http://www.bmbf.de/press/3005.php)
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(URL: http://www.bmbf.de/press/2957.php)
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(URL: http://www.bmbf.de/press/2954.php)
(URL: http://www.bmbf.de/de/15229.php)
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(URL: http://www.beauftragte-missbrauch.de/file.php/30/Final_Zweiter_Zwischenbericht.pdf)
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(URL: http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de/)
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(URL: http://beauftragte-missbrauch.de)
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(URL: http://www.sprechen-hilft.de/)