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Forschung

Chipentwurf: Blaupausen für die Zukunft

Elektronische Systeme werden zunehmend kompakter und komplexer. Die Automatisierung des Chipentwurfs ist der Schlüssel zu den mikroelektronischen Systemen der Zukunft.

Miniaturisierung, Komplexität, Zuverlässigkeit, kurze Entwicklungszyklen und niedrige Kosten - das sind die Randbedingungen, die die Produkte auf dem Halbleitermarkt bestimmen. Diesen Anforderungen kann die Halbleiterindustrie nur nachkommen, wenn sie sich permanent weiterentwickelt und Entwurfsmethoden und Entwurfswerkzeuge zur Verfügung hat, die sie optimal bei der Entwicklung ihrer Produkte unterstützen. Die größten Herausforderungen bestehen derzeit bei den rechnergestützten Entwurfswerkzeugen. Sie ermöglichen es, dass neue elektronische Schaltungen und Systeme in einem hoch automatisierten und weitgehend standardisierten Entwurfsprozess entwickelt werden und ihre Aufgaben während der gesamten Benutzungszeit fehlerfrei erfüllen können.
 
Der Technologiefortschritt erlaubt heutzutage, vollständige Systeme aus mehreren Prozessoren sowie komplexen Verbindungsstrukturen auf einem einzelnen Chip zu integrieren (System on Chip, SoC). Elektronische Systeme werden dadurch zunehmend kompakter und komplexer. Derzeit sind etwa fünf Milliarden Transistoren auf einem einzigen Chip integrierbar. Vor dem Hintergrund der sich ständig verkürzenden Produktionszyklen ist der Entwurf solch komplexer Systeme nur noch mit besonderen Werkzeugen möglich, die viele Arbeiten automatisch bewältigen.  Die Automatisierung des Chipentwurfs (Electronic Design Automation, EDA) stellt deshalb den Schlüssel zu immer größerer Komplexität und damit zu den mikroelektronischen Systemen der Zukunft dar. Die "International Technology Roadmap for Semiconductors" (ITRS) führt als eine der großen Herausforderungen für die Zukunft die Steigerung der Designproduktivität an, damit die neuen technologischen Möglichkeiten auch in neue Elektronikprodukte umgesetzt werden können.

Mit Unterstützung durch das BMBF wurde 2001 das edacentrum e.V. in Hannover gegründet. Das edacentrum ist eine gemeinsame Aktion von Industrie, Hochschulforschung und BMBF zum Aufbau eines Netzwerkes, mit dem die Automatisierung des Chip-Entwurfs beschleunigt werden soll. Mit der Gründung des edacentrums haben EDA-Anbieter, Chipindustrie und BMBF eine gemeinsame Plattform geschaffen, um Forschungsergebnisse und deren wirtschaftliche Nutzung zu fördern und zu vermitteln.

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