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Hightech-Strategie

Kooperation in der zivilen Sicherheitsforschung zwischen deutschen und israelischen Projektpartnern

Risiken und Herausforderungen machen nicht an nationalen Grenzen Halt. Die internationale Kooperation ist daher ein wichtiger Bestandteil des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit". Dabei arbeitet das BMBF sowohl mit führenden Ländern wie USA, Frankreich und Israel bilateral zusammen als auch im Forschungsrahmenprogramm der EU mit. Ziel der bilateralen Förderbekanntmachung zwischen Deutschland und Israel ist es, die Sicherheit der Bevölkerung in beiden Ländern zu verbessern, Innovationsprozesse auch mit Blick auf internationale Märkte zu beschleunigen und voneinander zu lernen.

Unser Engagement in der zivilen Sicherheitsforschung kann erst in der Zusammenarbeit mit Nachbarn in Europa und Partnern weltweit das große Potenzial voll entfalten. Daher hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung - gemeinsam mit dem israelischen Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) und dem israelischen Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL) - eine gemeinsame Förderbekanntmachung zur Zusammenarbeit von deutschen und israelischen Forschungseinrichtungen sowie innovativen Unternehmen und Endanwendern in der zivilen Sicherheitsforschung im Oktober 2008 bis März 2009 veröffentlicht.

Mit den gemeinsamen Forschungsarbeiten sollen Beiträge zur Vermeidung und zur Früherkennung von Bedrohungen durch neue Sensorkonzepte, zur Erkennung von Gefahrstoffen und zur Verminderung des Ausfallrisikos von kritischen Infrastrukturen geleistet werden. Ein Schwerpunkt liegt beispielsweise auf dem Krisenmanagement, das in beiden Ländern unterschiedlich ausgeprägt ist und vielfältige Ansätze für Synergien bietet.

 

Laufende Verbundvorhaben:

ACCIS

Automatisches Cargo-Container Inspektions System (ACCIS)

Förderkennzeichen 13N11154 bis 13N11158

Dem Aufspüren von Gefahrstoffen in Frachtgut, wie Sprengstoffen oder nuklearem Material, kommt eine immer höhere Bedeutung zu. Ziel des Verbundprojekts ACCIS ist der Aufbau eines Demonstrationssystems für die automatische Detektion von Sprengstoffen und radioaktivem Material für Frachtgut. Dafür soll ein neuartiges Durchleuchtungsverfahren erforscht und getestet werden. Das Verfahren beruht auf einer Kombination von hochauflösender Neutronenresonanz- und Gammaradiographie. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass die Auswertung automatisch erfolgen kann, und dass sich eine Vielfalt an Stoffen, zum Beispiel auch Plastiksprengstoffe, sicher nachweisen lassen. Die Möglichkeiten des Einsatzes solcher Technologien auf Flughäfen oder an Grenzübergängen werden untersucht, unter anderem durch Analysen der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz des Verfahrens.

Projektumriss ACCIS  

 

BEPE

Webbasiertes Instrumentarium zur Evaluierung des Vorbereitungsstandes von Krankenhäusern auf biologische Gefahrenlagen

Förderkennzeichen 13N11046 bis 13N11049

Seltene, aber hochgefährliche Krankheitserreger stellen heute schon aufgrund ihrer möglichen Verbreitung durch den internationalen Reiseverkehr eine Herausforderung dar. In den Händen von Terroristen könnten sie zur ernsthaften Bedrohung werden. Eine gute Vorbereitung erfordert, dass ein Verdacht im Rahmen der Diagnose so früh wie möglich festgestellt und die erforderliche Isolierung der Erkrankten dann rasch umgesetzt wird. Hierzu wird im Projekt ein webbasiertes Softwaretool entwickelt, das den Vorbereitungsstand von Krankenhäusern und Gesundheitspersonal auf einen potenziellen Ausbruch von ansteckenden Krankheiten beurteilt und Hinweise für Optimierungspotenziale gibt.

Projektumriss BEPE

 

RETISS

Real Time Security Management System für Infrastrukturen auf deutschen und israelischen Straßen

Förderkennzeichen 13N11023 bis 13N11025

Im Straßennetz sind Tunnel und Brücken besonders verletzliche Knotenpunkte. Um die Folgen eines schweren Unfalls, beispielsweise mit einem Gefahrguttransport oder auch eines terroristischen Angriffs, zu minimieren, sollen aktuelle Informationen über den Bauwerkszustand, das Verkehrsaufkommen sowie die Anzahl der Personen im Tunnel oder auf der Brücke zur Verfügung stehen. Hierzu entwickelt das Vorhaben Detektionssysteme mit Datenfusions- und Risikobewertungswerkzeugen. Diese visualisieren den aktuellen Zustand, sodass im Gefahrenfall unverzüglich geholfen werden kann. Die Systeme werden an einem deutschen und an einem israelischen Bauwerk installiert und unter realen Bedingungen getestet.

Projektumriss RETISS

 

 

Abgeschlossene Verbundvorhaben:

EMSIN

Elektromagnetischer Schutz von Verkehrsinfrastrukturen

Förderkennzeichen 13N10404 bis 13N10408

Kritische Infrastrukturen, beispielsweise Flughäfen, sind auf die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit ihrer Kommunikationstechnologien und IT-Netze angewiesen. Starke elektromagnetische Felder stellen ein Gefährdungspotential dar, insbesondere dann, wenn sie bewusst durch kriminelle oder terroristische Handlungen erzeugt werden. In diesem Verbundprojekt werden daher Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes vor solchen elektromagnetischen Störungen erarbeitet. Neben dem Aufbau eines elektronischen Testnetzwerks zur zeitnahen Detektion von Störfeldern werden Empfehlungen für Sofortmaßnahmen sowie Strategien zur Risikobewertung entwickelt. Begleitend werden organisatorische Strukturen, rechtliche Rahmenbedingungen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Lösungsansätze untersucht.

Projektumriss EMSIN

 

ESR

Systemvertrauen und Krisenmanagement: Ein interaktives Expertenaustauschsystem zur Stärkung gesellschaftlicher Resilienz

Förderkennzeichen 13N10409

Krisenresilienz beschreibt die Fähigkeit einer Gesellschaft, die Folgen einer Großschadenslage verringern und eine entsprechende Krise möglichst effektiv bewältigen zu können. Das Projekt möchte zum einen die Resilienz der deutschen sowie der israelischen Gesellschaft mit ihren jeweiligen kulturellen und politischen Hintergründen bei Gefahren- und Krisensituationen beschreiben und zum anderen ein Expertensystem aufbauen. Dieses System soll in der Lage sein, allen beteiligten Akteuren in einer Krise den Informationsaustausch zu erleichtern. Die Arbeiten konzentrieren sich im Sinne einer Machbarkeitsstudie zunächst auf die Erstellung des Konzeptes für eine Informationsplattform.

Projektumriss ESR

 

IRLSENS

Infrarot-Laser basierendes faseroptisches Sensorsystem zur Trinkwasserüberwachung

Förderkennzeichen 13N11033 bis 13N11035

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den Bereichen des täglichen Lebens, für die höchste Qualität gelten muss. Die hohen Anforderungen an die Beschaffenheit des Trinkwassers werden in der Trinkwasserversorgung durch Grenzwerte für verunreinigende Substanzen geregelt. Die Einbringung von gifthaltigen Stoffen in das Trinkwasser wie Düngemittel oder Pestizide ist nicht nur durch Unfälle oder Naturkatastrophen denkbar, sondern auch durch kriminelle oder terroristischen Aktivitäten. Ziel des Projekts IRLSENS ist es daher, ein Messsystem zu erarbeiten, das speziell Pestizide und andere chlorierte Kohlenwasserstoffe sekundenschnell detektieren und die Betreiber des Versorgungsnetzes noch schneller als bisher benachrichtigen kann.

Projektumriss IRLSENS

 

LiveDetect3D

Detektion verborgener Bedrohungen durch Echtzeit-3D-Bildgebung

Förderkennzeichen 13N11000 bis 13N11003

Die Zugangskontrolle von Personen zu kritischen Infrastrukturen wie etwa Flughäfen und Bahnhöfen, hat große Bedeutung für einen sicheren Reiseverkehr. Die zum Teil bereits an Flughäfen eingesetzten portalartigen Sicherheitskontrollen sind ein möglicher Lösungsweg. Darüber hinaus besteht für diese Personenkontrollen mittelfristig noch Optimierungspotenzial. Ziel des Projekts LiveDetect3D ist es, durch die Kombination eines bildgebenden Terahertz-Systems mit einer optischen 3D-Kamera eine Person auch mit einem gewissen Abstand auf verborgene gefährliche Gegenstände untersuchen zu können, ohne das umstrittene Körperdarstellungen entstehen oder möglicherweise in Persönlichkeitsrechte eingegriffen würde.

Weitere Informationen

 

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/15062.php)

Publikationen

  • Forschung für die zivile Sicherheit ID = 1217

    Titelbild der Publikation

    Kooperation in der zivilen Sicherheitsforschung zwischen Deutschland und Israel

    2010, 14 Seiten
    Bestell-Nr.: 30551

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,23 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/forschung_zivile_sicherheit_deutschland_israel.pdf)

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(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • VDI Technologiezentrum GmbH

    • Nationale Kontaktstelle Sicherheitsforschung
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    • VDI-Platz 1
    • 40468 Düsseldorf
    • Telefonnummer: 0211 / 6214-628
    • Faxnummer: 0211 / 6214-484
    • E-Mail-Adresse: fischer_t@vdi.de
    • Homepage: http://www.nks-sicherheit.de
    • Dr. Steffen Muhle
    • VDI-Platz 1
    • 40468 Düsseldorf
    • Telefonnummer: 0211 / 6214-375
    • Faxnummer: 0211 / 6214-484
    • E-Mail-Adresse: muhle@vdi.de
    • Homepage: http://www.nks-sicherheit.de
 

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