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Wissenschaft

Bildungsrepublik Deutschland - Gemeinsam sind wir schlau!

20 Jahre deutsche Wiedervereinigung: Die Studienberechtigten aus dem Jahr 1989/90 ziehen eine erste gesamtdeutsche Bilanz.

Der erste gesamtdeutsch untersuchte Jahrgang der Studienberechtigten gilt als Gradmesser für die Entwicklung der inneren Einheit Deutschlands. Seit 1990 hat die Hochschul-Informations-System GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung diesen Jahrgang mehrmals befragt, zuletzt 20 Jahre nach deren Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung.

Diese Befragung zeigt, dass die Studienberechtigten im Osten sich sehr gut - insbesondere über die neu eingerichteten Ausbildungsgänge - informiert haben. Die Unterschiede zum Westen bei der Entscheidung für ein Studium an Fachhochschulen und Berufsakademien sowie Verwaltungsfachhochschulen waren minimal. In ganz Deutschland gilt das Studium als Königsweg unter den Bildungsmöglichkeiten. So nahmen 78 % der Befragten ein Studium auf, davon 81 % im Osten und 77 % im Westen. Im Osten gibt es kaum geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Promotion, denn 10 % der Männer und 11 % der Frauen haben eine Promotion abgeschlossen. Im Westen hingegen haben 17 % der männlichen und 10 % der weiblichen Studienberechtigten promoviert.

Des Weiteren stellt sich heraus, dass der Untersuchungsjahrgang sehr gut auf dem Arbeitsmarkt etabliert ist. Im Jahr 2010 gehen etwa 90 % einer regulären Erwerbstätigkeit nach. Jeder Vierte der Befragten gab an mit seinem Leben alles in allem sehr zufrieden zu sein. Unterschiede zwischen Ost und West gibt es dennoch: Nur 19 % im Osten, aber immerhin 26 % im Westen sind sehr zufrieden.

Traditionelle Muster der geschlechtsspezifischen Rollenaufteilung sind in ganz Deutschland zu beobachten, denn beinahe ausschließlich Frauen haben Eltern-/und Erziehungszeiten angegeben und somit auf eine kontinuierliche Erwerbstätigkeit nach Erreichen ihrer Abschlüsse verzichtet. Dennoch wurden auch die Rollenbilder aus der DDR erkennbar: Die Studienberechtigten aus dem Osten bekamen früher Kind(er) und die Frauen aus dem Osten sind deutlich seltener und kürzer in Elternzeit oder wiesen Familienarbeit aus. Folglich haben sie häufiger reguläre Erwerbstätigkeit aufgenommen.

Der Kinderwunsch und die Realisierung dieses Wunsches sind überraschend hoch. Mehr als zwei Drittel der Befragten haben zwanzig Jahre nach Ihrem Schulabschluss mindestens ein Kind, bei der Geburt des ersten Kindes waren die Frauen durchschnittlich über 30 Jahre alt. Ein Studium mit Kind war aber weder im Westen noch im Osten attraktiv.

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