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Ministerium
Die israelische und die deutsche Flagge

Deutsch-israelische Zusammenarbeit

In den deutsch-israelischen Beziehungen nimmt die Wissenschaftskooperation eine besondere Rolle ein – sie war Wegbereiterin der diplomatischen Beziehungen beider Länder. Die Wissenschaft ist mit ihrer Vielfalt und Lebendigkeit eine politisch bedeutende Säule der Zusammenarbeit beider Staaten. Ein umfassendes Netzwerk ist auf bilateraler Ebene aktiv. Die fachliche Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf die Forschungsrahmenprogramme der EU, denen Israel seit 1996 angehört.  

Israelische Flagge vor der Klagemauer (Quelle: Thinkstock)Israelische Flagge vor der Klagemauer (Quelle: Thinkstock)

Politischer Rahmen der Kooperation

Von großer Bedeutung für die Zusammenarbeit beider Länder ist die interministerielle Forschungskooperation. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung arbeitet mit dem israelischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Weltraum (MOST) und dem Wirtschaftsministerium (Ministry of Economy) eng zusammen.

Die Schwerpunkte der interministeriellen Kooperation liegen bei den Naturwissenschaften, den Meeres- und Geowissenschaften, der Biotechnologie, der Umweltforschung, der Material- und Nanoforschung, der Informations- und Kommunikationstechnologie, der Krebsforschung sowie den Wassertechnologien. Die zivile Sicherheitsforschung wurde im Jahr 2009 in die Zusammenarbeit aufgenommen.

Die interministerielle Kooperation wurde im Jahr 1973 durch ein Abkommen mit dem israelischen Wissenschaftsministerium begründet und konzentriert sich auf anwendungsorientierte Forschung. Anlässlich der Regierungskonsultationen im Jahr 2012 wurde eine Absichtserklärung mit dem Wissenschaftsministerium zur Zusammenarbeit in der Batterieforschung und Elektrochemie unterzeichnet

Weitere Grundlage ist seit 2011 das Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit in industriegeführter Forschung und Entwicklung sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Projekte auf Basis dieses Abkommens werden gemeinsam vom BMBF und dem israelischen Wirtschaftsministerium gefördert.

Nicht weniger wichtig als die politische Zusammenarbeit der jeweiligen Regierungen ist die Arbeit der Stiftungen und bilateralen Programme, die aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert werden. Tragende Rollen in der Wissenschaftskooperation übernehmen die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF) und die Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP), der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft und sowie die Minerva Stiftung.

German-Israeli-Foundation

Die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (German-Israeli-Foundation GIF) fördert jährlich rund 60 zivile deutsch-israelische Forschungsprojekte in allen wissenschaftlichen Disziplinen wie den Naturwissenschaften, den Lebenswissenschaften, der Medizin sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Seit der Gründung im Jahr 1986 hat die Stiftung über 1000 bilaterale Projekte aus allen Disziplinen bewilligt. Die Förderungsdauer beträgt jeweils drei Jahre. Mit dem Programm „Young Scientists“ fördert die Stiftung zudem junge deutsche und israelische Wissenschaftler im Alter von bis zu 40 Jahren, deren Promotion nicht länger als sieben Jahre zurückliegt und die ihre Forschungsaktivitäten in Israel oder Deutschland vorstellen wollen. In diesem Programm werden jährlich rund 45 Projekte gefördert. Das vom deutschen Bundesforschungsministerium und dem israelischen Wissenschaftsministerium für die GIF bereitgestellte Stiftungskapital beträgt derzeit 211 Mio. Euro. 

Deutsch-Israelische Projektförderung

Im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung disziplinübergreifende deutsch-israelische Projekte. Seit 1996 konnten aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums mehr als 60 Spitzenprojekte aus allen Fachbereichen gefördert werden.

DIP richtet sich in erster Linie an Wissenschaftlerteams, die gemeinsam an Innovationen arbeiten. Schwerpunkte liegen dabei in der Physik, den Lebenswissenschaften und der Chemie. Das Antragsverfahren ist zweistufig und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) betreut. Antragsberechtigt sind ausschließlich die sechs israelischen Universitäten und das Weizmann Institut. Kooperationspartner auf deutscher Seite können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein, die im deutschen Wissenschaftssystem tätig sind. Pro Jahr werden drei bis vier Projekte zur Förderung ausgewählt.

Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft

Der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft der Forschungsstipendiaten in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften (kurz: Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft) wurde 2009 gegründet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat für diese Stiftung bürgerlichen Rechts 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel der Stiftung ist es, den interdisziplinären und interkulturellen akademischen Dialog zwischen herausragenden jungen Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus Deutschland und Israel zu fördern.

Die Forschungsstipendien und Promotionsstipendien richten sich an Akademiker aus allen Fachbereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften, ausgenommen Jura und Wirtschaftswissenschaften. Jährlich werden bis zu zehn Nachwuchswissenschaftler für die Förderung ausgewählt. Dabei kommen jeweils fünf aus Deutschland und fünf aus Israel.

Mit Beginn des Akademischen Jahres 2010/2011 nahmen die ersten deutschen und israelischen Stipendiaten ihre Forschungstätigkeit an der Hebräischen Universität Jerusalem auf. Zu Beginn des Jahres 2015 arbeiteten 26 Stipendiaten an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Programm zur Berufsbildung

Technische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen stellen die Berufsbildung in Israel und Deutschland vor ähnliche Herausforderungen. Fachkräftemangel, Durchlässigkeit zwischen Hochschul- und Berufsbildung, Inklusion oder die Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung: Auch wenn die Hintergründe in beiden Ländern unterschiedlich sind, können sie sich gegenseitig Anregungen geben und voneinander lernen. Deshalb kooperieren Deutschland und Israel im Deutsch-Israelischen Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung.

Das Israel-Programm soll in beiden Ländern Impulse zur Weiterentwicklung der Berufsbildung auf unterschiedlichen Ebenen geben. Darüber hinaus soll es, im Wissen um die Vergangenheit, einen Beitrag dazu leisten, die Gegenwart der deutsch-israelischen Beziehungen mit Inhalten zu füllen.

Daher eröffnet das Programm Berufsbildungspersonal und -experten sowie Auszubildenden die Möglichkeitfachlich voneinander zu lernen, innovative Ansätze in der Berufsbildung auszuarbeiten und zu erproben, die jeweils fremde Alltagsrealität zu erfahren und das Verständnis füreinander zu vertiefen.

Dies geschieht durch verschiedene Kooperationsformen. Hierzu gehören der Austausch von Auszubildenden, die so genannten Projektteamkooperationen, Study Tour und Seminare/Konferenzen.

Max-Planck-Gesellschaft als erster Kontakt

Die Minerva-Stiftung ist eine Tochtergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft und fördert die deutsch-israelische Wissenschaftszusammenarbeit. Die Gründung der Minerva Stiftung im Jahr 1959 markiert den Beginn der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel und geht auf den ersten Kontakt zwischen den Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts und des Weizmann-Institute of Science (WIS) zurück.

In den Minerva-Zentren der israelischen Universitäten und am Weizmann-Institute of Science arbeiten deutsche und israelische Wissenschaftler in allen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen. Derzeit sind es 22 Zentren.

Darüber hinaus fördert die Minerva-Stiftung wissenschaftliche Symposien und Projekte am Weizmann-Institut und vergibt Stipendien an Wissenschaftler aus beiden Ländern. Weiterhin organisiert die Minerva Stiftung den ARCHES-Preis ("Award for Research Cooperation and Highest Excellence"), den das Bundesforschungsministerium seit 2008 jährlich vergibt.

Hintergründe zur Zusammenarbeit

Aktuelle Hinweise in Bezug auf bilaterale Vorhaben in Bildung und Forschung finden Sie hier. Auch um den Friedensprozess im Nahen Osten zu fördern, beteiligt sich das BMBF an multilateralen Kooperationsprojekten mit Israel und seinen arabischen Nachbarn, vorwiegend in den Bereichen Meeresforschung und Umwelt- und Wassertechnologien.

Zusatzinformationen

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Publikationen

  • Internationale Kooperation ID = 1784

    Titelbild der Publikation

    Aktionsplan des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

    2014, 134 Seiten
    Bestell-Nr.: 30967

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,60 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Aktionsplan_Internationale_Kooperation.pdf)

  • International Cooperation ID = 1818

    Titelbild der Publikation

    Action Plan of the Federal Ministry of Education and Research (BMBF)

    2014, 137 Seiten
    Bestell-Nr.: 31007

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,88 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/International_Cooperatin_Action_Plan.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

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