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Forschung

Bekämpfung vernachlässigter und armutsbedingter Erkrankungen

In den von Armut geprägten Regionen der Welt erkranken viele Menschen an übertragbaren Krankheiten, sogenannten Infektionskrankheiten. Diese haben oft besonders schwerwiegende Folgen für die Menschen und stellen noch immer die häufigsten Todesursachen dar. Bekannteste Beispiele sind HIV/ AIDS, Malaria und Tuberkulose. Das Bundesforschungsministerium fördert darum sogenannte Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs), das sind ausgesuchte internationale Non-Profit-Organisationen, die in Kooperation mit Pharmafirmen und Forschungseinrichtungen Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika zur Bekämpfung vernachlässigter Erkrankungen entwickeln. Zu ihnen gehört die "Dengue Vaccine Initiative" (DVI).

Die Industrienationen investieren erhebliche Mittel in Forschung, um Infektionskrankheiten, die bei ihnen auftreten, besser und schneller bekämpfen zu können. Dagegen bleiben andere Krankheiten, unter denen vor allem die Ärmsten der Welt leiden, oft außerhalb des Forschungsinteresses der Industrienationen. Sie sind für die hochentwickelten Länder wenig relevant. Ein wirtschaftlicher Anreiz für die Pharmaindustrie zur Bekämpfung dieser Krankheiten, neue Medikamente, Impfstoffe oder Diagnostikazu entwickeln besteht nicht. Diese Krankheiten werden deshalb als vernachlässigte tropische Erkrankungen bezeichnet. Dazu gehören zum Beispiel das Dengue-Fieber, die Schlafkrankheit oder verschiedene Wurmkrankheiten. Aber auch andere bei uns gut behandelbare Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS oder simple Durchfallerkrankungen sind in armutsgeprägten Gebieten oft tödlich, da die Therapie für die Patienten und ihre Familien nicht bezahlbar ist.

Aufgrund dieser Problematik tragen hoch entwickelte Länder wie Deutschland eine besondere Verantwortung. Die Vereinten Nationen formulierten bereits im Jahr 2000 acht Millenium-Entwicklungsziele mit dem übergeordneten Ziel, die Armut in der Welt zu bekämpfen. Im Lichte dieser Ziele müssen die Industrienationen verstärkt investieren, um die armutsassoziierten und vernachlässigten Erkrankungen zu erforschen und zu bekämpfen.

Für die Bundesregierung stellt sich das BMBF dieser Verantwortung und investiert verstärkt in die Erforschung von vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten. Im Mai 2011 hat das BMBF sein neues Förderkonzept "Vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten" vorgestellt. In diesem Förderkonzept richtet sich das BMBF strategisch neu aus und beschreibt, wie es seine Forschungsförderung für diese Krankheiten kontinuierlich ausbauen will. So vielfältig wie die Krankheiten, so vielfältig ist auch das Angebot des Ministeriums, Forschung zum Wohle der Gesundheit von Menschen in ärmeren Ländern zu fördern.

PDP-Förderung

Wichtiger Baustein des Förderkonzepts wird in Zukunft die Unterstützung von Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) sein. PDPs sind internationale Non-Profit-Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Präventionsmethoden, Diagnostika oder Medikamente gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten zu entwickeln. Sie bündeln das Wissen aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft. PDPs werden durch öffentliche und private wohltätige Geldgeber finanziert, im Gegenzug werden die Produkte den Betroffenen später zu einem sehr geringen Preis zur Verfügung gestellt.

Seit 2011 stehen für die BMBF-Fördermaßnahme "Entwicklung von Produkten zur Prävention, Diagnose und Behandlung von vernachlässigten und armutsassoziierten Krankheiten" 21 Millionen Euro zur Verfügung. Angesichts der globalen Herausforderungen soll dieses Geld fokussiert eingesetzt werden, um besonders die Kindersterblichkeit zu senken und die Gesundheit der Mütter zu verbessern (Erreichen der Millenium-Entwicklungsziele 4 und 5). Deshalb fördert das Ministerium speziell die Entwicklung von Produkten für Prävention, Diagnose oder Behandlung von zwei Krankheitsgruppen: Vernachlässigten tropischen Krankheiten (z.B. Dengue, Chagas und Wurmerkrankungen) und Krankheiten, die vor allem Kinder aus den von Armut geprägten Ländern schwer belasten. Zu letzteren gehören beispielsweise bakterielle Pneumonie / Meningitis, Durchfallerkrankungen oder auch Malaria. Vorzugsweise werden Produkte berücksichtigt, die speziell für Kinder unter fünf Jahren und/oder Schwangere entwickelt werden.

Die vom BMBF geförderten PDPs sind:

Das BMBF stärkt auch die deutsche Forschungsszene im Bereich der vernachlässigten und armutsassoziierten Erkrankungen. Gezielt werden die deutschen Forschungskapazitäten aufgebaut und ausgebaut, insbesondere wurden drei neue Nachwuchsgruppen initiiert. Dabei ist in diesem Förderschwerpunkt besonders wichtig, dass die Zusammenarbeit mit Partnern aus den besonders betroffenen Ländern nachhaltig ausgebaut wird.

Mit dem Förderaufruf zur Unterstützung von "Forschungsnetzen für Gesundheitsinnovationen in Sub-Sahara" Afrika von 2013 verstärkt das BMBF zudem sein Engagement für einen gezielten Auf- und Ausbau von Forschungskapazitäten in den betroffenen Entwicklungsländern. Innerhalb dieser Netze wird zum ersten Mal auch die Forschung zu nicht-übertragbaren Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen möglich sein. Somit wird der zunehmenden Bedeutung dieser "Zivilisationskrankheiten" für die Entwicklungs- und Schwellenländern Rechnung getragen.

Diese Fördermaßnahme ergänzt damit bereits laufende Anstrengungen, insbesondere die Förderung von klinischen Studien zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose im subsaharischen Afrika im Rahmen von EDCTP (European and Developing Countries Clinical Trials Partnership).

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/15337.php)

Dokumente

Publikationen

  • Förderkonzept Vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten ID = 1306

    Titelbild der Publikation

    2011, 21 Seiten

    Download [PDF - 925,0 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/vernachlaessigte_armutsassoziierte_krankheiten.pdf)

  • Research funding concept Neglected and poverty-related diseases ID = 1308

    Titelbild der Publikation

    2011, 21 Seiten

    Download [PDF - 416,9 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/neglected_poverty_related_diseases.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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