Jedem Kind ein Instrument

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forschungsprogramm zu "Jedem Kind ein Instrument" in Nordrhein-Westfalen (Ruhrgebiet) und Hamburg hat seit Beginn des Jahres 2009 die Arbeit aufgenommen. Das für zunächst vier Jahre (2009-2013) konzipierte Forschungsprogramm ist unabhängig von den beiden JeKi-Programmen und mit einem Fördervolumen von jährlich rund 1 Mio. Euro Forschungsschwerpunkt innerhalb des BMBF-Rahmenprogramms zur Empirischen Bildungsforschung.

Das Forschungsprogramm soll wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeiten, die bezogen sind auf die Ziele von JeKi. Beide JeKi-Programme möchten dazu beitragen, Kinder bereits im Grundschulalter über das Erlernen eines Musikinstrumentes aktiv an Musik heranzuführen, ihnen die Freude am Musizieren zu vermitteln und ihnen damit den Zugang zur Kultur in besonderer Weise und nachhaltig zu eröffnen. Generell wird mit Musik- bzw. Instrumentalunterricht die Erwartung verbunden, dass er spezielle musikalische Talente bei Kindern und Jugendlichen entdecken und entwickeln hilft. Zugleich sollen sich musikalische Aktivitäten auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen und deren kreativen Potenziale positiv auswirken. Darüber hinaus wird allgemein von musikalischer Betätigung wie auch vom Erlernen und Beherrschen eines Musikinstrumentes ein grundlegender und direkter Zugang zum kulturellen Leben und ein möglichst lebenslanges Interesse an kulturellen Fragen und Ereignissen erwartet.

Die JeKi-Projekte in NRW und Hamburg erfordern aufgrund der mit ihnen verbundenen hohen Investitionen bei Bund und Ländern Forschungsarbeiten darüber, inwieweit zentrale Projektziele erreicht werden. Das BMBF fördert daher im Kontext des Forschungsprogramms 8 größere Forschungsvorhaben. Diese bestehen aus insgesamt 13 Einzelprojekten, die in größtenteils interdisziplinären und universitätsübergreifenden Verbünden zusammenarbeiten. Beteiligt sind hierbei 32 Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen (Musikpädagogik, Musikwissenschaft/ Musikpsychologie, Psychologie, Erziehungswissenschaft).

Im Fokus der Forschungsprojekte stehen u.a. Fragestellungen in Bezug auf die individuelle Förderung der JeKi-Kinder, die Kooperationsstrategien der an JeKi Beteiligten, Transfereffekte von Instrumentalunterricht, die Möglichkeiten kultureller Teilhabe im JeKi-Kontext, Auswirkungen von JeKi auf Musikpräferenzen und den Einfluss des Instrumentalunterrichts auf das emotionale und kognitive Verhalten der Schülerinnen und Schüler.

Über den Forschungszeitraum werden pro Jahr mehrere Untersuchungen an JeKi-Schulen durchgeführt. Die größte Stichprobe umfasst hierfür ca. 1500 Schüler, die kleinste ca. 50 Schüler. Um eine Überforschung der Schulen zu vermeiden, werden die Erhebungen von einer zentralen Koordinierungsstelle (Uni Bielefeld) und einem zentralen Datenpool (Uni Bremen) koordiniert, die beide integraler Bestandteil des Gesamtprogramms sind. Die Forschungsprojekte sind über das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse hinaus bestrebt, ihre Ergebnisse in die Praxis zurückzuführen und dadurch einen Beitrag zur kritischen Reflexion und möglichen Weiterentwicklung der JeKi-Programme zu leisten.