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Zusammenarbeit mit Ländern des Mittelmeerraums und Afrika

Die bilaterale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung mit Ländern in dieser Region konzentriert sich vor allem auf Israel, Jordanien, Ägypten, Marokko und Südafrika.

Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2007 hat Deutschland unter Federführung des BMBF gemeinsam mit dem ägyptischen Ministerium für Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung die erste euro-mediterrane Ministerkonferenz zu Hochschulbildung und Forschung in Kairo ausgerichtet. Dabei erfolgte die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung, der Cairo Declaration - Auf dem Weg zu einem euromediterranen Hochschul- und Forschungsraum. Darin bekräftigen die Euromed-Minister ihr Engagement für die Umsetzung der einschlägigen Ziele des Fünfjahres-Arbeitsprogramms des Barcelona-Gipfels und des Assoziierungsabkommens sowie für die Aktionspläne im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik. Hochschulbildung, Forschung und Innovation werden als vorrangige Bereiche der euro-mediterranen Partnerschaft herausgestellt.

Umgesetzt wird diese Vereinbarung u.a. durch das EU-geförderte INCO-Net MIRA (Mediterranean Innovation and Research Coordination Action), ein für vier Jahre bewilligtes Projekt, an dem sich das BMBF seit 2008 über sein Internationales Büro beteiligt und so an der weiteren Vertiefung der regionalen Kooperation im Kontext des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms in den Bereichen Energie, Umwelt, Gesundheitsforschung, Landwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien mitarbeitet. In einer weiteren Phase des Projektes werden die Aspekte des Technologietransfers sowie Innovationsaktivitäten verstärkt. Dabei bildet u.a. der Barcelona-Prozess bzw. die "Union für das Mittelmeer" (UfM) den politischen Rahmen. Steuerungsgremium in diesem Kontext ist das "Monitoring Committee for Euro-Mediterranean Cooperation in RTD" (MoCo), welches 1995 gegründet wurde und eine zentrale Rolle bei der Beobachtung und Stimulierung der Zusammenarbeit mit dem südlichen Mittelmeerraum im Bereich der Forschung spielt. Das MoCo hat mittlerweile die Aufgabe, den Forschungsteil der EuroMed-Ministerkonferenzen für Höhere Bildung und Forschung vorzubereiten und dient darüber hinaus als Forum für den politischen Dialog in der Forschung für die UfM.

Die Staaten Afrikas unternehmen große Anstrengungen, ihre Hochschulen, Wissenschafts- und Technologieeinrichtungen zu reformieren und als Instrumente für eine zukunftsorientierte wirtschaftliche und soziale Entwicklung einzusetzen. Die Afrikanische Union hat dazu im Rahmen der Initiative New Partnership for Africas Development (NEPAD) den Consolidated Plan of Action (CPA) entwickelt, um in Afrika den Bereich Wissenschaft und Forschung zu stärken. Diese Initiative verfolgt u.a. die Einrichtung von Exzellenzzentren, den Aufbau transnationaler regionaler Netzwerke in Wissenschaft und Forschung sowie die Integration der afrikanischen Wissenschaftsgemeinschaft in den internationalen Wissenschaftsaustausch.

Diese ambitionierte Initiative der Afrikanischen Union und NEPAD zu unterstützen war Ziel eines vom BMBF, BMZ sowie der Universität der Vereinten Nationen, gemeinsam mit der afrikanischen Forschungsministerkonferenz im Rahmen der deutschen G8-Präsidentschaft veranstalteten G8/AMCOST-Expertentreffens am 18.-19. Oktober 2007 in Berlin. Zum einen ging es um eine Bestandsaufnahme des Status von Wissenschaft und Forschung in Afrika sowie der Nord/Süd-Kooperation. Zum anderen wurden prioritäre Felder der partnerschaftlichen Zusammenarbeit bei der Verwirklichung des afrikanischen Consolidated Plan of Action identifiziert. Ein Ziel war auch, die Zusammenarbeit der G8-Mitglieder auf diesem Feld zu verbessern und innovative Kooperationsmodelle in Wissenschaft und Forschung sowie mit privaten Initiativen und Unternehmen zu entwickeln.

Für die politische Ebene ist vor allem die Verabschiedung einer gemeinsamen "EU-Afrika Strategie" (Lissabon Dezember 2007) von Bedeutung, die durch Aktionspläne mit einer Laufzeit von jeweils drei Jahren umgesetzt wird. Die Strategie eröffnet sowohl der EU als auch den Mitgliedstaaten neue Möglichkeiten der Kooperation: das Geber-Nehmer-Verhältnis soll sich in Richtung einer gleichberechtigten Partnerschaft verschieben. Der erste Aktionsplan (2008 bis 2010) umfasst acht sogenannte Partnerschaften, unter denen die 8. Partnerschaft für Wissenschaft, Informationsgesellschaft und Weltraum prominent platziert ist. In dieser wird der stärkeren Nutzung von Wissenschaft und Technologie für die Verringerung der Armut, Wachstum und die sozio-ökonomische Entwicklung eine Schlüsselrolle beigemessen. Das BMBF ist als Partner im "Implementation Team" an der  Umsetzung der 8. Partnerschaft aktiv beteiligt und hat u.a. die Federführung bei der Initiierung eines gemeinsamen europäisch-afrikanischen forschungspolitischen Dialoges übernommen. Das IB unterstützt das BMBF bei der Planung und Umsetzung seiner Aktivitäten in diesem Forum.

Die Verbesserung der forschungspolitischen Zusammenarbeit zwischen Europa und den Ländern Subsahara-Afrikas ist auch eines der Hauptziele des INCO-Net CAAST-Net, das im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (7. RP) gegründet wurde. Um dieser Kooperation eine neue Qualität zu geben und die gemeinsame EU-Afrika-Strategie  - v. a. im Bereich Wissenschaft und Technologie - zu konkretisieren und umzusetzen, wird ein neuer hochrangiger forschungspolitischer Dialog forciert. Unter der Federführung des IB und des kenianischen Ministeriums für Hochschulbildung, Wissenschaft und Technologie fand im November 2009 eine europäisch-afrikanische Stakeholder Konferenz in Mombasa/Kenia statt, deren Empfehlungen zur Verstärkung der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit in verschiedene forschungspolitische Dialoge einfließen. Des weiteren verfolgt das Projekt die Ziele die Kooperationsvoraussetzungen zwischen den Ländern Europas und Subsahara-Afrikas in Wissenschaft und Technologie zu verbessern und die Beteiligung der afrikanischen Länder am 7. RP zu erhöhen, u.a. durch die Definition gemeinsamer Forschungsprioritäten für Ausschreibungen des 7. RP. Das Projekt CAAST-Net, an dem sich im Auftrag des BMBF das Internationale Büro gemeinsam mit weiteren 17 europäischen und afrikanischen Partnern beteiligen, hat eine Laufzeit von 4 Jahren und wird mit rund 3 Mio. € im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert.

  • Das israelische Parlament Knesset

    Ministerium

    Von Vertrauen geprägt: Die deutsch-israelische Wissenschaftskooperation

    In den deutsch-israelischen Beziehungen nimmt die Wissenschaftskooperation eine besondere Rolle ein - sie war Wegbereiterin der diplomatischen Beziehungen beider Länder. Mit ihrer Vielfalt und Lebendigkeit ist sie eine wichtige Säule der Zusammenarbeit beider Staaten. Ein umfassendes Netzwerk ist auf auf bilateraler Ebene aktiv; die fachliche Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf die Forschungsprogramme der EU, denen Israel seit 1996 angehört.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/1531.php)
  • Ministerium

    Jordanien: Brücken bauen durch Kooperation

    Jordanien ist ein wichtiger Partner Deutschlands im Nahen Osten und ein Land mit hoher Ausstrahlungskraft für die Region. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt vor Ort wirksame Forschungsvorhaben und den Ausbau des Bildungs- und Hochschulsystems.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/4363.php)
  • Berlin Campus der German University in Cairo, ©GUC

    Ministerium

    Ägypten - Demokratisierungsprozesse unterstützen

    Ägypten ist nicht zuletzt durch seine Brückenfunktion zur arabischen Welt eines der wichtigsten Partnerländer Deutschlands im Nahen Osten. Im Januar 2013 erlebte diese Partnerschaft einen neuen Höhepunkt: In Berlin eröffnete eine Zweigstelle der German University in Cairo. Im Zuge des deutsch-ägyptischen Wissenschaftsjahres waren schon seit 2007 in der Zusammenarbeit mit Ägypten starke Impulse für neue inhaltliche Schwerpunkte gesetzt worden. Insbesondere Anwendungsorientierung und Industrierelevanz der bilateralen Projekte konnten verstärkt werden. Zugleich wurde durch die Einbeziehung neuer universitärer und außeruniversitärer Partner in Ägypten die Kooperation auf eine breitere Basis gestellt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/5859.php)
  • Logo des Deutsch-Südafrikanischen Wissenschaftsjahres

    Ministerium

    Globale Verantwortung gemeinsam tragen: Das Deutsch-Südafrikanische Wissenschaftsjahr

    Das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013 soll die Zusammenarbeit beider Länder stärken und neue Netzwerke ins Leben rufen, insbesondere unter Nachwuchswissenschaftlern. Deutsche und südafrikanische Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen sind dazu aufgerufen, sich in Projekten und Veranstaltungen mit verschiedenen Fragen zu befassen: Wie passen wir uns an den Klimawandel an, ohne unser Wachstum zu bremsen? Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Wie können wir die vorhandenen Ressourcen nachhaltig nutzen? Was können Wissenschaft und Forschung beitragen?
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/5861.php)
  • Ministerium

    Länder der Broader Middle East and North Africa Initiative (BMENA)

    Die Broader Middle East and North Africa Initiative (BMENA) war eine auf Initiative der Vereinigten Staaten ins Leben gerufene partnerschaftliche Kooperation zwischen den G-8 Staaten und 22 Ländern des Nahen und Mittleren Ostens (arabische Staaten, Afghanistan, Pakistan, Iran, Türkei). Im Rahmen gemeinschaftlicher Projekte sollte so die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklung dieses Großraums vorangetrieben werden. Vom 20.-22. November 2007 fand in Bonn die dritte Bildungsministerkonferenz der G8- und BMENA-Staaten statt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/11541.php)

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