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Bildung
Porträtbild einer Krankenschwester

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Die Möglichkeiten zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen haben sich in Deutschland erheblich verbessert. Das Anerkennungsgesetz des Bundes schafft erstmalig einen allgemeinen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit eines ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Referenzberuf. Das Bundeskabinett hat am 2. April 2014 den ersten Bericht zum Anerkennungsgesetz beschlossen. Die Erfahrungen nach zwei Jahren zeigen, dass das Gesetz ein Erfolg ist.

Das "Anerkennungsgesetz"

Deutschland braucht Fachkräfte! Viele Unternehmen, Handwerksbetriebe, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind schon jetzt auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die Bundesregierung hat deshalb das sog. Anerkennungsgesetz ("Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") als neues Instrument zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland geschaffen.

Zuvor hatten nur wenige zuwandernde Fachkräfte die Möglichkeit, ihre beruflichen Qualifikationen bewerten zu lassen. Das Gesetz ändert dies und schafft für alle bundesrechtlich geregelten Berufe möglichst einheitliche und transparente Verfahren. So kann die Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Abschluss ermittelt werden. Dies ist in vielen Berufen Voraussetzung dafür, in diesem Beruf zu arbeiten oder sich selbständig zu machen. Das gilt vor allem für die reglementierten Berufe, so im zulassungspflichtigen Handwerk, für Ärzte, Krankenpfleger oder Apotheker. Das Gesetz verbessert damit die Chancen für Menschen, die ihre beruflichen Qualifikationen im Ausland erworben haben, in Deutschland in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten und ermöglicht so eine bessere Arbeitsmarktintegration.

Das Anerkennungsgesetz umfasst zum einen das Bundesgesetz „Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz“ (BQFG) im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglementierten Berufe, so die Gesundheitsberufe (Bundesärzteordnung, Krankenpflegegesetz) und die Handwerksmeister (Handwerksordnung).

Auch die Länder haben für die Berufe in ihrer Zuständigkeit (zum Beispiel Lehrer, Ingenieure, Architekten, soziale Berufe) eigene Gesetze erlassen. Seit dem 1. Juli 2014 sind alle Landes-Anerkennungsgesetze in Kraft getreten. Um Fachkräften mit ausländischen Qualifikationen in Deutschland möglichst einheitliche Verfahren zu bieten, wird es aber auch weiterhin Ziel sein, die Anerkennungsverfahren in allen Berufen auch für Drittstaatsqualifikationen zu öffnen - dies gilt insbesondere für Mangelberufe, wie zum Beispiel Lehrer und Ingenieure.

Erfolgsgeschichten


Ümür Karatas. Bildnachweis: anerkennung-in-deutschland.deIndustriemechaniker aus der Türkei: Als 20-Jähriger kam Ümüt Karatas (33) nach Deutschland. In seinem Beruf als Industriemechaniker konnte er nicht sofort arbeiten, er begann jedoch als Industriereiniger. Mit der Wirtschaftskrise 2010 wurde er arbeitslos. Im Interview erzählt er von seinem Werdegang und darüber, wie er 2012 den Entschluss gefasst hat, seine Ausbildung anerkennen zu lassen. Mehr über Ümüt Karatas erfahren Sie hier

Michelle-Ange Monteu. Bildnachweis: anerkennung-in-deutschland.deÄrztin aus Kamerun: Michelle-Ange Monteu (33) kommt aus Kamerun und lebt seit fast fünf Jahren in Deutschland. Sie hat in Mali Medizin studiert und als Ärztin gearbeitet. Nach einer erfolgreichen Kenntnisprüfung hat sie eine deutsche Approbation erhalten und arbeitet jetzt als Ärztin im Krankenhaus. Mehr über Michelle Anged Monteu erfahren Sie hier

Michelle-Ange Monteu ist eine in Mali ausgebildete Ärztin. In diesem Video erzählt sie, wie sie vom Anerkennungsgesetz des Bundes profitiert hat und jetzt in Deutschland beruflich durchstartet.

Susanna Kenetti. Bildnachweis: anerkennung-in-deutschland.deAugenoptikerin aus Finnland: Susanna Kenetti (44) kommt aus Finnland. Sie ist ausgebildete Augenoptikerin und Betriebswirtin. Seit fünf Jahren lebt sie in Berlin. Jetzt wurde ihre Ausbildung von der Handwerkskammer Berlin anerkannt. Mehr erfahren Sie hier


Erfahrungen mit dem Gesetzesvollzug positiv

"Gelernt ist gelernt"Copyright: anerkennung-in-deutschland.deDie Erfahrungen mit dem Gesetzesvollzug belegen ein großes Interesse an den neuen Verfahren. Es wurde eine Vielzahl von Beratungen durchgeführt und tausende von Anträgen gestellt und die Mehrzahl davon mit einer vollen Gleichwertigkeit beendet.

Der Großteil der Anträge wird in den reglementierten Berufen - wie von Ärzten, Apothekern, Zahnärzten, Psychotherapeuten oder Hebammen – gestellt, weil hier eine Anerkennung die Voraussetzung für die Berufsausübung in Deutschland ist.

Das große Interesse belegen auch die Zugriffszahlen auf das Online-Portal "Anerkennung in Deutschland". Rund die Hälfte der Nutzer informiert sich hier vom Ausland aus. Auch die Beratungsstellen und die Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge berichten von einem massiven Anstieg der Beratungszahlen. Nicht jede Beratung führt jedoch zwangsläufig zu einem Antrag; so kann vielen durch die Beratung mit anderen Maßnahmen, wie z.B. Qualifizierungen oder Umschulungen, geholfen werden.

Am 12.12.2014 hat das Statistische Bundesamt die amtliche Bundesstatistik für das Jahr 2013 zu Anträgen und Bescheiden für die Berufe, die unter das Anerkennungsgesetz des Bundes fallen, veröffentlicht.

Weitere Informationen und Beratungsangebote

Das Online-Portal „Anerkennung in Deutschland“ mit dem Online-Tool "Anerkennungs-Finder" zeigt den Weg zur richtigen Anerkennungsstelle und bietet auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Polnisch, Italienisch, Rumänisch und Türkisch alle wichtigen Informationen rund um die Anerkennungsverfahren.

Bei der „Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland“ werden Interessierte aus dem In- und Ausland u. a. zum Thema Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Deutsch und Englisch beraten. Sie erreichen die Hotline unter der Telefonnummer +49 (0)30-1815-1111 von Montag bis Freitag 9 bis 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Die IQ-Anlaufstellen bieten in allen Bundesländern auf regionaler Ebene Erstberatung für Anerkennungssuchende an. Der Bund fördert diese Beratung im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung – IQ“, das gemeinsam von den Bundesministerien für Bildung und Forschung und für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit getragen wird.

Zusatzinformationen

"Anerkennung in Deutschland" heißt das zentrale Informationsportal zum Anerkennungsgesetz. Wenn Sie einen im Ausland erworbenen Berufsabschluss anerkennen lassen möchten, finden Sie auf dem Anerkennungsportal aktuelle Informationen über rechtliche Grundlagen und Verfahren der beruflichen Anerkennung sowie die Stelle, die für Ihr Anliegen zuständig ist.

Zwei Jahre Anerkennungsgesetz – Bilanz und Ausblick

Dokumente

Publikationen

  • Bericht zum Anerkennungsgesetz ID = 1702

    Titelbild der Publikation

    2014, 149 Seiten
    Bestell-Nr.: 30918

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 2,07 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Anerkennungsgesetz_Gesamt.pdf)

  • Das neue Anerkennungsgesetz des Bundes ID = 1488

    Titelbild der Publikation

    Informationen zur Bewertung ausländischer Berufsabschlüsse

    2012, 6 Seiten

    Download [PDF - 287,3 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/BMBF_Flyer_Anerkennungsgesetz.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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