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Bildung
Porträtbild einer Krankenschwester

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Seit dem 1. April 2012 sind die Möglichkeiten zur Anerkennung von im Ausland erworbener Berufsqualifikationen erheblich besser geworden. Das Anerkennungsgesetz des Bundes schafft erstmalig einen allgemeinen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit eines ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Referenzberuf. Das Bundeskabinett hat am 2. April 2014 den ersten Bericht zum Anerkennungsgesetz beschlossen. Die Erfahrungen nach zwei Jahren zeigen, dass das Gesetz ein Erfolg ist.

Deutschland braucht Fachkräfte! Viele Unternehmen, Handwerksbetriebe, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind schon jetzt auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die Bundesregierung hat deshalb das Anerkennungsgesetz als neues Instrument zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland geschaffen.

Die Bundesregierung hat am 2. April 2014 den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgelegten ersten "Bericht zum Anerkennungsgesetz" beschlossen.

Neben einer Bilanz und daraus folgenden Perspektiven (Teil I) enthält der Bericht die ersten Ergebnisse des im Auftrag des BMBF durchgeführten Projektes BIBB-Anerkennungsmonitoring  (Teile II und III des Berichtes).

In der ersten Untersuchungsphase des Projekts "Monitoring der Umsetzung des Anerkennungsgesetzes des Bundes als Beitrag zur Qualitätssicherung" hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Interviews mit Fachleuten aus Anerkennungsstellen und Beratungseinrichtungen, Analysen der Ergebnisse der amtlichen Statistik für das Jahr 2012 sowie der Daten einschlägiger Beratungsanbieter und weitere Untersuchungen durchgeführt.

Erfolgsgeschichten


Ümür Karatas. Bildnachweis: anerkennung-in-deutschland.deIndustriemechaniker aus der Türkei: Als 20-Jähriger kam Ümüt Karatas (33) nach Deutschland. In seinem Beruf als Industriemechaniker konnte er nicht sofort arbeiten, er begann jedoch als Industriereiniger. Mit der Wirtschaftskrise 2010 wurde er arbeitslos. Im Interview erzählt er von seinem Werdegang und darüber, wie er 2012 den Entschluss gefasst hat, seine Ausbildung anerkennen zu lassen. Mehr über Ümüt Karatas erfahren Sie hier

Michelle-Ange Monteu. Bildnachweis: anerkennung-in-deutschland.deÄrztin aus Kamerun: Michelle-Ange Monteu (33) kommt aus Kamerun und lebt seit fast fünf Jahren in Deutschland. Sie hat in Mali Medizin studiert und als Ärztin gearbeitet. Nach einer erfolgreichen Kenntnisprüfung hat sie eine deutsche Approbation erhalten und arbeitet jetzt als Ärztin im Krankenhaus. Mehr über Michelle Anged Monteu erfahren Sie hier

Susanna Kenetti. Bildnachweis: anerkennung-in-deutschland.deAugenoptikerin aus Finnland: Susanna Kenetti (44) kommt aus Finnland. Sie ist ausgebildete Augenoptikerin und Betriebswirtin. Seit fünf Jahren lebt sie in Berlin. Jetzt wurde ihre Ausbildung von der Handwerkskammer Berlin anerkannt. Mehr erfahren Sie hier


Das "Anerkennungsgesetz"

Seit April 2012 ist das sog. Anerkennungsgesetz des Bundes ("Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") in Kraft. Für Menschen, die ihre beruflichen Qualifikationen im Ausland erworben haben, verbessert das Gesetz die Chancen, in Deutschland in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten. Die Verfahren und Kriterien für berufliche Anerkennung wurden vereinheitlicht, erweitert und verbessert. Dies ist ein nachhaltiger Beitrag zur Fachkräftesicherung und trägt zur besseren Arbeitsmarktintegration von Menschen mit ausländischen Qualifikationen bei.

Michelle-Ange Monteu ist eine in Mali ausgebildete Ärztin. In diesem Video erzählt sie, wie sie vom Anerkennungsgesetz des Bundes profitiert hat und jetzt in Deutschland beruflich durchstartet.

Nach den Regeln des Anerkennungsgesetzes können im Ausland erworbene Berufsabschlüsse in Deutschland als mit einem deutschen Abschluss gleichwertig anerkannt werden. Dies ist in vielen Berufen Voraussetzung dafür, in diesem Beruf zu arbeiten oder sich selbständig zu machen. Das gilt vor allem für die reglementierten Berufe, so im zulassungspflichtigen Handwerk, für Ärzte, Krankenpfleger oder Apotheker.

Das Anerkennungsgesetz umfasst zum einen ein neues Bundesgesetz, das sogenannte Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglementierten Berufe, so die Gesundheitsberufe (Bundesärzteordnung, Krankenpflegegesetz) und die Handwerksmeister (Handwerksordnung).

Mehr Informationen zum Anerkennungsgesetz und zu den konkreten Verfahren finden Sie unter http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/index.php

Erfahrungen mit dem Gesetzesvollzug positiv

"Gelernt ist gelernt"Copyright: anerkennung-in-deutschland.deDie bisherigen Erfahrungen mit dem Gesetzesvollzugs belegen ein großes Interesse an den neuen Verfahren. Es wurden eine Vielzahl von Beratungen durchgeführt und tausende von Anträgen gestellt und viele davon mit voller Gleichwertigkeit beschieden.

Der Großteil der Anträge wird in den reglementierten Berufen - das heißt zum Beispiel von Ärzten, Apothekern, Zahnärzten, Psychotherapeuten oder Hebammen - gestellt. In diesen Berufen ist eine Anerkennung der beruflichen Auslandsqualifikation Voraussetzung für die Berufsausübung in Deutschland.

Das große Interesse belegen auch die Zugriffszahlen auf das Online-Portal "Anerkennung in Deutschland".. Rund 40 Prozent der Nutzer informierten sich hier vom Ausland aus. Auch die Beratungsstellen und die Hotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge berichten von einem massiven Anstieg der Beratungszahlen. Nicht jede Beratung führt jedoch zwangsläufig zu einem Antrag; so kann Vielen durch die Beratung mit anderen Maßnahmen, wie z.B. Qualifizierungen oder Umschulungen, geholfen werden.

Die erste amtliche Bundesstatistik zu Anträgen und Bescheiden für die Berufe, die dem Anerkennungsgesetz des Bundes unterfallen, wurde vom Statistischen Bundesamt am 15. Oktober 2013 vorgelegt.

Ergebnisse der amtlichen Statistik sowie Daten und Zahlen zur Information und Beratung finden Sie  hier

Die Vorteile für Migrantinnen und Migranten

In der Vergangenheit hatten nur wenige zuwandernde Fachkräfte die Möglichkeit, ihre beruflichen Qualifikationen bewerten zu lassen. Das Anerkennungsgesetz ändert dies und schafft für alle bundesrechtlich geregelten Berufe möglichst einheitliche und transparente Verfahren.

Ein Meilenstein für die Bewertungspraxis in Deutschland ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf ein Bewertungsverfahren für die rund 350 nicht reglementierten Ausbildungsberufe im dualen System nach dem Berufsbildungsgesetz und im Handwerk. In diesen Berufen war Anerkennung in der Vergangenheit praktisch nicht vorgesehen. Für diese Berufe wird die Frage, ob eine  mitgebrachte Qualifikation mit einer deutschen gleichwertig ist, künftig auf der Grundlage des BQFG nach einheitlichen Kriterien und in einem einheitlich geregelten Verfahren beantwortet. Dies schafft größtmögliche Transparenz für Antragssteller, Arbeitgeber und zuständige Stellen.

Eine Besonderheit des BQFG auch im internationalen Vergleich ist es, dass einschlägige Berufserfahrung bei der Überprüfung der Gleichwertigkeit berücksichtigt werden muss.

In einer ganzen Reihe von Berufen in Deutschland waren die Berufsausübung und auch der Zugang zu den entsprechenden Anerkennungsverfahren bis zum Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes an die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates geknüpft. Das Gesetz schafft dieses Staatsangehörigkeitskriterium im Berufsrecht weitgehend ab. Ausschlaggebend sind in den meisten Berufen nun nur noch der Inhalt und die Qualität der Berufsqualifikationen. So kann seit Inkrafttreten des Gesetzes zum Beispiel auch eine türkische Ärztin bei Vorliegen der fachlichen Voraussetzungen eine Approbation erhalten. Dies war in der Vergangenheit - selbst wenn sie in Deutschland studiert hatte - nicht möglich.

Alle wichtigen Informationen zu den Anerkennungsverfahren und zu den rechtlichen Grundlagen finden Sie unter http://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/

Ein erster Schritt zur Vereinheitlichung der Anerkennungspraxis

Das Bundesgesetz legt  die Grundlagen dafür, die bisher uneinheitliche Anerkennungspraxis in Deutschland entscheidend zu verbessern. Da der Vollzug des Bundesgesetzes in den reglementierten Berufen Sache der Länder ist, wird es wesentlich darauf ankommen, dass auch die Länder - z.B. durch Einrichtung von  Gutachterstellen oder Bündelung von Zuständigkeiten - zur weiteren Vereinheitlichung des Vollzugs beitragen.

Da nicht alle Berufe bundesrechtlich geregelt und damit vom Anerkennungsgesetz des Bundes erfasst sind, erlassen die Bundesländer derzeit für die Berufe in ihrer Zuständigkeit (z.B. Lehrer, Ingenieure, Architekten, soziale Berufe) eigenen Anerkennungsgesetze. In acht Bundesländern sind Landes-Anerkennungsgesetze bereits in Kraft getreten. Um Fachkräften mit ausländischen Qualifikationen in Deutschland möglichst einheitliche Verfahren zu bieten, sollte es Ziel sein, die Anerkennungsverfahren in allen Berufen auch für Drittstaatsqualifikationen zu öffnen - dies gilt insbesondere für Mangelberufe, wie z.B. Lehrer und Ingenieure.

Weitere Informationen und Beratung

Das Online-Portal "Anerkennung in Deutschland" mit dem Onlie-Tool "Anerkennungs-Finder" zeigt den Weg zur richtigen Anerkennungsstelle und bietet auf Deutsch und Englisch Informationen rund um die Anerkennungsverfahren.

Die Telefonhotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge bietet im Auftrag des BMBF für Interessierte aus dem In- und Ausland von Montag bis Freitag 9 bis 15 Uhr telefonische Beratung auf Deutsch und Englisch an. Die Hotline ist unter der Nummer +49 (0)30-1815-1111 zu erreichen.

Die IQ-Anlaufstellen bieten in allen Bundesländern auf regionaler Ebene Erstberatung für Anerkennungssuchende an. Der Bund fördert diese Beratung im Rahmen des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung - IQ", das gemeinsam von den Bundesministerien für Bildung und Forschung-, und für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit getragen wird.

Zusatzinformationen

English version of this page
(URL: http://www.bmbf.de/en/15644.php)

Bericht zum Anerkennungsgesetz

Mit dem ersten "Bericht zum Anerkennungsgesetz" zieht das BMBF eine Bilanz zum zweijährigen Bestehen des Gesetzes und blickt nach vorne auf künftige Herausforderungen.

Den Bericht zum Download finden Sie hier

Zwei Jahre Anerkennungsgesetz - Bilanz und Ausblick

"Anerkennung in Deutschland" heißt das zentrale Informationsportal zum Anerkennungsgesetz. Wenn Sie einen im Ausland erworbenen Berufsabschluss anerkennen lassen möchten, finden Sie auf dem Anerkennungsportal aktuelle Informationen über rechtliche Grundlagen und Verfahren der beruflichen Anerkennung sowie die Stelle, die für Ihr Anliegen zuständig ist. Zum Portal "Anerkennung in Deutschland" geht es hier

Dokumente

Publikationen

  • Bericht zum Anerkennungsgesetz ID = 1702

    Titelbild der Publikation

    2014, 147 Seiten
    Bestell-Nr.: 30918

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 2,06 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Anerkennungsgesetz_Gesamt.pdf)

  • Das neue Anerkennungsgesetz des Bundes ID = 1488

    Titelbild der Publikation

    Informationen zur Bewertung ausländischer Berufsabschlüsse

    2012, 6 Seiten

    Download [PDF - 287,3 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/BMBF_Flyer_Anerkennungsgesetz.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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