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Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB)

Der Bund, Hamburg und Niedersachsen haben am 07. Januar 2011 die Errichtung des Zentrums für strukturelle Systembiologie (CSSB) auf dem Campus des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg durch Unterzeichnung eines Bund-Länder-Abkommens vereinbart.

Im CSSB werden zukünftig Biologen, Chemiker, Mediziner, Physiker und Ingenieure zusammenarbeiten, um die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten zu untersuchen und Angriffspunkte für neue Wirkstoffe, Anti-Infektiva und Impfstoffe zu finden.

Ziel des CSSB ist es, möglichst umfassend und detailliert die diversen molekularen Wechselwirkungen innerhalb lebender Zellen zu verstehen. Dies erfordert die systematische Analyse der molekularen Bausteine, der Architektur und der Regulation biologischer Systeme. Das CSSB soll die Ende 2009 am DESY neu in Betrieb genommene Synchrotronstrahlungsquelle PETRA-III als hochmoderne Röntgenlichtquelle nutzen. Sie ermöglicht es, Untersuchungen mit einer besonders hohen Auflösung durchzuführen. Gleichzeitig eröffnen der ebenfalls am DESY angesiedelte Freie-Elektronen Laser FLASH und der noch im Bau befindliche Röntgenlaser European XFEL erstmals die Möglichkeit, dynamische biologische Prozesse sehr detailliert in ihrem Verlauf zu beobachten. PETRA III, FLASH und XFEL fungieren für die Wissenschaftler des CSSB somit letztlich als "Supermikroskope" um komplexe Abläufe in den Zellen mit einer sehr großen Genauigkeit zu erforschen. In Norddeutschland gibt es eine bundesweit überdurchschnittliche Konzentration von wissenschaftlicher Kompetenz im Bereich der Struktur- und Systembiologie, insbesondere in der Infektions- und Immunitätsforschung. Diese wird durch das CSSB gebündelt und weiter aufgewertet.

Das geplante CSSB-Forschungsgebäude soll in unmittelbarer Nähe zur PETRA III -Messhalle auf dem DESY-Campus entstehen und die Arbeitsgruppen aller am CSSB beteiligten universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein unter einem Dach vereinen. Dafür investieren der Bund, Hamburg und Niedersachsen in den Jahren 2010 bis 2016 insgesamt bis zu 50 Millionen Euro. Davon werden 73 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt, 17 Prozent von der Freien Hansestadt Hamburg und 10 Prozent durch das Land Niedersachsen.

Vom CSSB werden wichtige Impulse für die Forschungsarbeit der neuen Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung erwartet, insbesondere in der Infektionsforschung. Nach Fertigstellung wird das CSSB auch ausländischen Forscherinnen und Forschern offenstehen und  dadurch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung internationaler Kooperationen leisten.

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