Navigationsbereich


Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB)

Biologen, Chemiker, Mediziner, Physiker und Ingenieure in Norddeutschland gehen in Zukunft gemeinsam auf die Jagd nach Krankheitserregern: Auf dem DESY-Campus in Hamburg entsteht das Centre for Structural Systems Biology (CSSB), ein interdisziplinäres Zentrum mit Partnern verschiedener Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Niedersachsen. Ihr gemeinsames Ziel: den Angriffen von Krankheitserregern atomgenau auf die Spur zu kommen.

Hintergrundinformation

Historie

Der Bund, Hamburg und Niedersachsen haben am 07. Januar 2011 die Errichtung des Zentrums für strukturelle Systembiologie (CSSB) auf dem Campus des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg durch Unterzeichnung eines Bund-Länder-Abkommens vereinbart. Bis zur Einberufung des Kuratoriums, des Direktoriums und der Bildung der Geschäftsstelle wird die Etablierung des CSSB durch eine Task Force operativ durchgeführt. Der Vorsitzende der Task Frontansicht des geplanten Zentrums für Strukturelle Systembiologie (CSSB). ©hammeskrause architektenForce ist Herr Prof. Chris Meier von der Universität Hamburg. Es ist vorgesehen, dass Herr Prof. Wilmans auf der ersten Sitzung des Kuratoriums im Oktober 2013, zum ersten Wissenschaftlichen Direktor des CSSB bestellt wird.

Ziel

Im CSSB werden Biologen, Chemiker, Mediziner, Physiker und Ingenieure zusammenarbeiten, um die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten zu untersuchen und Angriffspunkte für neue Wirkstoffe, Anti-Infektiva und Impfstoffe zu finden. Ziel des CSSB ist es, möglichst umfassend und detailliert die diversen molekularen Wechselwirkungen innerhalb lebender Zellen zu verstehen. Dies erfordert die systematische Analyse der molekularen Bausteine, der Architektur und der Regulation biologischer Systeme. Das CSSB soll die Ende 2009 am DESY neu in Betrieb genommene Strahlungsquelle PETRA-III als hochmoderne Röntgenlichtquelle nutzen. Sie ermöglicht es, Untersuchungen mit einer besonders hohen Auflösung durchzuführen. Gleichzeitig eröffnen der ebenfalls am DESY angesiedelte Freie-Elektronen Laser FLASH und der noch im Bau befindliche Röntgenlaser European XFEL erstmals die Möglichkeit, dynamische biologische Prozesse sehr detailliert in ihrem Verlauf zu beobachten.

Das CSSB hat neun Partner:

Das geplante CSSB-Forschungsgebäude soll in unmittelbarer Nähe zur PETRA III-Messhalle auf dem DESY-Campus entstehen und die Arbeitsgruppen aller am CSSB beteiligten universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Niedersachsen unter einem Dach vereinen. Dafür investieren der Bund, Hamburg und Niedersachsen in den Jahren 2010 bis 2016 insgesamt bis zu 50 Millionen Euro. Davon werden 73 Prozent vom BMBF zur Verfügung gestellt, 17 Prozent von der Freien Hansestadt und Hamburg und 10 Prozent durch das Land Niedersachsen.

Kennzahlen zum Forschungsneubau:

  • Bruttogeschossfläche 13.476 m2 vom Untergeschoss bis zum dritten Obergeschoss
  • Nettogeschossfläche 11.042 m2
  • Laborfläche 2.770 m2 in Standard-Sicherheitsstufe 2 (S 2) und 111 m2 in Standard-Sicherheitsstufe 3 (S 3) 
  • Raum für vier Kryo-Elektronenmikroskope 
  • Isotopenlabor (Radioaktivlabor) 
  • weitere Core-Facilities in Planung
  • Bürofläche 1.941 m2
  • Hörsaal 150 Plätze 
  • drei Seminarräume 
  • Geplant: 182 Arbeitsplätze für Wissenschaftler und Laboranten, davon 126 für die neun Partner und 56 für Gäste ("Forschungshotel")
  • Erster Gast im "Forschungshotel" (assoziierter Partner): Karolinska-Institut, Schweden

Vision und Philosophie des Neubaus

Die Konstruktion und das Design sollen Kommunikation als zentrales Element der wissenschaftlichen interdisziplinären Zusammenarbeit fördern. Die Gebäudeaufteilung soll größtmögliche Flexibilität in der Labor- und Büroflächengestaltung ermöglichen, um sich stets den aktuellen Anforderungen der Wissenschaft und den CSSB-Gruppen anpassen zu können und um attraktiv für Gäste im "Forschungshotel" zu bleiben. Die Aufteilung soll allen Nutzern des Gebäudes eine effiziente Nutzung der eigenen wie auch der zentralen "Core Facilities" ermöglichen. Ein direkter Zugang zu den PETRA III-Beamlines soll gewährleistet werden.

Erwartungen an das CSSB

Vom CSSB werden wichtige Impulse für die Forschungsarbeit der neuen Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung erwartet, insbesondere in der Infektionsforschung. Nach Fertigstellung wird das CSSB auch ausländischen Forscherinnen und Forschern, wie z.B. dem assoziierten Partner dem Karolinska-Institut in Schweden, offenstehen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung internationaler Kooperationen leisten.

Zusatzinformationen

 

© 2014 Bundesministerium für Bildung und Forschung