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Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB)

Biologen, Chemiker, Mediziner, Physiker und Ingenieure in Norddeutschland gehen in Zukunft gemeinsam auf die Jagd nach Krankheitserregern: Auf dem DESY-Campus in Hamburg entsteht das Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB), ein fächerübergreifendes Zentrum mit Partnern verschiedener Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Niedersachsen. Ihr gemeinsames Ziel: den Angriffen von Krankheitserregern atomgenau auf die Spur zu kommen.

Historie und Ausblick

Der Bund, Hamburg und Niedersachsen haben am 07. Januar 2011 die Errichtung des Zentrums für strukturelle Systembiologie (CSSB) auf dem Campus des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg durch Unterzeichnung eines Bund-Länder-Abkommens vereinbart. Der Spatenstich für den Forschungsneubau des CSSB erfolgte in Anwesenheit von Frau Bundesministerin Johanna Wanka am 04. September 2013. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 29. August 2014 statt. Das Gebäude soll im Verlauf des Jahres 2016 bezugsfertig sein. Vom CSSB werden wichtige Impulse für die Infektionsforschung ausgehen. Nach Fertigstellung wird das CSSB auch ausländischen Forscherinnen und Forschern, offenstehen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung internationaler Kooperationen leisten.

Frontansicht des geplanten Zentrums für Strukturelle Systembiologie (CSSB). ©hammeskrause architekten

Ziel

Im CSSB werden Biologen, Chemiker, Mediziner, Physiker und Ingenieure zusammenarbeiten, um die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten zu untersuchen und Angriffspunkte für neue Medikamente gegen Infektionen zu finden. Ziel des CSSB ist es, möglichst umfassend und detailliert die diversen molekularen Wechselwirkungen innerhalb lebender Zellen zu verstehen. Beispielsweise gilt es zu untersuchen, wie es ein Malaria-Virus schafft in eine menschliche Zelle einzudringen und sich dort zu vermehren. Dies erfordert aber die systematische Analyse der molekularen Bausteine, der Architektur und der Abläufe der dahinter stehenden biologischen Systeme. Das CSSB soll die Ende 2009 am DESY neu in Betrieb genommene Strahlungsquelle PETRA-III als hochmoderne Röntgenlichtquelle nutzen. Sie ermöglicht es, Untersuchungen mit einer besonders hohen Auflösung durchzuführen und so die Aktivitäten von Viren, Bakterien und Pilzen bis auf molekulare und sogar atomare Ebene nachzuvollziehen. Gleichzeitig eröffnen der ebenfalls am DESY angesiedelte Freie-Elektronen Laser FLASH und der noch im Bau befindliche Röntgenlaser European XFEL erstmals die Möglichkeit, dynamische biologische Prozesse sehr detailliert in ihrem zeitlichen Verlauf zu beobachten. So kann beispielsweise sowohl räumlich wie auch zeitlich erfasst werden, wie sich bestimmte Eiweißmoleküle verändern, wenn eine Infektion entsteht bzw. abläuft.

Das CSSB hat neun Partner:

  • Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin (BNI) (Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft)
  • Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)
  • European Molecular Biology Laboratory (EMBL) (Internationale Organisation mit Völkerrechtsstatus)
  • Forschungszentrum Jülich (FZJ) (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)
  • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
  • Heinrich-Pette-Institut - Leibniz Institut für Experimentelle Virologie (HPI) (Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft)
  • Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig (HZI) (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft) Universität Hamburg (UHH)
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das geplante CSSB-Forschungsgebäude soll in unmittelbarer Nähe zur PETRA III-Messhalle auf dem DESY-Campus entstehen und die Arbeitsgruppen aller am CSSB beteiligten universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Niedersachsen unter einem Dach vereinen. Dafür investieren der Bund, Hamburg und Niedersachsen in den Jahren 2010 bis 2016 insgesamt bis zu 50 Millionen Euro. Davon werden 73 Prozent vom BMBF zur Verfügung gestellt, 17 Prozent von der Freien und Hansestadt Hamburg und 10 Prozent durch das Land Niedersachsen.

 

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