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Beratung und Seminare für Existenzgründer

1. Seminare für Existenzgründer - "Der Weg ins Abenteuer"

Untersuchung

Angehende Gründer können sich in - teils staatlich geförderten - Existenzgründerseminaren auf ihre Selbstständigkeit vorbereiten. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus. Viele Seminare verstellen eher den Blick auf den richtigen Weg, als dem Gründer Hilfestellung zu bieten. Die Abteilung Weiterbildungstests der STIFTUNG WARENTEST hat 23 kurze und sechs längere Seminare im Raum Berlin-Brandenburg getestet und hilft Interessenten, gute Kurse zu finden.

Qualitätskriterien

Gute Seminare orientieren sich an der realen Situation der Teilnehmer und arbeiten beispielhaft an ihren konkreten Gründungsideen. Übungen, Rollenspiele und moderierte Diskussionen sind gute Methoden, um den Bezug zur Praxis herzustellen. Die Teilnehmer sollten nach dem Seminar erkennen können, welche persönlichen Voraussetzungen sie für eine Existenzgründung mitbringen und welche unternehmerischen Kenntnisse sie sich noch aneignen müssen. Außerdem sollten angehende Gründer dann wissen, welche Grundsatzentscheidungen - etwa Gewerbe oder Freiberufler - notwendig sind. Eine Hilfe sind schriftliche Seminarunterlagen, die die wichtigsten Informationen zusammenfassen.

Ergebnisse

Von den 23 Kursen, die zwei bis vier Tage dauerten, zeichneten sich nur fünf durch hohe fachliche Qualität aus. Viele Seminare wurden schlecht bewertet, weil sie einerseits die individuelle Situation der Teilnehmer nicht berücksichtigten und andererseits zu sehr auf Teilaspekte abhoben. Die Qualität der sechs längeren Seminare, die zwischen einer und mehreren Wochen dauerten, war tendenziell besser. Gründungsideen wurden verfeinert und Gründungsunterlagen vorbereitet. Aber auch hier ließen manche Dozenten trotz reichlich Zeit die individuelle Situation der Teilnehmer außer Acht.

Verbrauchertipps

Bei der Auswahl eines Seminars können Interessierte sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Das Seminar sollte mindestens drei Tage (20 Stunden) dauern und
  • nicht mehr als 15 Teilnehmer haben.
  • Erfragen Sie vorher die Themen und die fachliche Qualifikation der Dozenten und wie das Unterrichtsmaterial aussieht, das die Teilnehmer erhalten.

Anschließend an das Seminar sollten Existenzgründer eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen. Dabei geht es darum, die Geschäftsidee und die Umsetzung der einzelnen Punkte zu überprüfen. Solche Beratungen bieten zum Beispiel Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder spezielle Beratungsstellen wie Frauen- und Technologiezentren an.

Detaillierte Test-Ergebnisse und einen Qualitäts-Leitfaden für Existenzgründerseminare zum Herunterladen finden Sie allgemein [hier].

 

2. Beratung für Existenzgründer - "Weichenstellung"

Untersuchung

Guter Rat muss nicht teuer sein, denn viele Beratungen für Existenzgründer werden staatlich gefördert. Eine schlechte Beratung wiederum kann Existenzgründer teuer zu stehen kommen. Die STIFTUNG WARENTEST hat erstmals Einstiegsberatungen für Existenzgründer getestet. Dafür hat die Abteilung Weiterbildungstests neun Geschäftsmodelle entwickelt, die Testpersonen aus der jeweiligen Branche über 100 Mal vorlegten, zum Beispiel bei Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Beratungsstellen für Frauen, Technologiezentren und Unternehmensberatungen.

Qualitätskriterien

In einer guten Existenzgründerberatung, die der Gründer im Anschluss an ein Existenzgründerseminar besuchen sollte, wird die konkrete Geschäftsidee des Gründers kritisch auf Risiken und Chancen überprüft und weiterentwickelt. Der Berater sollte sich in das individuelle Konzept hineindenken, die Schwachpunkte erkennen und gezielt ansprechen. Der angehende Unternehmer läuft sonst Gefahr, die Weichen falsch zu stellen. Um die Beratungsqualität zu überprüfen, wurden gezielt kritische Punkte in die Grobkonzepte eingebaut. Die hätten die Berater erkennen und ansprechen müssen.

Ergebnisse

Die Tester waren oft schlecht beraten. Nur wenige Berater machten sich die Mühe, das von den Gründern erarbeitete Grobkonzept vorab überhaupt zu lesen. Demzufolge fand die Beratung oft nach Schema F statt und war wenig an den konkreten Gründungsvorhaben orientiert. Die persönlichen Voraussetzungen und das soziale Umfeld des Gründers wurden kaum thematisiert. Je fremder ihnen das Geschäftsmodell vorkam, desto schwächer, oberflächlicher und respektloser war die Beratung. Nur wenige Gespräche boten umfassende Informationen und Orientierungshilfen.

Verbrauchertipps

Künftige Gründer sollten mit genauen Vorstellungen zur Umsetzung ihrer Geschäftsidee in die Existenzgründerberatung gehen und schon bei der Terminabsprache den konkreten Beratungsbedarf formulieren. Am besten ist es, mehrere Berater bei verschieden Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Das ist möglich, weil Erstberatungen in der Regel kostenlos sind. Gründer müssen sich auf das Gespräch - das mindestens eine Stunde dauern sollte - gut vorbereiten. In dieser Zeit sollte es dem Berater möglich sein, Schwachpunkte aufzudecken und wertvolle Anregungen für die weitere Gründung zu geben.

Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie [hier].
 

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