18.03.2013
Mit Bildungsbündnissen gegen Bildungsarmut
Der Zugang zu guter Bildung ist ein entscheidender Schlüsselfaktor für die Stellung unseres Landes im globalen Wettbewerb, den Wohlstand seiner Bürger und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Deshalb ist die Bekämpfung von Bildungsarmut eine der großen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. In Deutschland wachsen fast vier Millionen Kinder unter 18 Jahren, also mehr als ein Viertel dieser Altersgruppe, in mindestens einer sozialen, finanziellen oder kulturellen Risikolage auf, die ihre Bildungschancen schmälert. Um benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein gutes Rüstzeug mit auf ihren Bildungsweg zu geben, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ab 2013 deutschlandweit außerschuliche "Bündnisse für Bildung".
Lokale Bündnisse für Bildung ausgewählt
163 bundesweit tätige Verbände und Initiativen der außerschulischen Bildung haben sich bei "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" um Fördermittel beworben. Am 20. September 2012 wurden in Berlin die 35 Gewinner bekannt gegeben. Sie erhalten in den kommenden fünf Jahren insgesamt bis zu 230 Millionen Euro. Hiermit können sie außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung finanzieren, die sie mit mindestens zwei weiteren Kooperationspartnern in lokalen Bündnissen für Bildung anbieten.
Eine Vorstellung der Verbands- und Initiativkonzepte, die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen fördern, finden Sie hier
Junge Menschen stark machen

Im Rahmen der Förderrichtlinie "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" fördert das BMBF außerschulische Angebote vor allem aus dem kulturellen Bereich.
Denn die Erfahrung zeigt: Außerschulische Angebote leisten einen besonders wertvollen und nachhaltigen Beitrag zur Bildung und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Durch die Mitarbeit in Gruppen und Vereinen, bei Ferienfreizeiten oder im Austausch mit ehrenamtlich engagierten Paten und Mentoren erleben Kinder und Jugendliche, wie sich durch Ausdauer und Teamgeist Ziele erreichen lassen und wie der eigene Horizont sich weitet, wenn man sich einer Aufgabe stellt und Verantwortung übernimmt. Außerschulische Bildungsmaßnahmen können jungen Menschen eine Perspektive geben, ihr Selbstbewusstsein stärken, ihnen Anerkennung vermitteln und sie dazu ermutigen, ihr eigenes Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Angebote der kulturellen Bildung können dazu einen herausragenden Beitrag leisten. Kreativität, Teamgeist, Anstrengung und die beglückende Erfahrung, "Ich kann etwas!" liegen bei Kunst und Musik, Theater und Tanz besonders nah beieinander. Kulturelle Bildung spricht Kinder und Jugendliche auf ganz unterschiedlichen Ebenen an: Sie lernen hier, ein Werk selbst zu gestalten, eine Aufgabe zum Erfolg zu führen und auch Rückschläge zu verkraften. Sie lernen zuzuhören und genau hinzuschauen. Und sie lernen, eine eigene Sprache zu entwickeln. Das sind Fähigkeiten und Grundhaltungen, die über den musisch-kulturellen Bereich hinaus von enormer Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und für ein "gelingendes Leben" als Individuum und in der Gemeinschaft sind. Auch Angebote aus dem Bereich Sport und Bewegung können eine ähnlich prägende Wirkung für die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen entfalten.
Förderdauer und Fördersumme
Die Förderung beginnt 2013 und erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. 2013 stellt das BMBF dafür 30 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Folgejahre ist eine Steigerung auf bis zu 50 Millionen Euro geplant. Insgesamt werden in den kommenden Jahren 230 Millionen Euro bereit gestellt.
Gesellschaftliche Mitverantwortung für Kinder und Jugendliche
Mit der Förderung von Bildungsbündnissen insbesondere im kulturellen Bereich verfolgt das BMBF ein dreifaches Ziel:
Zentral ist die Eröffnung neuer Bildungschancen - insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche, die durch die Bündnisse neue Herausforderungen erleben und in Kontakt zu Vorbildern kommen.
Zugleich sollen die Bildungsbündnisse eine breite Bürgerbewegung für gute Bildung anstoßen und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Zukunft der jungen Generation schärfen.

Und schließlich geht es auch darum, eine tragfähige Vernetzung unterschiedlicher Bildungsakteure innerhalb von Kommunen oder Kreisen zu unterstützen, wie dies schon im BMBF-Programm
"Lernen vor Ort" angelegt ist. Ein lokales Bündnis für Bildung soll daher aus wenigstens drei Kooperationspartnern bestehen, die sich aus unterschiedlicher Perspektive um junge Menschen kümmern. Dies können beispielsweise Volkshochschulen, Bibliotheken, Chöre, Musik- und Theatergruppen oder auch andere Vereine sein.
Die Förderung der lokalen Bündnisse für Bildung erfolgt über bundesweite Verbände und Initiativen, die sich bis zum 31. Juli 2012 mit Konzepten um eine Beteiligung an dem Förderprogramm bewerben konnten.
Weitere Informationen über das Förderprogramm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" finden Sie unter
www.buendnisse-fuer-bildung.de
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Gute Bildung für jedes Kind - das ist nicht allein Aufgabe für den Staat und die Schulen, sondern für die ganze Gesellschaft! Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Allianz für Bildung ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss von 29 Verbänden, Initiativen und Stiftungen.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/15799.php)
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Für mehr Bildungsgerechtigkeit von Anfang an: Mit dem Programm "Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" legen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Stiftung Lesen die deutschlandweit größte Initiative zur Leseförderung auf.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/16093.php)
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Das Verhindern von Schulabbrüchen und die Verbesserung der Übergänge von der Schule in die duale Berufsausbildung sind das Ziel der Bildungsketten-Initiative des BMBF. Eine präventive Förderung und eine Berufsorientierung, die bereits in der Schulzeit ansetzen stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung: Förderbedürftige Jugendliche werden auf Ihrem Weg bis zum Ausbildungsabschluss begleitet.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/14737.php)
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Zwei Jahre nach Unterzeichnung des neuen Ausbildungspaktes kann eine positive Bilanz der Paktaktivitäten gezogen werden: In den Jahren 2011 und 2012 waren die Ausbildungschancen für viele junge Menschen gut. Die Wirtschaft hat ihre Zusagen, jährlich 60.000 neue Ausbildungsplätze und 30.000 neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen, weit übertroffen. So wurden 2011 insgesamt 71.300 neue Ausbildungsplätze eingeworben, 2012 waren es 69.100. Bei den neuen Ausbildungsbetrieben liegen die Zahlen ebenfalls deutlich über den Zusagen. 2011 konnten 43.600 neue Betriebe für Ausbildung gewonnen werden, 2012 waren es 41.660.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2295.php)
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Seit 2006 unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit "JOBSTARTER - Für die Zukunft ausbilden" Innovationen und Strukturentwicklung in der beruflichen Bildung. Das Programm ist so konzipiert, dass es mit wechselnden Förderschwerpunkten aktuelle Entwicklungen aktiv aufgreift. Über 280 innovative Projekte werden bisher gefördert. Sie schaffen zusätzliche Ausbildungsplätze in den Regionen und unterstützen mit zahlreichen Maßnahmen ausbildungsunerfahrene oder -müde Betriebe. Die Bilanz: Bisher konnten die JOBSTARTER-Projekte rund 62.600 Ausbildungsplätze akquirieren und 43.400 Jugendliche in Ausbildung vermitteln (Stand Januar 2013).
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2313.php)
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In Deutschland gibt es rund 700.000 Selbstständige mit Migrationshintergrund (Mikrozensus 2011), die weit über zwei Millionen Menschen beschäftigen. Diese tragen mit ihren Betrieben nicht nur zum Bruttoinlandsprodukt bei, sondern auch zur Vielfalt des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Jenseits der klassischen Branchen wie Einzelhandel und Gastronomie sind selbständige Migrantinnen und Migranten in über 90 verschiedenen Wirtschaftszweigen tätig, darunter viele mit hohem Wachstums- und Innovationspotenzial.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2626.php)
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VerA steht für "Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen" und ist ein Angebot an alle, die in der Ausbildung auf Schwierigkeiten stoßen. Der Senior Experten Service (SES) stellt diesen Jugendlichen berufs- und lebenserfahrene Senior Expertinnen und Experten als Vertrauenspersonen zur Seite. SES-Ausbildungsbegleiter helfen unabhängig, ehrenamtlich und individuell - egal, ob fachliche oder private Probleme drängen, soziale Konflikte schwelen oder eine neue Lehrstelle zu suchen ist.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/14266.php)
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Seit dem 1. April 2012 sind die Möglichkeiten zur Anerkennung von im Ausland erworbener Berufsqualifikationen erheblich besser geworden. Das Anerkennungsgesetz des Bundes schafft erstmalig einen allgemeinen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit eines ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Referenzberuf. Die Erfahrungen nach einem Jahr zeigen, dass das Gesetz ein Erfolg ist.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/15644.php)
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"Lernen vor Ort" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit deutschen Stiftungen. Seit September 2009 arbeiten Bildungsverantwortliche in Landkreisen und kreisfreien Städten im Rahmen des Programms "Lernen vor Ort" daran, ein integriertes datengestütztes Bildungsmanagement auf kommunaler Ebene zu etablieren. Ein übergeordnetes Ziel ist es, organisierte Verantwortungsgemeinschaften aus kommunalen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteuren vor Ort zu etablieren, um erfolgreiche Bildungswege für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Unterstützt werden die Kommunen von mehr als 180 Stiftungen, die in Grundpatenschaften vor Ort und in bundesweiten Themenpatenschaften ihre Expertise in das Programm einbringen.
mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/13536.php)
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Mit dem am 27.10.2010 verkündeten 23. Gesetz zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes hat die Bundesregierung spürbare Leistungs- und Strukturverbesserungen für das BAföG erreicht und dieses als wesentliches Element eines Dreiklangs bedarfsgerechter Angebote der individuellen Bildungsfinanzierung aus BAföG, Bildungsdarlehen und Stipendien nachhaltig gesichert und weiterentwickelt.
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