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Dariga Kordic

Dariga Kordic; Kfz-Elektrikerin; Bachelor of Engineering, Elektronik und Informationstechnik an der Hochschule Heilbronn

Dariga KordicAls Frau hat sich Dariga Kordic eine eher untypische Berufssparte ausgesucht: Die gelernte Kfz-Elektrikerin studiert Elektronik und Informationstechnik an der Hochschule Heilbronn. Das, so sagt sie, war schon immer ihr Traum. "Der Wunsch, mehr zu wissen, kommt bei mir von ganz tief innen", meint die 30-jährige aus dem baden-württembergischen Lauffen.

Dass sie einmal so weit kommen würde, war keineswegs selbstverständlich. Denn als die gebürtige Thailänderin mit 16 Jahren nach Deutschland kam, wurde sie zunächst auf die Hauptschule verwiesen, weil sie kaum Deutsch sprach. Dass sie in Thailand das Gymnasium besucht hatte, spielte dabei keine Rolle. "Sie haben nicht nach meinem Wissen gefragt, sondern nur nach meinen Deutschkenntnissen", sagt Dariga Kordic. Sie ließ sich aber nicht entmutigen. Nach der Hauptschule, die sie als Zweitbeste ihrer Klasse abschloss, nahm sie ein Jahr an einem Berufsvorbereitungsjahr teil, vor allem um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Anschließend wollte sie eigentlich zwei Jahre den technischen Zweig einer Berufsfachschule besuchen, aber schon nach einem Jahr bot ihr Audi in Neckarsulm einen Ausbildungsplatz an. Der Rektor der Schule riet ihr, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Den Realschulabschluss könne sie immer noch nachholen.

Dariga Kordic ließ sich überzeugen. Neben ihrer Ausbildung holte sie auf der Abendschule den Mittleren Schulabschluss nach. Und weil sie sich schon einmal ans Lernen nebenher gewöhnt hatte und mit ihren beruflichen Plänen noch längst nicht am Ende war, besuchte sie anschließend das Abendgymnasium. Das Fachabitur, das sie hier erwarb, ermöglichte ihr später den Zugang zum Studium.

Währenddessen hatte sie sich bei dem PKW-Hersteller bereits zur Entwicklungsfachkraft hochgearbeitet und testete die Software neuer, noch nicht im Handel befindlicher Fahrzeuge. "Das hat mir viel Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt: Ich kann die Fehler nicht selber beheben, sondern nur an die Softwareentwickler melden. Es reizte mich einfach, das auch selbst reparieren zu können."

Damit stand ihr Entschluss für das Studium fest. Sie erfuhr von der Möglichkeit, über die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), die im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Weiterbildungs- und Aufstiegsstipendien betreut, Unterstützung zu beantragen. Beim Bewerbungsgespräch, so meint sie, habe sie vor allem mit ihrem großen Ehrgeiz begeistert.

Dieser Ehrgeiz führte zu der Entscheidung, ein Vollzeitstudium und kein berufsbegleitendes Fernstudium aufzunehmen. "Ich befürchtete, dass ich dann beides nicht richtig machen kann - die Arbeit und das Studium", sagt Dariga Kordic. Ihre Familie unterstützte sie bei dieser Entscheidung, mehr noch: Ihr Mann entschloss sich zeitgleich zu dem gleichen Studium.

Der Wechsel aus der Arbeitswelt ins Studium stellt Dariga Kordic vor neue Herausforderungen. "Das hohe Tempo und die vielen verschiedenen Themen sind eine neue Welt für mich", sagt sie. "Aber der Weg ist der richtige. Ich habe ein gutes Gefühl."


 

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