Jürgen Meschenmoser

Maschinenschlosser, staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Maschinenbau; Mechatronik Diplom, Wilhelm Büchner Hochschule

Jürgen MeschenmoserNeugier, Spaß und Engagement, aber vor allem Disziplin seien notwendig, um dahin zu kommen, wo er sich jetzt beruflich befindet, meint Jürgen Meschenmoser. Der 43-jährige aus dem baden-württembergischen Eriskirch studiert in einem berufsbegleitenden Fernstudium Mechatronik und meint: "Bis jetzt haben mich diese Eigenschaften zum Glück noch nicht verlassen. Früher war ich allerdings eher faul", sagt der gelernte Maschinenschlosser über sich selbst.

Dass das nichts mit mangelnder Motivation, sondern eher mit Unterforderung zu tun hatte, entdeckte er erst im Laufe seines Berufslebens. Zunächst besuchte er eine Hauptschule; seine Eltern fanden, das sei doch eine solide Ausbildung, die durchaus Aussicht auf einen Arbeitsplatz biete. Jürgen Meschenmoser sah das anders und überredete sie, ihn noch zwei Jahre auf einer Berufsfachschule gehen zu lassen, um den Realschulabschluss nachzuholen. Als dieser bestanden war, fand Meschenmoser tatsächlich sofort einen Ausbildungsplatz. Wegen seiner Fachschulreife und besonders guter Leistungen dauerte seine Ausbildung statt der üblichen dreieinhalb allerdings nur zwei Jahre.
Nachdem Jürgen Meschenmoser drei Jahre am Band Getriebe montiert und dann seinen Wehrdienst absolviert hatte, dachte er das erste Mal über ein Studium nach. Seine Eltern sahen sich nicht in der Lage, diesen Wunsch zu unterstützen, das Geld reiche dafür nicht, sagten sie. Also beschloss Jürgen Meschenmoser, neben seiner Arbeit die Abendschule zu besuchen. 1996 schloss er sie als staatlich geprüfter Techniker ab.

Inzwischen arbeitete er längst nicht mehr am Band, sondern war über die Arbeit als Detail- und Entwicklungskonstrukteur bei einem Hersteller für Schiffsgetriebe auf einer Stelle als Forschungs- und Entwicklungsingenieur gelandet, ohne tatsächlich eine entsprechende Ausbildung zu haben. Das soll sich jetzt ändern. Nicht nur aus beruflichen Gründen ist Jürgen Meschenmoser das Studium wichtig: "Ich brauche das für meinen Kopf. Ich will einfach immer etwas dazulernen", sagt er. Zum Glück unterstütze ihn sein Vorgesetzter sehr. "Er sagt: ,Das Studium tut Ihnen und auch der Firma gut.'"

Weil Meschenmoser inzwischen auch Familie hat und Alleinverdiener ist, fiel die Entscheidung für ein Studium nicht leicht. Das Stipendium mache alles einfacher, sagt er, denn immerhin müsse er für Unterlagen und die Reisen zu den Präsenzveranstaltungen der Hochschule rund 400 Euro im Monat aufbringen. Seine Frau und seine Kinder akzeptieren, dass er abends mehr am Schreibtisch als im Wohnzimmer sitzt. Dass sie ihn bei seinem Vorhaben unterstützen, rechnet er ihnen hoch an. "Ohne ihren Rückhalt würde ich das nicht durchstehen." So aber habe er die Möglichkeit sich um das zu kümmern, was ihm wichtig sei. "Ich stehe hundertprozentig hinter dem, was ich tue. Das hat mich so weit gebracht."