Wissenschaft
Internationale Studierende stehen in einer Gruppe zusammen und lachen miteinander

Internationale Mobilität von Studierenden

Neue Rekordzahlen bestätigen den Erfolg der Bologna-Reformen: Zum ersten Mal studierten 2011 an deutschen Hochschulen mehr als eine viertel Million ausländische Studierende. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr deutsche Studierende für ein Auslandsstudium: 2009 waren 115.500 deutsche Studierende an einer Hochschule im Ausland eingeschrieben: Diese und weitere Zahlen zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland und zum diesjährigen Schwerpunktthema "Chinesische Studierende an deutschen Hochschulen" sind in dem neu erschienen Datenreport "Wissenschaft weltoffen 2012" von DAAD und HIS enthalten.

Durch Auslandsaufenthalte während des Studiums können angehende Akademiker zusätzliche Kompetenzen erwerben und ihre Persönlichkeit entwickeln. Internationale Erfahrungen werden zudem immer wichtiger in der Wissenschaft und im Arbeitsleben. Das BMBF hat sich daher zum Ziel gesetzt, dass mindestens 50% der Studierenden zum Studium, einem Studienbezogenen Praktikum oder Sprachkurs ins Ausland gehen sollen; mindestens 20% der deutschen Studierenden sollen ein Semester ihres Studiums oder mehr im Ausland absolvieren. Das Bundesministerium fördert die Mobilität über den Deutschen Akademischen Austauschdienst, weitere Mittlerorganisationen sowie durch BAföG-Leistungen.

Anerkennung der Studienleistung

Im Kontext des Bologna-Prozesses wurden verschiedene Instrumente eingeführt, um Studienleistungen transparenter darzustellen und ihre Bewertung zu erleichtern. Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer System (ECTS) sind ein quantitatives Maß für die Gesamtbelastung  des Studierenden durch die für den erfolgreichen Abschluss des Studiums erforderlichen Studien- und Prüfungsleistungen.

Seit 2005 haben alle Studierenden ohne besonderen Antrag und kostenlos einen Anspruch auf das Diploma Supplement. Dieses enthält einheitliche Angaben zur Beschreibung von Hochschulabschlüssen und damit verbundenen Qualifikationen. Das Diploma Supplement wird den offiziellen Dokumenten über Hochschulabschlüsse als ergänzende Information beigefügt.

Mit der Ratifizierung der Lissabon-Konvention (http://conventions.coe.int/Treaty/EN/Treaties/Html/165.htm) (Übereinkommen von Europarat und UNESCO über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region) erfüllt Deutschland eine wichtige Forderung des Bologna-Prozesses in Bezug auf die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland. Das Übereinkommen hat zum Ziel, die Anerkennung des in einem Vertragsstaat erlangten Abschlusses in einem anderen Vertragsstaat zu erleichtern.

Finanzielle Förderung

Auch die finanzielle Förderung trägt zur Mobilität der Studierenden bei. Mit der Novellierung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) (http://www.das-neue-bafoeg.de/) ist seit dem 1.1.2008 innerhalb der EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz das gesamte Studium einschließlich Studienabschluss förderungsfähig. Außerhalb der EU können Studienaufenthalte im Rahmen einer ansonsten in Deutschland durchgeführten Ausbildung bis zu einem Jahr, ggf. auch bis zu fünf Semestern, gefördert werden. Zudem können weitere Zuschläge (http://www.das-neue-bafoeg.de/de/384.php) gewährt werden. Mittlerorganisation wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die ERASMUS-Programme vergeben darüber hinaus Stipendien für Studien (-aufenthalte) im Ausland, die durch Hochschulkooperationen und Programme, die zu Doppelabschlüssen in Deutschland und einem Partnerland führen (Joint Degrees), weiter an Attraktivität gewinnen.

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(URL: http://www.bmbf.de/en/15945.php)