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Wissenschaft
ein Student sitzt vor einer Mauer mit einer Weltkugel in der Hand

Ausländische Studierende - ein Gewinn für Deutschland

Nach einer Studie sagten 61 Prozent der ausländischen Studierenden im Sommersemester 2012, Deutschland sei ihre erste Wahl gewesen, 2009 waren es nur 47 Prozent. Auffällig ist, dass die ausländischen Studierenden die Unterstützungsangebote immer mehr wertschätzen. Am stärksten gestiegen ist der Anteil der Zufriedenen bei den Informationen zum Aufenthaltsrecht und bei der Hilfe im Umgang mit Behörden, so der Bericht "Ausländische Studierende in Deutschland 2012".

Dabei wird deutlich, dass ausländische Studentinnen und Studenten in jeder Hinsicht eine Bereicherung sind für die deutschen Hochschulen und für das ganze Land. So bestätigt eine andere Studie, dass es sich auszahlt, junge Leute aus aller Welt zu gewinnen und nach ihrem Abschluss in Deutschland zu halten. Nach dieser Studie, die mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) von der Prognos AG erstellt wurde, haben im Jahr 2011 die aus dem Ausland kommenden Studierenden in Deutschland Konsumausgaben von 1,531 Milliarden Euro getätigt. Diese Konsumausgaben führten zu Steuereinnahmen in Höhe von 400 Millionen Euro in den öffentlichen Haushalten, das entspricht 2.500 Euro pro Studierendem.

Auch nach dem Studium sind positive volkswirtschaftliche Effekte festzustellen, die deutlich höher als die während des Studiums ausgelösten Kosten ausfallen. Die Studie bezieht sich auf die Zahl ausländischer Vollstudierender in einem Master- und Bachelorstudiengang im Jahr 2011/2012, das waren 160.702.

Bund und Länder wollen die Zahl der ausländischen Studierenden erhöhen

Insgesamt studierten im Wintersemester 2012/2013 an deutschen Hochschulen etwa 282.000 ausländische Studierende. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr deutsche Studierende für ein Auslandsstudium: 2011 waren 133.800 deutsche Studierende an einer Hochschule im Ausland eingeschrieben. 

Am 12. April 2013 hatten Bund und Länder eine gemeinsame "Strategie der Wissenschaftsminister/-innen für die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland" beschlossen. Für wichtige Handlungsfelder der Internationalisierung werden darin gemeinsame Zielvorstellungen entwickelt. Ein wesentliches Ziel ist die weitere Steigerung der Studierendenmobilität.

Durch Auslandsaufenthalte während des Studiums können angehende Akademiker zusätzliche Kompetenzen erwerben und ihre Persönlichkeit entwickeln. Internationale Erfahrungen werden zudem immer wichtiger in der Wissenschaft und im Arbeitsleben. Bund und Länder streben an, dass jede zweite Hochschulabsolventin und jeder zweite Hochschulabsolvent studienbezogene Auslandserfahrung gesammelt hat und mindestens jeder dritte einen Auslandsaufenthalt von mindestens drei Monaten und/oder 15 ECTS nachweisen kann. Zurzeit verfügt rund ein Drittel der Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen über studienbezogene Auslandserfahrungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Mobilität über den Deutschen Akademischen Austauschdienst, weitere Mittlerorganisationen sowie durch BAföG-Leistungen.

Anerkennung der Studienleistung

Im Kontext des Bologna-Prozesses wurden verschiedene Instrumente eingeführt, um Studienleistungen transparenter darzustellen und ihre Bewertung zu erleichtern. Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer System (ECTS) sind ein quantitatives Maß für die Gesamtbelastung  des Studierenden durch die für den erfolgreichen Abschluss des Studiums erforderlichen Studien- und Prüfungsleistungen.

Seit 2005 haben alle Studierenden ohne besonderen Antrag und kostenlos einen Anspruch auf das Diploma Supplement. Dieses enthält einheitliche Angaben zur Beschreibung von Hochschulabschlüssen und damit verbundenen Qualifikationen. Das Diploma Supplement wird den offiziellen Dokumenten über Hochschulabschlüsse als ergänzende Information beigefügt.

Mit der Ratifizierung der Lissabon-Konvention (http://conventions.coe.int/Treaty/EN/Treaties/Html/165.htm) (Übereinkommen von Europarat und UNESCO über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region) erfüllt Deutschland eine wichtige Forderung des Bologna-Prozesses in Bezug auf die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland. Das Übereinkommen hat zum Ziel, die Anerkennung des in einem Vertragsstaat erlangten Abschlusses in einem anderen Vertragsstaat zu erleichtern.

Finanzielle Förderung

Auch die finanzielle Förderung trägt zur Mobilität der Studierenden bei. Mit der Novellierung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) (http://www.das-neue-bafoeg.de/) ist seit dem 1.1.2008 innerhalb der EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz das gesamte Studium einschließlich Studienabschluss förderungsfähig. Außerhalb der EU und der Schweiz können Studienaufenthalte im Rahmen einer ansonsten in Deutschland, der übrigen EU oder der Schweiz durchgeführten Ausbildung bis zu einem Jahr, ggf. auch bis zu fünf Semestern, gefördert werden. Zudem können weitere Zuschläge (http://www.das-neue-bafoeg.de/de/384.php) gewährt werden. Mittlerorganisation wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die ERASMUS-Programme vergeben darüber hinaus Stipendien für Studien (-aufenthalte) im Ausland, die durch Hochschulkooperationen und Programme, die zu Doppelabschlüssen in Deutschland und einem Partnerland führen (Joint Degrees), weiter an Attraktivität gewinnen.

Zusatzinformationen

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