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Wissenschaft
ein Student sitzt vor einer Mauer mit einer Weltkugel in der Hand

Deutsche Hochschulen sind weltoffen

Ausländische Studentinnen und Studenten sind in vielfacher Hinsicht eine Bereicherung für die deutschen Hochschulen und für das ganze Land.

Drei lachende Studenten stehen vor einer Infotafel und heben den Daumen hoch. Quelle. Thinkstockphoto / Wavebreakmedia Ltd

Junge Leute aus aller Welt zu gewinnen und nach ihrem Abschluss in Deutschland zu halten, zahlt sich aus. Das bestätigt eine Studie, die mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) von der Prognos AG erstellt wurde. Die ausländischen Studierenden in Deutschland haben im Jahr 2011 insgesamt 1,531 Milliarden Euro für Konsum ausgegeben. Diese Konsumausgaben führten zu Steuereinnahmen in Höhe von 400 Millionen Euro in den öffentlichen Haushalten, das entspricht 2.500 Euro pro Studierendem.

Auch nach dem Studium sind positive volkswirtschaftliche Effekte festzustellen, die deutlich höher als die während des Studiums ausgelösten Kosten ausfallen. Für Deutschland amortisieren sich laut dieser Studie die Kosten der öffentlichen Hand (zur Bereitstellung von Studienplätzen und Stipendien) bereits, wenn 30 Prozent der Absolventen wenigstens fünf Jahre in Deutschland arbeiten. Die Studie bezieht sich auf die Zahl ausländischer Vollstudierender in einem Master- und Bachelorstudiengang im Jahr 2011/2012.

Mehr Mobilität für Studierende

Am 12. April 2013 haben Bund und Länder eine gemeinsame "Strategie der Wissenschaftsminister/-innen für die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland"  beschlossen. Für wichtige Handlungsfelder der Internationalisierung werden darin gemeinsame Zielvorstellungen entwickelt. Ein wesentliches Ziel ist die weitere Steigerung der Studierendenmobilität nach Deutschland und von Deutschland ins Ausland.

Durch Auslandsaufenthalte während des Studiums können angehende Akademikerinnen und Akademiker zusätzliche Kompetenzen erwerben und ihre Persönlichkeit entwickeln. Internationale Erfahrungen werden zudem immer wichtiger auf dem Arbeitsmarkt und in der Wissenschaft. Bund und Länder streben deshalb an, dass jede zweite Hochschulabsolventin und jeder zweite Hochschulabsolvent studienbezogene Auslandserfahrung gesammelt hat und mindestens jeder dritte einen Auslandsaufenthalt von mindestens drei Monaten oder 15 ECTS nachweisen kann. Sie haben sich auch zum Ziel gesetzt, bis 2020 die Zahl der ausländischen Studierenden auf 350.000 zu steigern.

Bereits heute ist die Mobilität gut entwickelt. An deutschen Hochschulen studieren mehr als 300.000 Ausländer. Diese Zahl hat sich seit 1996 verdoppelt. Gleichzeitig studieren immer mehr Deutsche im Ausland mit dem Ziel, dort einen Hochschulabschluss zu erwerben: Knapp 140.000 deutsche Studierende sind an an einer Hochschule im Ausland eingeschrieben – dreimal mehr als zu Beginn der Bologna-Reform. Etwa 30 Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen sammeln Auslandserfahrungen im Rahmen eines Auslandssemesters.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Mobilität über den DAAD, weitere Mittlerorganisationen sowie durch BAföG-Leistungen. Im Fokus stehen insbesondere Hochschulkooperationen, vierjährige Bachelorprogramme mit integrierten Auslandsaufenthalten, Doppelabschlussprogramme und Sprachkurse.

Anerkennung der Studienleistung

Die Anerkennung von Studienleistungen ist ein wichtiger Baustein zur Förderung der Auslandsmobilität. Laut einer Umfrage des DAAD aus dem Jahre 2013 erhielten 69 Prozent der Studierenden, deren Gasthochschule das European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) verwendete, eine vollständige Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen (21 Prozent eine teilweise Anerkennung). 2007 waren es noch 41 Prozent. Der Anteil der Studierenden, deren Leistungen überhaupt keine Anerkennung erfuhren, fiel von 23 Prozent in 2007 auf 10 Prozent in 2013.

Mit der Ratifizierung der Lissabon-Konvention (Übereinkommen von Europarat und UNESCO über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region) wurde in Deutschland ein wichtiger Grundstein für eine verbesserte Anerkennung gelegt. Das Übereinkommen hat zum Ziel, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen, die in anderen Vertragsstaaten erbracht bzw. erworben wurden, zu erleichtern. 2013 hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, die Grundsätze der Konvention auch auf die innerdeutsche Anerkennung (bei Studiengangs- oder Studienortswechsel) anzuwenden.

Seit 2005 haben alle Studierenden einen Anspruch auf das Diploma Supplement. Dieses enthält einheitliche Angaben zur Beschreibung von Hochschulabschlüssen und damit verbundenen Qualifikationen.

Finanzielle Förderung

Auch die finanzielle Förderung trägt zur Mobilität der Studierenden bei. Mit der Novellierung des BAföG ist seit dem 1.1.2008 innerhalb der EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz das gesamte Studium einschließlich Studienabschluss förderungsfähig. Außerhalb der EU und der Schweiz können Studienaufenthalte im Rahmen einer ansonsten in Deutschland, der übrigen EU oder der Schweiz durchgeführten Ausbildung bis zu einem Jahr, gegebenenfalls auch bis zu fünf Semestern, gefördert werden. Zudem können weitere Zuschläge gewährt werden. Mittlerorganisation wie der DAAD und die ERASMUS-Programme vergeben darüber hinaus Stipendien für Studien im Ausland, die durch Hochschulkooperationen und Programme, die zu Doppelabschlüssen in Deutschland und einem Partnerland führen (Joint Degrees), weiter an Attraktivität gewinnen.

Zusatzinformationen

Internationalisierung der Hochschulen

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