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Bildung
Schülerinnen und Schüler sitzen im Kreis um den Schriftzug

Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (BOP)

"Das Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (BOP) bietet den Schülerinnen und Schülern in Klasse 7 eine Potenzialanalyse zur eigenen Kompetenzfeststellung sowie eine zweiwöchige praktische Werkstatterfahrung in mindestens drei Berufsfeldern. Seit April 2008 wurden fast 300 Millionen Euro aus BMBF-Mittel zur Förderung von Berufsorientierungsmaßnahmen für rund 660.000 Schülerinnen und Schüler bewilligt. Für Bundesländer, die eine flächendeckende Einführung von Berufsorientierungsmaßnahmen durch ein Landeskonzept vorbereiten, bietet das BMBF Sondervereinbarungen an."

Ministerin Wanka zeichnet drei Konzepte zum Thema "Gender in der Berufsorientierung" aus

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka eröffnete am 2. Dezember 2013 in Berlin die 3. Jahrestagung des Berufsorientierungsprogramms (BOP) und prämierte drei BOP-Projekte, die als "Beispiele Guter Praxis" aus dem Bereich gendersensible Berufsorientierung ausgewählt wurden.

Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, Berufsorientierung gendersensibel zu gestalten, zeigen die Konzepte, die im Rahmen des diesjährigen Aufrufs zu "Gute-Praxis-Gender" eingereicht wurden. Die Ideen reichen von der Einrichtung einer Medienwerkstatt, in der Schülerinnen und Schüler als Multiplikatoren zum Thema geschlechteruntypisches Berufswahlverhalten Interviews führen und eine Homepage erstellen bis hin zu Workshops und Rollenspielen mit Genderbezug und der Schulung von Lehramtsstudierenden zum Thema Gender.

Unter dem Motto "Vorteil Vielfalt" wurden auf der Tagung unterschiedliche Aspekte der Berufsorientierung beleuchtet und diskutiert. Weitere Informationen zu den Projekten der Preisträger unter www.berufsorientierungsprogramm.de.

Sondervereinbarung mit Nordrhein-Westfalen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Nordrhein-Westfalen beim Ausbau des neuen Übergangssystems unter dem Motto "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW" mit mehr als 9,3 Millionen Euro. In 31 Kommunen können im kommenden Schuljahr 70.000 Schülerinnen und Schüler in NRW Angebote der Berufs- und Studienorientierung wie Potenzialanalysen und dreitägige Berufsfelderkundungen nutzen. Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär Düsseldorf, 20.8.2013: Der Parlamentarische Staatssekretär Rachel bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids. v. l.:Staatssekretär Hecke (MSW), Hans Rath (Vorsitzender der Landesgewerbeförderstelle des Handwerks, LGH NRW), Thomas Rachel MdB, Parl. Staatssekretär (BMBF), Christiane Schönefeld (Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit) und Staatssekretär Dr. Schäffer (MAIS). Foto: MSWim BMBF, überreichte am 20. August 2013 im Schulministerium die entsprechenden Zuwendungsbescheide an Hans Rath, den Vorsitzenden der Landesgewerbeförderstelle des Handwerks (LGH) NRW. Bei der Übergabe waren , Ludwig Hecke und Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretäre in den nordrhein-westfälischen Ministerien für Schule sowie Arbeit, und Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit in NRW, anwesend.

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP)

Bund und Länder hatten zuvor die Bedeutung der Berufsorientierung in der gemeinsamen Dresdner Erklärung zur Qualifizierungsinitiative unterstrichen. Um Jugendliche in Ausbildung zu bringen und dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, startete das BMBF die Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Berufsabschluss". Das Berufsorientierungsprogramm in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (BOP) ist ein wichtiger Bestandteil dieser Initiative.

Am 06.12.2011 wurden die neuen Richtlinien für die Förderungen der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten (Berufsorientierungsprogramm des BMBF - BOP) veröffentlicht, die am 01.01.2012 in Kraft getreten sind. Neben der Einführung eines standardisierten Antragsverfahrens und eines qualitativen Bewertungssystems werden zukünftig länderspezifische und regionale Fragestellungen an Bedeutung gewinnen. Außerdem soll das Orientierungsspektrum der jungen Menschen erweitert werden: Es müssen mindestens fünf Berufsfelder angeboten werden, die sowohl den Block "Produktion/Handwerk/Technik" als auch den Block "Dienstleistung/Wirtschaft/Soziales" abdecken.

Die Verteilung der Mittel auf die Länder erfolgt zukünftig äquivalent zu den Bildungsketten auf der Grundlage der Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss eines Bundeslands. Darüber hinaus wird Wert darauf gelegt, dass das BOP unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten umgesetzt wird.  Das kann z. B. heißen, dass das BOP mit anderen regionalen Maßnahmen verknüpft wird oder Regionen erschlossen werden, die bisher noch nicht mit dem BOP oder vergleichbaren Maßnahmen erreicht wurden. Es kann auch zu Sondervereinbarungen zwischen Bund und Ländern kommen, die eine flächendeckende Einführung von Berufsorientierungsmaßnahmen durch ein Landeskonzept vorbereiten. Dies kann zu einer vorübergehend überproportionalen Förderung von Anträgen eines Landes führen.

Das neue Antragsverfahren sieht vor, dass alle Anträge ab dem 01. Januar bis zum Ablauf des 01. März eines Jahres (aktuell: 2012) über das BOP-Portal beim BIBB gestellt werden.  Bis zum 30. Juni erhalten die Antragssteller eine Auskunft, ob sie für die Förderung vorgesehen sind. Einheitlich ist zukünftig auch der Bewilligungszeitraum. Er umfasst 20 Monate, vom 01.01. eines Jahres bis zum Ablauf des 31.08. des Folgejahres. In der Antragsrunde 2013 heißt das konkret: 01.01.2014 bis 31.08.2015.

Nach Eingang werden alle Anträge einem einheitlichen Auswahlverfahren unterzogen. Zunächst werden sie auf die Erfüllung der Mindeststandards nach den Nummern 2 bis 4 der Richtlinien und ihre Vollständigkeit überprüft. Alle förderfähigen Anträge werden einer qualitativen Bewertung unterzogen. Anhand folgender Kriterien wird eine Rangfolge der förderfähigen Anträge innerhalb eines jeden Bundeslandes erstellt:

  • Eignung des Trägers
  • Regionale Einpassung
  • Schlüssiges Gesamtkonzept
  • Gestaltung der Kooperation mit den Schulen und Eltern
  • Nachhaltigkeit
  • Ausgestaltung der Potenzialanalyse
  • Ausgestaltung der Werkstatttage
  • Qualifikation des Personals

Programmziele:

  • Verbesserung der Berufswahlkompetenz,
  • Verringerung der Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss,
  • Erreichung eines nahtlosen Übergangs von der Schule in eine duale Berufsausbildung,
  • Stärkung der Ausbildungsreife,
  • Verringerung der Ausbildungsabbrüche und
  • Sicherung qualifizierten Fachkräftenachwuchses.

Zielgruppe:

Das Programm richtet sich an alle Jugendliche, die Interesse an einer dualen Ausbildung haben. Dies sind in erster Linie Haupt- und Förderschüler. Wenn sie durch Potenzialanalyse und Werkstatttage ihre Stärken und Fähigkeiten erkennen, hilft dies bei der Erreichung des Schulabschlusses, bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz und verhindert zahlreiche Ausbildungsabbrüche.

Laufzeit:

unbefristet

Wesentlicher Inhalt:

  • 2 - 3 Tage Potenzialanalyse in der 7. Klasse, möglichst außerhalb der Schule, um individuelle Stärken und Interessen zu erkunden. Förderung nur, falls noch nicht anderweitig durchgeführt (z. B. in BW erfolgt dies landesseitig durch Profil-AC in den Schulen).
  • Zwei Wochen in der 8. Klasse in einer Werkstatt einer überbetrieblichen oder vergleichbaren Berufsbildungsstätte.
  • Kennenlernen von mind. 3 Berufsfeldern.
  • Anschließend Erhalt eines Zertifikats zur Dokumentation z. B. im Berufswahlpass.
  • Anwesenheit der Lehrkräfte wird erwartet.
  • Enge Abstimmung und Rückkoppelung der Projektleitung mit Eltern.
  • Angemessene Unterstützung der Länder, Kommunen, Wirtschaft wird erwartet.
  • Den teilnehmenden Jugendlichen wird sichtbar gemacht, dass es wichtig ist, sich mit der eigenen Berufswahl früh zu beschäftigen, um
     
    • zu wissen, woran man Interesse hat und wofür man begabt ist, und dies an einer Werkbank zu erproben,
    • die Notwendigkeit guter Schulbildung, besonders in den Fächern Deutsch und Mathematik, zu erkennen.

Fördervoraussetzungen:

Antragsberechtigt sind

  • juristische Personen des öffentlichen Rechts,
  • juristische Personen des privaten Rechts,

die Träger von Berufsbildungsstätten und geeignet sind, die Ziele dieses Programms umzusetzen. Der Antragsteller und seine Kooperationspartner müssen überbetriebliche Lehrlingsunterweisung anbieten oder über eine entsprechende Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügen. Der Antragsteller kann Aufträge für die Durchführung der Potenzialanalyse erteilen.

Die Maßnahmen der Berufsorientierung müssen für mindestens 50 Jugendliche beantragt werden und für jeden Jugendlichen grundsätzlich eine Potenzialanalyse und Werkstatttage vorsehen.

Zusatzinformationen

Dokumente

Publikationen

  • Praxis erfahren! Das Berufsorientierungsprogramm ID = 1622

    Titelbild der Publikation

    Eine Broschüre für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern

    2013, 26 Seiten
    Bestell-Nr.: 30823

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 754,9 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ratgeber_berufsorientierungsprogramm.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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