
In Deutschland erkranken jedes Jahr zwischen 400.00 und 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen. Die Zahl der Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) ist in den letzten Jahren gestiegen und weitere Steigerungen sind nicht auszuschließen. Zunehmend werden Infektionen mit multiresistenten Erregern auch ambulant erworben. Die Hauptursache für die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen sind die unsachgemäße Verordnung und Anwendung von Antibiotika sowie Mängel in der Hygiene. Infektionen durch multiresistente Keime sind schwierig zu therapieren, verlängern die Behandlungsdauer und zeigen eine erhöhte Sterberate auf.
Um Antibiotika-Resistenzen einzudämmen, ist eine umfassende Betrachtung der Problematik notwendig. Einen Anfang wurde bereits 2008 mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) gemacht, die gemeinsam von dem Bundesministerium für Gesundheit, dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung auf den Weg gebracht worden ist.
Zentrales Ziel ist die Reduzierung und Verminderung der Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen in Deutschland. Mit DART sind Maßnahmen beschrieben, die zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung beitragen sollen. So werden unter anderem regionale, nationale und internationale Kooperationen auch interdisziplinär gefördert und Wissenschaft und Forschung auf diesem Gebiet verstärkt.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung investiert in den Jahren 2008 bis 2014 rund 80 Millionen Euro in die Projektförderung zur Erforschung von Antibiotika-Resistenzen.
Eine Initiative, die vom BMBF fünf Jahre lang mit acht Millionen Euro gefördert wird, ist beispielsweise das HIC@RE-Konzept der Gesundheitsregion Ostseeküste.
Die Gesundheitsregion Ostseeküste gehört mit ihrem HIC@RE- Konzept (Health, Innovative Care and Regional Economy) zu den fünf Gewinnern des BMBF-Wettbewerbs "Gesundheitsregionen der Zukunft". Mit ihrem "Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien" versteht sich die Gesundheitsregion Ostseeküste als Modellregion für Deutschland, wie die Ausbreitung multiresistenter Erreger erfolgreich eingedämmt werden kann. Dem Bündnis gehören 37 regionale und überregionale Partner aus der akademischen Forschung, der Gesundheitswirtschaft und den Krankenkassen an. Gemeinsam soll ein Konzept entwickelt und implementiert werden, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung über die klinische Intervention bis zu gesundheitsökonomischen Evaluation umfasst. Die wissenschaftlichen Projekte sind Anfang dieses Jahres gestartet.
[PDF - 356,0 kB]
Gemeinsamer Zwischenbericht vom Bundesministerium für Gesundheit, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Bundesminserium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/Zwischenbericht_DART.pdf)
(URL: http://www.bmbf.de/de/12547.php)
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(URL: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/einzelansicht.html?tx_rsmpublications_pi1%5Bpublication%5D=149&tx_rsmpublications_pi1%5Baction%5D=show&tx_rsmpublications_pi1%5Bcontroller%5D=Publication&cHash=f98a2a7a001aadcc996650d0f710cb67)
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(URL: http://www.weltgesundheitstag.de/2011index.htm)
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EASAC-Report: European public health and innovation policy for infectious disease: The view from EASAC, Stand April 2011 (URL: http://www.easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC%20Infectious%20Disease%20report%20web%20document.pdf)
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