Forschung

Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie

Als erste Fördermaßnahme der neuen "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" startete im April 2011 die "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie". Strategische Allianzen unter Führung der Wirtschaft sollen das Potenzial der industriellen Biotechnologie für den Klima- und Ressourcenschutz heben. Durch Substitution petrochemischer Produkte durch biotechnologische Verfahren kann der Energieeinsatz verringert werden und auf nachwachsende Rohstoffe umgestellt werden. Das BMBF beabsichtigt, für die "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" bis zu 100 Millionen Euro über fünf bis zehn Jahre bereitzustellen.

Mit der "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" werden Wirtschaft und Wissenschaft aufgerufen, strategische Allianzen entlang von Wertschöpfungsketten zu bilden. Die strategischen Allianzen sollen dabei unter der Führung eines Unternehmens stehen. Ein entscheidender Aspekt einer strategischen Allianz ist die Verknüpfung von Partnern mit einer kohärenten Zielstellung. Die längerfristig angelegte Förderung soll den beteiligten Unternehmen helfen, den notwendigen langen Atem für die erforderlichen Schritte in Forschung und Entwicklung aufzubringen. Im Gegenzug wird erwartet, dass die Unternehmen sich ebenfalls längerfristig und mit substantiellen Eigenbeiträgen engagieren.

Innerhalb einer strategischen Allianz sollen modulartig aufeinander aufbauende Forschungs- und Entwicklungsprojekte definiert und realisiert werden. Ziel der geförderten Projekte soll die Entwicklung innovativer Prozesse oder Produkte für industrielle Anwendungen unter Einsatz biotechnologischer Verfahren sein. Von besonderem Interesse sind industrielle Anwendungen, die mittelfristig durch biotechnologische Verfahren oder Produkte ersetzt werden können ("Biologisierung der Industrie"). Neben Branchen wie der Nahrungsmittel-, Chemie-, Papier- und Pharmaindustrie, in denen biologische Prozesse bereits eingesetzt werden, steht die Förderung grundsätzlich allen Industriezweigen offen.

Jede strategische Allianz sollte eine kritische Masse erreichen - sowohl hinsichtlich der finanziellen Ausstattung als auch der gebündelten Kompetenzen der beteiligten Partner. Die Förderung wird voraussichtlich auf wenige ausgewählte Allianzen konzentriert. Die "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" soll auch zur Bildung ungewöhnlicher Allianzen führen - mit Partnern, die bislang nicht in dieser Form zusammengearbeitet haben.
Die "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" stellt eine bundesweite Ausweitung der vorangegangenen Fördermaßnahme "BioIndustrie2021" [http://www.bmbf.de/de/1121.php] dar, in der regionale Strukturen und Kompetenzen in der industriellen Biotechnologie geschaffen werden konnten. Neben technischen FuE-Vorhaben können auch umsetzungsfördernde Maßnahmen unterstützt werden.

Die Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie ist über mehrere Jahre (2011-2015) für Bewerbungen von strategischen Allianzen offen. Entsprechende Interessenbekundungen sind jeweils bis zum 1. Juni eines Jahres abzugeben, darauf aufbauend können ausführliche Skizzen innerhalb der nächsten 12 Monate eingereicht werden. Weitere Informationen sind in der Förderrichtlinie [http://www.bmbf.de/foerderungen/16331.php] sowie in den Hinweisen für Interessenten [http://www.ptj.de/lw_resource/datapool/_items/item_2452/faqs__innovationsinitiative_2.pdf] zu finden.

Die ersten strategischen Allianzen, die in der "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" zur Förderung ausgewählt wurden, sind auf der ACHEMA im Juni 2012 vorgestellt worden:

  • "Zero Carbon Footprint - Funktionale Biomasse aus kohlenstoffreichen Abfallströmen" (Koordination: RWE Power AG)
  • "Funktionalisierung von Polymeren" (Koordination: evocatal GmbH Düsseldorf)
  • "Natural Life Excellence Network 2020" (Koordination: BRAIN AG Zwingenberg)

Publikationen

  • Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030/ -National Research Strategy BioEconomy 2030 ID = 1231

    Titelbild der Publikation

    Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft (Kurzfassung) / -
    Our Route towards a biobased economy (Short version)

    2010, 16 Seiten

    Download [PDF - 1,63 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie_kurzfassung.pdf)

  • Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 ID = 1233

    Titelbild der Publikation

    Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft

    2010, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30570

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,42 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie.pdf)

  • Weiße Biotechnologie ID = 837

    Titelbild der Publikation

    Chancen für eine bio-basierte Wirtschaft

    2012, 55 Seiten
    Bestell-Nr.: 30256

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,54 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/weisse_biotechnologie.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Forschungszentrum Jülich GmbH

    • Projektträger Jülich (PtJ), Bereich BIO6
    • Dr. Henrike Boermans
    • 52425 Jülich
    • Telefonnummer: 02461 / 61-4859
    • E-Mail-Adresse: h.boermans@fz-juelich.de