Forschung
Lindau Meetings of Nobel Laureates

Mission Education: Die Nobelpreisträger kommen nach Lindau

Seit 1951 treffen sich in Lindau regelmäßig Nobelpreisträger der Chemie, Physik und Medizin oder Physiologie gemeinsam mit mittlerweile jeweils rund 550 exzellenten Nachwuchswissenschaftlern aus aller Welt zu den "Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau". Diese Tagungen haben nicht nur den Auftrag, die wissenschaftliche Elite von morgen zu bilden. Sie sollen auch der interessierten Öffentlichkeit Wissen vermitteln. Und zwar unter dem Motto: "Mission Education". Insel Mainau im BodenseeBodensee©ThinkstockDie Tagungen der Nobelpreisträger zeichnen sich seit ihren Anfängen durch einen weiten thematischen Querschnitt aus. Neben fachspezifischen Fragestellungen standen stets auch wissenschaftliche Grundsatzthemen auf der Lindauer Agenda. Die Diskussion der gesellschaftlichen Relevanz der Forschung ist eng mit den Lindauer Treffen und der Insel Mainau verknüpft, so beispielsweise 1955 mit dem Mainauer Manifest oder mit der Grünen Charta der Mainau aus dem Jahre 1961, die nahezu 10 Jahre vor dem ersten Zusammentreffen des "Club of Rome" ökologische Fragestellungen in den Mittelpunkt stellte. Das Echo von teilnehmenden Laureaten und Studierenden sowie die Medienresonanz auf die zunehmende Interdisziplinarität der Lindauer Tagungen in den vergangenen Jahren sind überaus positiv. Die Bestrebung der letzten Jahre, an den Grenzen des jeweiligen Fachgebiets auch Preisträger anderer Disziplinen einzuladen, wird mit der Einladung von ausgewählten Chemie-Preisträgern zur Physik-Tagung konsequent fortgesetzt.

 

Bis zum Jahr 2000 waren die Lindauer Tagungen eine Veranstaltung für deutsche Nachwuchswissenschaftler, mit bis zu hundert internationalen Gästen ohne eigenes Zulassungsverfahren. Dank der Initiative von Bundespräsident Roman Herzog gibt es seit 2000 eine Neuausrichtung: Es entsteht ein Dialog der Kulturen und Nationen, ein Dialog der Generationen zwischen den Koryphäen ihres Faches und den vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftlern und nicht zuletzt ein Dialog der Disziplinen zwischen Wissenschaftlern mit einer zunehmend interdisziplinären Ausrichtung. Dies wurde ermöglicht durch die Etablierung eines internationalen, ausschließlich auf Qualifikation ausgerichteten internationalen Nominations- und Selektionsverfahrens. Waren im Jahr 2000 Teilnehmer aus 20 Ländern präsent, so hat sich diese Zahl auf 54 (2005), bzw. 65 (2012) erhöht.

Mit Unterstützung des BMBF konnten qualitative Verbesserungen der Tagung im Hinblick auf den Ausbau internationaler Beziehungen und die Verbesserung des wissenschaftlichen Standards erreicht werden. Somit haben die Lindauer Nobelpreisträgertagungen in den letzten Jahren kontinuierlich an wissenschaftlicher Bedeutung sowie nationaler und internationaler Sichtbarkeit gewonnen.

Die Lindauer Tagungen passen nicht in ein Standardschema internationaler Wissenschaftstagungen: Sie haben einen einzigartigen Charakter des Dialogs jenseits jeglichen "Profilierungszwangs" - deshalb spielen auch die Veranstaltungen des Rahmenprogramms mit ihren zahlreichen Möglichkeiten zum informellen Austausch eine große Rolle.

Mehr als hundert Journalisten akkreditieren sich inzwischen für die Tagungen. Die Berichterstattung umfasst dabei auch von Nobelpreisträgern verfasste Artikel, die auf hohe Aufmerksamkeit stoßen. Besonders wahrgenommen wurden die Analysen und Bewertungen der Nobelpreisträger während der Ökonomie-Tagung 2011 - Grund war die Finanzkrise. Die Themen der Tagungen werden gesellschaftlich immer relevanter, es geht um Klimawandel, Demographie, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Doch nehmen die Lindauer Zusammenkünfte auch immer stärker den Charakter einer brain-gain-Initiative an.

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Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen am Bodensee

Reden

  • 10.01.2013

    Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse an Herrn Professor Hans Jörnvall

    Laudatio der Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, Bundesministerium für Bildung und Forschung, anlässlich der Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Professor Hans Jörnvall am 10. Januar 2013 in Berlin

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  • 01.07.2012

    Eröffnung der 62. Nobelpreisträgertagung

    Grußwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, MdB, anlässlich der Eröffnung der 62. Nobelpreisträgertagung am 1. Juli 2012 in Lindau

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