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Forschung
Nervenbahnen

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

Am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Erkenntnisse der modernen Neurobiologie in neue Ansätze zur Diagnose und Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen umzusetzen. Auch die Erforschung neuer Pflege- und Versorgungskonzepte ist ein wichtiger Schwerpunkt.

Gebündelte Kompetenzen

Das DZNE wurde am 3. April 2009 offiziell als 16. Helmholtz-Zentrum und eines der ersten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den beteiligten Bundesländern gegründet. "Kompetenzen bündeln, eine ganz neue Struktur in der Gesundheitsforschung schaffen" - so war die Gründungsidee der damaligen Bundesregierung.

v. l.: Ministerin Svenja Schulze, Prof. Pierluigi Nicotera, Ursula Weyrich und Staatssekretär Thomas Rachelv. l.: Ministerin Svenja Schulze, Prof. Pierluigi Nicotera, Ursula Weyrich und Staatssekretär Thomas Rachel Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, sagte anlässlich des fünfjährigen Bestehens: "Unser Ziel ist es, nicht nur ein längeres, sondern zugleich auch ein gesundes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen - und damit echte Lebensqualität zu gewährleisten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dem DZNE rund 70 Millionen Euro für die Erforschung neuer Diagnose- und Therapieansätze von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer zur Verfügung." 

Ein Zentrum der Exzellenz

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) ist ein Zentrum der Exzellenz, das herausragende Forschung an neun Standorten in Deutschland bündelt. Mit besonderem Augenmerk auf die Rekrutierung von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern soll das DZNE eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen werden. "Das DZNE bietet optimale Voraussetzungen für die translationale Forschung bei neurodegenerativen Erkrankungen", betont der wissenschaftliche Vorstand DZNE, Professor Pierluigi Nicotera. "Die Struktur als Helmholtz-Zentrum gibt uns Planungssicherheit für Forschungsprojekte, für die gerade bei Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson häufig ein langer Atem nötig ist. Die Einbindung der universitären Forschung wiederum bedeutet für das DZNE eine enorme klinische Expertise und bringt einen besseren Zugang zu den Patientinnen und Patienten." 

DZNE konkret: Was wird erforscht?

  • Ursachenforschung:

    Zahlreiche Standorte gehen im DZNE der Frage nach, warum Nervenzellen bei der Alzheimer-Demenz absterben und welche Rolle dem bei Alzheimer-Kranken im Gehirn nachweisbaren Eiweiß Amyloid beta zukommt.
  • Altern als Risikofaktor für Neurodegeneration:

    Es ist nach wie vor unklar, welche Verbindung zwischen dem Altern und der Neurodegeneration besteht. Mögliche Faktoren könnten metabolische und kardiovaskuläre Störungen beinhalten. In Bonn werden die molekularen Mechanismen, die das Einsetzen von Neurodegeneration im Alter begünstigen, untersucht.
  • Genvarianten bei Parkinson:

    Als Teil eines internationalen Forschungskonsortiums haben DZNE-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler aus Tübingen fünf neue Genvarianten identifiziert, die sich auf das Risiko einer Parkinson-Erkrankung auswirken. Damit gibt es jetzt elf Genvarianten, die mit dieser Erkrankung in Zusammenhang stehen.
  • Versorgungsforschung:

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DZNE aus Rostock und Greifswald stellen in einer Pilotstudie die Versorgung Demenzkranker durch ihre Angehörigen in den Mittelpunkt. Untersucht werden soll, inwieweit die gezielte Aufklärung und Schulung von Angehörigen eine vorzeitige Einweisung der Patientinnen und Patienten in eine Pflegeeinrichtung verhindert.
  • Prävention:

    Welche Faktoren die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter beeinflussen, wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Magdeburg untersuchen. Probanden bewegen sich auf einem Laufband und müssen dabei unterschiedliche Denksportaufgaben erfüllen. Diese Studie könnte Ansatzpunkte für gezielte Präventionsempfehlungen liefern.
  • Bevölkerungsstudien:

    In Bonn wird der Aufbau einer Kohorte aus 30.000 Personen geplant. Alle Personen werden detailliert über mehrere Jahre untersucht, um frühe Biomarker und Risikofaktoren der Neurodegeneration zu identifizieren.

International anerkannt

Fünf Jahre nach seiner Gründung hat das DZNE auch international bereits für Aufmerksamkeit gesorgt. Gemeinsam mit Belgien, Italien, Irland, Großbritannien und Kanada hat das DZNE ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das darauf abzielt, einheitliche Leitlinien und Technologien für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen zu entwickeln und anzuwenden. Desweiteren ermöglicht eine Kooperation mit dem Gladstone Institute in San Francisco (USA) die Zusammenlegung von Forschungsgebieten, um so die Entwicklung neuer Therapien beschleunigen zu können. Dass das DZNE über die Grenzen hinweg als attraktives Forschungszentrum wahrgenommen wird, zeigt der hohe Anteil internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Jeder Vierte kommt derzeit aus dem Ausland. An einzelnen Standorten ist es sogar jeder Zweite.

Zusatzinformationen

Grundstein für neues Forschungsgebäude gelegt

Institute for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN)

Bild: Visulasierung des Neubaus
Quelle: pbr Planungsbüro Rohling AG

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

Das DZNE feiert sein fünfjähriges Bestehen.
Weitere Informationen finden Sie hier

Publikationen

  • Aktionsplan Individualisierte Medizin ID = 1603

    Titelbild der Publikation

    Ein neuer Weg in Forschung und Gesundheitsversorgung

    2013, 14 Seiten

    Download [PDF - 976,6 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/BMBF_Aktionsplan_IndiMed.pdf)

  • Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung ID = 1324

    Titelbild der Publikation

    Gebündelte Erforschung von Volkskrankheiten - unveränderter Nachdruck der Ausgabe 2011 -

    2012, 49 Seiten
    Bestell-Nr.: 30628

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,07 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/deutsche_gesundheitszentren.pdf)

  • Rahmenprogramm Gesundheitsforschung ID = 301

    Titelbild der Publikation

    2010, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30588

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 6,60 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/gesundheitsforschung.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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