
In den letzten Jahren ist die Zahl der Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland nur leicht auf inzwischen 550 gestiegen. Die Anzahl der Gründungen bewegen sich dabei im Bereich von um die 10 Firmen pro Jahr und die Anzahl der Abgänge von Unternehmen entsprechend leicht darunter, wie die jährliche Umfrage von biotechnologie.de zeigt. Für einen dynamischen Hochtechnologie-Bereich ist die jährlich Erneuerungsrate von etwa 2% des Unternehmensbestands relativ gering. Daher ist das BMBF mit verschiedenen Förderinitiativen bestrebt, die Zahl der Unternehmensgründungen zumindest zu stabilisieren.
Der 1995 gestartete BioRegio-Wettbewerb des BMBF hatte eine Welle an Unternehmensgründungen in Deutschland ausgelöst. Die meisten heute bestehenden Biotechnologie-Unternehmen wurden zwischen 1995 und 2002 gegründet. Nach dem Ende des New Economy Booms nahm die Zahl der Unternehmensgründungen jedoch deutlich ab. Eine Ursache ist die Verknappung von Wagniskapital in Deutschland. Gerade Ausgründungen in den Lebenswissenschaften mit ihren langen Entwicklungszeiten, hohen Entwicklungskosten und großem Scheiternsrisiko sind auf Wagniskapital angewiesen. Beispielsweise dauert die Entwicklung eines neuen Medikament oft 15 Jahre und kostet dabei mehr als 100 Mio. €, wobei nur ganz wenige der untersuchten Wirkstoff-Kandidaten jemals eine Zulassung als Arzneimittel erhalten.
Um die Finanzierungslücke zwischen öffentlicher Forschung und privatem Wagniskapitel zu schließen, wurde in den letzten Jahren einiges getan: Zum einen verbessert etwa der vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte High-Tech Gründerfonds das Angebot an Wagniskapital für frühe Unternehmensphasen, zum anderen wurden Forschungsförderprogramme wie GO-Bio für die Validierungs- und Kommerzialisierungsphase wissenschaftlicher Ergebnisse aufgelegt. Mit dem Life Science Inkubator am Forschungszentrum caesar und dem Spinnovator der Technologietransfer-Agentur ascenion werden modellhaft Public-Private-Partnerships erprobt, um Ausgründungen aus der Wissenschaft zu erleichtern und erfolgreicher zu machen.
Neben ausreichenden Finanzierungsquellen fehlt es in Deutschland auch an der Bereitschaft, ein Unternehmen zu gründen. Deshalb engagiert sich die Bundesregierung für eine Stärkung der Gründerkultur. Mit der Innovationsakademie Biotechnologie beteiligt sich das BMBF an der Gründerwoche Deutschland, die unter der Schirmherrschaft des Bundewirtschaftsministers steht.
Aus den 39 geförderten GO-Bio Projekten sind bereits 19 Firmengründungen hervorgegangen, mit weiteren Gründungen ist zu rechnen. Die Hälfte der Unternehmen erzielt bereits Umsätze, während andere Gründungen sich auf die Entwicklung von Medikamenten konzentrieren, die sehr lange dauert und viel Kapital erfordert. Die aus GO-Bio hervorgegangenen Firmen konnten bereits 50 Millionen Euro Eigenkapital für ihre weitere Entwicklung mobilisieren und beschäftigen mittlerweile 150 Mitarbeiter. Ein spektakulärer Deal ist der Corimmun GmbH gelungen, die für 100 Millionen Dollar von einem großen Pharma-Unternehmen gekauft wurde. Andere Gründungen wie die ChromoTek GmbH aus München, die im Folgenden vorgestellt wird, setzen auf organisches Wachstum.

25 Jahre Unternehmens-Gründungen
2010, 156 Seiten
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