Ministerium
Neu-und Altbau der Bibliotheca Hertziana in Rom

Austausch zwischen Italien und Deutschland - "die europäische Idee mit Leben füllen"

Deutschland ist der wichtigste Handelpartners Italiens. Auch darüber hinaus sind die Beziehungen zu Italien traditionell eng und sehr vielfältig. Die Regierungen und Parlamentarier aus Deutschland und Italien stehen in einem regelmäßigen Meinungsaustausch, der durch zahlreiche Begegnungen auf internationalen Konferenzen ergänzt wird. Die Aktivitäten der Villa Vigoni, des deutsch-italienischen Zentrums für europäische Exzellenz, unterstreichen das Engagement beider Länder für kulturellen und wissenschaftlichen Austausch. Am 15. Januar 2012 eröffnete Bundesforschungsministerin Annette Schavan den Neubau der Bibliotheca Hertziana, des Max-Planck-Instituts für Kunstgeschichte in Rom. Die Bibliotheca wurde bereits 1913 als Begegnungsstätte für Kunstwissenschaftler aus aller Welt gegründet.

Die Bibliotheca Herztiana ist damit nicht nur eines der ältesten Institute der Max-Planck-Gesellschaft, sondern auch das erste mit geisteswissenschaftlicher Ausrichtung. Sie ist aus der Stiftung von Henriette Hertz (1846-1913) hervorgegangen, die den direkt an der Spanischen Treppe gelegenen Palazzo Zuccari als Sitz des Forschungsinstituts mit Bibliothek und Fotothek zur Verfügung stellte. Der Wunsch der Stifterin war es, ein Institut ins Leben zu rufen, das sich der »Erforschung der Kunst und Cultur von der Renaissance aufwärts in besonderer Beziehung auf Rom als Ausgangspunkt der europäischen Cultur« widmet.

Anlässlich der Jubiläumsfeier des Vereins Villa Vigoni e.V., der vor 25 Jahren gegründet wurde, traf Bundesforschungsministerin Annette Schavan im Oktober 2011 den italienischen Außenminister Franco Frattini in Rom. Beide Minister nahmen an einem Kolloquium der Villa Vigoni zum Thema "Migration, Integration, Kooperation. Ein deutsch-italienischer Dialog" teil. Im Anschluss verlieh Ministerin Schavan den Ladislao Mittner-Preis, mit dem das Deutsch-Italienische Hochschulzentrum und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hochqualifizierte italienische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszeichnen. Der Preis wurde zum zehnten Mal verliehen. Den Redebeitrag der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, zur Verleihung des 10. Ladislao Mittner-Preises können Sie hier sehen und hören.

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit:

Deutsch-Italienische Regierungskonsultationen finden regelmäßig statt und bilden auch die Basis für die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Forschung, die durch Treffen auf Ministerebene ergänzt werden.

2002 wurde in der Villa Vigoni das "Protokoll über die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland" beschlossen, das auf der Grundlage des Artikel 13 des am 08.02.1956 in Bonn unterzeichneten Kulturabkommens unter anderem auch Vereinbarungen zum Thema Bildung enthält. Die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Forschung ist nicht formalisiert.

Höhepunkte der bilateralen Zusammenarbeit:

Bundesministerin Schavan im Gespräch mit dem italienischen Außenminister Frattini anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Villa Vigoni ©BMBF, 2011Das deutsch-italienische Zentrum für europäische Exzellenz "Villa Vigoni" in Loveno di Menaggio fördert die deutsch-italienischen Beziehungen in Wissenschaft, Bildung und Kultur unter Einbeziehung ihrer Verflechtungen mit Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft und Politik. Die Villa Vigoni gehört zum Ressortvermögen des BMBF. Auf italienischer Seite ist das italienische Außenministerium verantwortlich. Im Zuge der Neuausrichtung der Villa Vigoni wurde im November 2008 als Leitlinie "Italien und Deutschland in Europa - Europa in der einen Welt" gewählt. Zum 20jährigen Jubiläum der Villa Vigoni wurde am 08.11.2006 in Berlin die Veranstaltung "Wissenschaft und Forschung für Europa - Herausforderungen für die deutsch-italienische Zusammenarbeit" vom BMBF in Zusammenarbeit mit dem italienischen Außenministerium, dem Auswärtigen Amt (AA) und der Villa Vigoni ausgerichtet, an der Bundesministerin Schavan und ihr damaliger italienischer Amtskollege Mussi teilnahmen.

Am 8. Juli 2011 besuchten Bundespräsident Wulff und der italienische Staatspräsident Napolitano die Villa Vigoni. Sie nahmen an einem Treffen junger deutscher und italienischer Nachwuchswissenschaftler und junger Berufstätiger teil, um mit diesen über "die Zukunft Europas" zu diskutieren.

Bei einem Treffen im November 2008 in Triest haben die damaligen Außenminister beider Länder in einer gemeinsamen Absichtserklärung vereinbart, eine Internetplattform zur Förderung des deutsch-italienischen Jugendaustauschs einzurichten. Deren Aufgabe besteht darin, über existierende Jugendeinrichtungen und deren Austauschprogramme zu informieren und den Informationsaustausch unter den Jugendlichen und allen, die mit Jugendlichen arbeiten, zu verbessern. Am 3. Februar 2011 wurde in Rom das Büro für den deutsch-italienischen Jugendaustausch eröffnet.

Das Deutsch-Italienische Hochschulzentrum, gegründet 2000 in Rom, dessen Geschäftsstellen beim DAAD in Bonn und an der Universität Trient angesiedelt sind, hat das Ziel, die bestehenden vielfältigen Kooperationen zwischen deutschen und italienischen Hochschulen noch wirkungsvoller zu unterstützen und durch Synergieeffekte zu verstärken.

Ebenfalls besteht eine intensive Kooperation mit Italien im Rahmen Deutschen Historischen Instituts. Das Deutsche Historische Institut (DHI) in Rom beschäftigt sich mit der Erforschung der italienischen und deutschen Geschichte, insbesondere der deutsch-italienischen Beziehungen vom frühen Mittelalter bis zur jüngsten Vergangenheit.

Deutschland und Italien beteiligen sich am European Molecular Biology Laboratory (EMBL), der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) sowie der Europäischen Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre (ESO). In diesem Rahmen werden gemeinsame Projekte durchgeführt. Beide Länder beteiligen sich auch am Bau und Betrieb der European X-Ray Free-Electron Laser Facility GmbH (European XFEL GmbH), dem europäischen Röntgenlaser.

Die Projekte in den BMBF-Fachprogrammen mit Beteiligung Deutschland und Italien sind überwiegend multilateral. Die thematischen Schwerpunkte dieser Projekte liegen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien gefolgt von Gesundheit und Medizin.

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