Der Drogenschnelltest besteht aus drei Komponenten: dem Probenaufnehmer, der mit einer weichen Mikrofaser ausgestattet ist, einer kleinen Pufferflasche und der Testkassette. Zur einfachen Handhabung sind die drei Komponenten in einem Clip-System vereint.
Quelle: Matest "Denken Sie an einen Lackmustest", sagt Michael Matallana. Der Geschäftsführer der Matest Systemtechnik GmbH will es nicht zu kompliziert machen. "Auch bei unserem System gibt es einen Papierstreifen, der mit der zu untersuchenden Probe bestrichen wird.".
Vor mehreren Jahren hat das Diagnostik-Unternehmen aus Baden-Württemberg einen Speichel-Schnelltest zum Drogennachweis entwickelt, der die Arbeit der Polizei inzwischen deutlich erleichtert. Statt Blutuntersuchungen geht es nun ganz einfach: Wie bei dem bekannten Verfahren zur Bestimmung des pH-Werts wird das Ergebnis durch eine Verfärbung des Streifens angezeigt.
Nun hat Matest diesen Ansatz noch weiter ausgebaut, um auch die Konzentration von insgesamt zehn verschiedenen Rauschmitteln im Speichel eines Menschen möglichst einfach und schnell messen zu können. "Das kann nicht jeder. Unser Test ist in dieser Form weltweit einzigartig", so Matallana. Der Streifen mit der Probe wird in ein handliches Gerät geschoben. Schon nach zehn Minuten lassen sich an dem angeschlossenen Computer die Messwerte ablesen. Die Analyse einer Blutprobe im Labor kann hingegen Tage dauern.
In dem von Matest entwickelten Gerät ist ein optischer Sensor eingebaut. Diese registriert alles, was auf dem Streifen geschieht. Ist in der Speichelprobe eine der zehn zu untersuchenden Drogen enthalten, dann beginnt er sich zu verfärben. Aus der Art, der Geschwindigkeit und der Stärke der Verfärbung erkennt dann eine Software im Computer nicht nur, um welches Rauschmittel es sich handelt, sondern errechnet auch noch die Konzentration.
Damit der Streifen die Drogen erkennt, ist er mit Antikörpern beschichtet. Solche Moleküle sind normalerweise Bestandteil des Immunsystems und können ganz gezielt an andere Moleküle binden. Diese besondere Eigenschaft wird in der Diagnostik gern genutzt - auch die Experten bei Matest setzen darauf. Für ihren Test haben sie spezielle Antikörper produziert, die immer dann eine Farbreaktion auslösen, wenn ein passendes Drogenmolekül gebunden wird. Diese Reaktion wiederum sieht der optische Sensor.
"Alle Teile des Messvorgangs müssen dabei genauestens aufeinander abgestimmt sein", sagt Matallana. Dazu gehören das Gerät, die Software und das biotechnologische Know-How, das dahinter steckt. "Mit der Förderung durch das BMBF konnten wir die einzelnen Schritte alle unter einem Dach entwickeln." Anfang 2011 lief die dreijährige Förderung im Rahmen der Förderinitiative KMU-innovativ aus. Derzeit funktioniert die quantitative Bestimmung schon für Kokain, THC und einige Opiate. Bis Herbst 2012, schätzt Matallana, wird dann der komplette Test für bis zu zehn Rauschmittel auf den Markt kommen können.