
Seit der Auftaktveranstaltung anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls am 9. November 2009 lädt die Falling Walls Foundation jährlich 20 der weltweit führenden Wissenschaftler in die Hauptstadt. Einen Tag lang präsentierten Spitzenforscher aus aller Welt auch im November 2011 einem Publikum aus über 70 Nationen ihre aktuellen Durchbrüche. Ziel der Konferenz ist es, Lösungen für globale Herausforderungen wie Klima und Energieerzeugung, Gesundheit, Ernährung, Sicherheit, faires und nachhaltiges Wirtschaften aufzuzeigen. Im Mittelpunkt stand dabei das Überwinden von Grenzen: solchen Barrieren in den Köpfen der Menschen, die sie in ihrem Denken und Handeln beschränken.

Sebastian Turner, Initiator der Falling Walls Foundation, bei der Eröffnung der Konferenz am 9. November 2011 © Falling Walls Foundation
Am 8. und 9. November 2011 fand in Berlin zum dritten Mal die internationale Falling Walls Conference statt. Am Jahrestag des Mauerfalls berichten 20 internationale Spitzenforscher in der begrenzten Zeit von nur 15 Minuten über wissenschaftliche Durchbrüche in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Dabei werden Forschungsansätze und Entdeckungen vorgestellt, die das Potenzial haben, unsere Welt grundlegend zu verändern.
Ziel der Konferenz ist es:
Erstaunliche Beiträge waren auch 2011 zu hören. Robert Schlögl, Direktor des Fritz Haber Instituts, beschrieb, wie durch heterogene Katalyse von Sonnenlicht fossile Energiequellen ersetzt werden könnten. Der Entscheidungsforscherin Elke U. Weber von der Columbia University, New York, gelang es, begreifbar zu machen, warum uns Veränderung und Umdenken meist so schwer fallen: Menschen halten an ihrem Status Quo fest und es kostet Energie, diesen zu verändern. Diese Energie sollten politische Entscheider bedenken und den Status Quo weise setzen.
Zum ersten Mal durfte Sebastian Turner, der Initiator der Konferenz, auch eine Rednerin aus Afrika begrüßen. Waceke Wanjohi von der Kenyatta University in Nairobi hat in sechs südafrikanischen Staaten das Netzwerk NIESA aufgebaut, in dem Wissenschaftler mit Farmern zusammenarbeiten. Sie entwickelt Mittel gegen Fadenwürmer, so genannte Nematoden, die in vielen Teilen Afrikas bis zu 60 Prozent der Ernte befallen und vernichten. Da Pestizide nicht umweltverträglich und für die Farmer in den betroffenen Ländern meist zu teuer sind, schult sie im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes Bauern in effektiver Bepflanzung und Bodenanalyse. Durch die neuen Landwirtschaftsmethoden lässt sich der Befall um bis zu 30 Prozent verringern.
Wie bereits 2009, im 20. Jubiläumsjahr des Mauerfalls, begrüßte auch die Bundeskanzlerin die Teilnehmer der Konferenz und rief in ihrer Rede zu einem neuen Europa auf.
Hier lesen Sie die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der 3. Falling Walls Conference.
Die Falling Walls Foundation ist eine gemeinnützige Institution in Berlin, die jedes Jahr am Tag des Mauerfalls die internationale Wissenschaftskonferenz Falling Walls Conference - The International Conference on Future Breaktroughs in Science and Society veranstaltet.
Die Falling Walls Conference wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Die Arbeit der Stiftung Falling Walls Foundation wird von einer Vielzahl von wissenschaftlichen Einrichtungen unterstützt, darunter acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Leibniz-Gemeinschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dem DAAD, der Körber-Stiftung, dem Lindauer Nobelpreisträgertreffen, der Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften und dem Europäischen Forschungsrat.
Weitere Informationen und die Videos der Sprecher der ersten beiden Falling Walls Konferenzen sind unter www.falling-walls.com (auf Englisch) zu finden.

Die Teilnehmer des Falling Walls Science Lab 2011 © Kai Herschelmann, Falling Walls Foundation
Auch für Nachwuchs-Wissenschaftler bot die dritte Falling Walls Conference ein Forum. 100 ausgewählte, junge Talente aus aller Welt erhielten so am 8. November im "Falling Walls Lab" die Gelegenheit, in jeweils drei Minuten ihre eigenen bahnbrechenden Projekte vorzustellen. Keine leichte Aufgabe, zumal in diesen drei Minuten auch noch Publikumsfragen beantwortet werden mussten. Eine mit Spitzenforschern besetzte Jury kürte drei Sieger. Den ersten Platz und gleichzeitig den Publikumspreis ergatterte Dr. Shuo Zhang vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemia, Göttingen für seine Präsentation "Breaking the Wall of Magnetic Resonance Imaging (MRI)", die eindrucksvoll zeigte, wie aus statischen MRI-Aufnahmen bewegte Bilder werden können und somit deren Diagnosepotenzial vervielfachen. Allen Nachwuchsforschern wurde außerdem durch Stipendien die Teilnahme an der Hauptkonferenz ermöglicht.
Mehr Informationen zum Nachwuchsforum Falling Walls Lab und den Gewinnern 2011 finden Sie hier.
Welche Mauern fallen als nächstes? Detaillierte Informationen zur Falling Walls Conference erhalten Sie hier (Homepage auf Englisch)
Rede der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, MdB, anlässlich der "Falling Walls Conference" am 9. November 2011 in Berlin
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