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Deutschlands Innovationsfähigkeit beginnt in der Schule

Es ist ein europäisches Phänomen, dass das Interesse junger Menschen an Mathematik und den Naturwissenschaften nicht stark genug ausgeprägt ist. In unserer technisierten Welt sind aber insbesondere Qualifikationen in diesen Fächern gefragt, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern. Bereits jetzt gibt es in Europa einen Fachkräftemangel und entsprechende Stellen können nicht besetzt werden. Deutschland ist im besonderen Maße von dem Fachkräftemangel betroffen.

Warum fördert die Europäische Union das Projekt PRIMAS?

Bildnachweis: Pädagogische Hochschule Freiburg An dieser Stelle werden im EU-Forschungsrahmenprogramm die Entwicklung und Erforschung innovativer Lehr- und Lernmethoden in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern unterstützt, um junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern. Die Qualität des Unterrichts trägt dazu bei, ob Schülerinnen und Schüler sich für Mathematik und Naturwisenschaften interessieren und ein technisch ausgerichtetes Studium oder einen technisch ausgerichteten Beruf ergreifen. Innovative Ansätze im Unterricht sollen zudem Schlüsselkompetenzen zur Kompentenzaneignung, Problemlösung und Teamarbeit vermitteln. Die Erweiterung des Unterrichts um forschendes Lernen und schülerzentrierte Aktivitäten dient zur Entfachung des Interesses und zur Vermittlung der nötigen Kompetenzen.

Forschendes Lernen - Innovative Lehr- und Lernmethoden für Mathematik und Naturwissenschaften

Ziel des internationalen Projektes PRIMAS (Promoting Inquiry in Mathematics and Science Education across Europe) ist es, eine Erweiterung der Unterrichtskultur in Mathematik und den Naturwissen-schaften hin zu mehr forschendem und problem-orientiertem Lernen zu bewirken.
Beim forschenden und entdeckenden Lernen nehmen die Schüler eine aktive Rolle ein, sie stellen Fragen und versuchen Antworten zu finden. Das passive Nachvollziehen der Schüler steht im Hinter-grund. Offene Fragestellungen erlauben den Schülerinnen und Schülern, nach Lösungswegen zu su-chen und eigene Strategien zu finden. Sie lernen, komplexe, realistische Probleme zu lösen, die auch für ihre private und berufliche Zukunft bedeutsam sind. Sie lernen zudem, kritisch und wissen-schaftlich zu argumentieren. Die Lehrperson hat hierbei die Rolle, die Lernprozesse der Schüler zu unterstützen und zu begleiten.

Das internationale Projekt PRIMAS wird von der Pädagogischen Hochschule Freiburg koordiniert. Der Austausch mit den Partnerländern zu unterschiedlichen (innovativen) Lehrplänen und Unterrichtsma-terialien, unterschiedlichen Modellen für die forschungsbasierte Lehramtsausbildung sowie Fortbil-dungen, Schulsystemen und unterschiedliche Forschungsausrichtungen führt zu Wissenstransfer und Ermittlung von Gemeinsamkeiten sowie zu einer flexiblen Suche nach Lösungsansätzen.

Dem Konzept von PRIMAS liegt die Hypothese zugrunde, dass eine Veränderung und Erweiterung der Unterrichtspraktiken nur dann Erfolg hat, wenn sich möglichst viele Personen an den jeweils betei-ligten Schulen sowie an übergeordneten Institutionen vernetzen und zusammenarbeiten. Daher richten sich die Aktivitäten von PRIMAS an Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrerausbildungs- und Fortbildungsinstitutionen, Schulbehörden sowie an Politikerinnen und Politiker. Im Rahmen des Projekts finden langfristige und teambasierte Fortbildungen (inkl. der Entwicklung und dem Einsatz von Unterrichtsmaterialien) für Lehrerinnen und Lehrer statt. Des Weiteren werden Informationsveranstaltungen für verschiedene Zielgruppen durchgeführt. Im Rahmen von nationalen Beratungskomitees werden in jedem Land gezielt Schulbehörden und Seminare sowie verschiedene Personen oder Institutionen mit Mulitplikationsfunktion die Projektarbeit einbezogen.

PRIMAS verknüpft die Zielsetzung der weitreichenden Verbreitung von forschendem Lernen mit For-schung: Effektive Strategien zur Verbreitung von forschendem Lernen und seiner Implementierung wurden in der Didaktik noch nicht ausreichend erforscht. Die in Primas verwendeten Verbreitungsstra-tegien werden daher im Verlauf des Projektes umfangreich prozessbegleitend und summativ evaluiert und leisten einen Beitrag zur Bildungsforschung. Die Forschungsergebnisse von Primas werden empi-risch abgesichertes Wissen liefern, wie Forschungsergebnisse aus der didaktischen und pädagogi-schen Forschung auf breiter Ebene in die Schulpraxis getragen werden können und so komplementär die nationalen und regionalen Initiativen unterstützen.

Deutsche Partnereinrichtungen:

Pädagogische Hochschule Freiburg / Institut für Mathematische Bildung (Projektkoordination)

  • Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel

Europäische Partnereinrichtungen: 

  • Schweiz: Universität Genf
  • Niederlande: Universität Utrecht
  • Vereinigtes Königreich: Universität Nottingham, Universität Manchester
  • Spanien; Universität Jaén
  • Slowakei: Universität Nitra
  • Ungarn: Universität Szeged
  • Zypern: Technische Universität Zypern
  • Malta: Universität Malta
  • Dänemark: Universität Roskilde
  • Rumänien: Babes Bolyai Universität
  • Norwegen: Sør-Trøndelag Universitätscollege

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