Bei der Fusion der Antikörperfragmente mit Fluoreszenz-Farbstoffen entstehen leuchtende Zellen.
Bildnachweis: ChromoTek GmbH Dr. Ulrich Rothbauer stellte sich 2007 mit seinem Projekt "Chromobodies: ein neues Antikörperformat für Forschung und Diagnostik" dem Wettbewerb GO-Bio und wurde gemeinsam mit neun weiteren Bewerbern der 2. Runde für eine GO-Bio Förderung ausgewählt. Für den damals noch an der LMU München forschenden Wissenschaftler war die Auszeichnung als GO-Bio-Preisträger ein großer Erfolg. Denn mit den Fördermitteln aus GO-Bio konnte er nicht nur seine wissenschaftliche Arbeit weiterführen, seine wissenschaftlichen Mitarbeiter weiterbeschäftigen und seine Laborinfrastruktur ausbauen, sondern er hatte nun die einmalige Chance, seine innovative "Chromobody"-Technologie weiterzuentwickeln und zielgerichtet in die kommerzielle Verwertung zu bringen.
Bei Chromobodies handelt es sich um innovative Nachweisreagenzien für die biomedizinische Forschung. Chromobodies leiten sich von besonderen Antikörpern ab, die in den Kamelartigen wie z.B. Alpakas vorkommen. Zur Detektion werden die entsprechenden Antikörperfragmente mit dem grün fluoreszierenden Protein (GFP) oder anderen Fluoreszenz-Farbstoffen fusioniert. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften wie geringer Größe und hoher Stabilität sind sie für den Einsatz in lebenden Zellen geeignet. Dies konnten Rothbauer und sein Team erstmalig nachweisen.
In der ersten Förderphase GO-Bio gründete Rothbauer 2008 die Biotechnologie-Firma ChromoTek GmbH, die sich mittlerweile im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried angesiedelt hat. Das Konzept der Chromobody-Technologie wurde in der Phase I der Förderung erfolgreich für den Einsatz in der biomedizinischen Forschung und Diagnostik entwickelt.
Das ChromoTek-Team arbeitet nun in der Phase II der GO-Bio-Förderung daran, die in der ersten Förderphase begonnenen Arbeiten weiterzuentwickeln. Dabei wollen die forschenden Unternehmer die Chromobody-Technologie für den Einsatz in Wirkstoff-Screenings der pharmazeutischen Industrie validieren und optimieren. Im Rahmen des Projekts werden Chromobodies und zellbasierte Assays für "High-Content-Analysen" und zur Target-Validierung entwickelt. Ziel ist es darüber hinaus, ein System zum Nachweis von Protein-Protein-Interaktionen in lebenden Zellen zu etablieren.
Alpakas gehören zu den Kamelartigen und besitzen besondere Kameliden-Antikörper.
Bildnachweis: ChromoTek GmbH Den erfolgreichen Markteintritt hat die ChromoTek GmbH geschafft. Die Unternehmensgründer konnten mit ihren Produktangeboten im Bereich neuartiger Forschungsreagenzien bereits einen umfangreichen Kundenstamm in über 32 Ländern aufbauen und mit den ersten Produkten GFP-Trap® und RFP-Trap® kommerzielle Erfolge erzielen. Mit der Chromobody-Technologie wollen die Münchner in naher Zukunft strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen eingehen, um die Validierung der Technologie in der pharmazeutischen Wirkstoffforschung voranzutreiben. Hiermit sollen weitere Marktsegmente erschlossen und das nachhaltige Wachstum des Unternehmens sichergestellt werden. Weitere Informationen finden sich unter www.chromotek.com.

25 Jahre Unternehmens-Gründungen
2010, 156 Seiten
Bestell-Nr.: 30529
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