Im Test waren Arbeitsagenturen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskam-mern und kommunale Beratungsstellen, darunter zwei Frauenberatungsstellen. Geschulte Testpersonen mit unterschiedlichen Anliegen ließen sich dort beraten - von der Hotelfachfrau mit zwei Kindern, die zurück in den Beruf möchte über den Zimmermann, der zwischen Meisterschule und Walz schwankt, bis zur Psychologin, die über eine Qualifizierung zum Coach nachdenkt.
Wichtigster Prüfpunkt war die Qualität des Beratungsgesprächs. Untersucht wurde zum Beispiel, ob der Berater das Anliegen der Testperson erkannte, welche Möglichkeiten der Weiterbildung er aufzeigte und ob in die Vorschläge die Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse des Ratsuchenden einbezogen wurden.
Die Qualität des Beratungsgesprächs war nirgends besser als befriedigend. Hauptkritik: Die Berater informierten zwar, aber die Beratung selbst blieb auf der Strecke. Meist setzten sich Frauen und Männer in den besuchten Stellen viel zu wenig mit den Anliegen und Biografien der Ratsuchenden auseinander. Eine Beratung, die Orientierung bietet und Perspektiven für den beruflichen Werdegang aufzeigt, bekommen Ratsuchende zurzeit am ehesten bei kommunalen und Frauenberatungsstellen.
Ratsuchende sollten sich gut auf das Beratungsgespräch vorbereiten. Sie sollten sich vorab klar machen, wo sie heute beruflich stehen und was Sie erreichen möch-ten. Sinnvoll ist auch, den Lebenslauf zu aktualisieren und mit in die Beratung zu nehmen. Dann haben Ratsuchender und Berater ihn im Gespräch immer vor Augen.