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Konferenz "Sichere Zeiten? - Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung"

Das Konferenzmotto "Sichere Zeiten?" umriss die Thematik der zweiten Konferenz des Fachdialogs am 13. und 14. Juni 2013 in der Urania in Berlin. Es wurden Ergebnisse aus verschiedenen Förderschwerpunkten zu aktuellen Debatten präsentiert und im Kontext weiterer Ansätze zur Diskussion gestellt.

Die Konferenz schloss vom Gesamtkonzept an die erste geistes- und sozialwissenschaftliche Fachkonferenz zu den gesellschaftlichen Dimensionen der Sicherheitsforschung vom November 2008 an.

Das wissenschaftliche Konferenzprogramm wurde am 13. Juni durch zwei Hauptvorträge eröffnet. Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Franz-Xaver Kaufmann, der vor 40 Jahren der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Sicherheit grundlegende Impulse gab, knüpfte an sein Hauptwerk an und stellte die Frage "Sicherheit als Wertidee und Handlungsmaxime?". Mit Prof. J. Peter Burgess, Peace Research Institute Oslo, akzentuierte ein international renommierter Sicherheitsforscher die weltweit geführte Debatte "Sicherheit als Ethik". Die weiteren Inhalte der Konferenz konzentrierten sich auf vier parallele Sessionen:

  1. Sicherheit - eine Frage der Wahrnehmung
  2. Technisierung für Sichere Zeiten?
  3. Gefährliche Zeiten?
  4. Ökonomie der Sicherheit?

In der ersten Parallelsession zum Thema "Sicherheitswahrnehmung" wurden vorwiegend Ergebnisse aus einem der Schwerpunktthemen der bisherigen Förderung vorgestellt. Eine der Besonderheiten des Sicherheitsforschungsprogramms ist die integrierte sozial- und technikwissenschaftliche Forschung. Mit der Frage, auf welche Weise Sicherheitstechnologien zu Sicherheitsgewinnen führen können, wurden in Session 2 Ergebnisse aus Projekten des BMBF-Programms, ergänzt durch Erkenntnisse aus Projekten des EU-Programms, präsentiert. In Session 3 wurde anders als im ersten Themenbereich, der in mancher Hinsicht durchaus Neuland betritt, mit Forschungen zu Phänomenen und Ursachen von Terrorismus und Extremismus ein Thema aufgenommen, das eine lange Forschungstradition aufweist. Erkenntnisse laufender Forschungen im Programm wurden im Kontext neuerer Ergebnisse zur Diskussion gestellt. Session 4 thematisierte Befunde und Methoden ökonomischer Forschungsansätze in der Sicherheitsforschung und bietet Impulse, Bewertungen und Perspektiven für die künftige Forschung.

Die Konferenz schloss am Folgetag mit einer Podiumsdiskussion zu den Themen "Was schafft eigentlich Sicherheit?" und "Welchen Beitrag kann Forschung dazu leisten?".

 

Präsentationen der vier thematischen Sessions

 

Session 1: Sicherheit - Eine Frage der Wahrnehmung? Zur gesellschaftlichen Thematisierung und Wahrnehmung von (Un-)Sicherheit

Moderation: Prof. Dr. Axel Groenemeyer, TU Dortmund

Drei Sicherheiten. Offene Methoden in der Sicherheitsforschung
Prof. em. Dr. Baldo Blinkert, FIFAS und Universität Freiburg

(Un-)Sicherheitswahrnehmung und Lebenszufriedenheit in Deutschland. Empirische Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung 
Dr. Dina Hummelsheim, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht. Plädoyer für eine Sicherheitskultur der Unischerheiten im Städtischen
Dr. Holger Floeting, Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin 

Sicherheitsprobleme - objektiv festgestellt oder kooperativ ausgehandelt?
Prof. Dr. Bernhard Frevel, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Münster

Facetten der Bedrohlichkeit: Welches Bild von Sicherheit zeigen uns die Medien? Ergebnisse einer Medieninhaltsanalyse
Prof. Dr. Gerhard Vowe, Universität Düsseldorf

Das Risiko sind immer die anderen?
Prof. Dr. Wolfgang Frindte, Universität Jena

Session 2: Technisierung für sichere Zeiten? Die Folgen von Sicherheitstechnologien

Moderation: Prof. Dr. Werner Rammert, TU Berlin

Unsicherheit trotz Sicherheitstechnik? Das Kreuz mit komplexen Konstellationen
Prof. Dr. Werner Rammert, TU Berlin

EU-Sicherheitsforschung - Systemgestaltung durch interdisziplinäre Beiträge
Dr. Walter Peissel, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien

Akzeptanzprobleme und die Kraft des Faktischen
Prof. Dr. Wolfgang Bonß, Universität der Bundeswehr, München

Sicherheitsethik in der Anwendung: ein Praxistest gesellschaftlicher Begleitforschung
Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, Dr. Tobias Matzner, Heiner Koch, Universität Tübingen

Effizienzsteigerung durch IT? Das Beispiel des Rettungsmanagements bei Großunfällen
Prof. Dr. Stefan Kaufmann, Universität Freiburg

Interorganisationale Zusammenarbeit - eine Herausforderung für die Sicherheitsforschung
Prof. Dr. Stefan Strohschneider, Universität Jena

Session 3: Gefährliche Zeiten? Phänomene und Ursachen von Terrorismus und Extremismus

Moderation: Dr. Uwe Kemmesies, Bundeskriminalamt, Wiesbaden

Außenaspekte islamistischer Radikalisierung - Ergebnisse aus der Empirie
Dr. Matenia Sirseloudi, Universität Hamburg

Zur Logik der Anschlagsplanung: Terroristische Ziel- und Mittelwahlprozesse im Planspiel
Michael Fischer M. Sc., Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung, Hamburg

Die Nicht-Wahrgenommenen: Frauen und extrem rechte Gewalt
Prof. Dr. Ursula Birsl, Universität Marburg

Die NSU-Serienmorde im Vergleich mit dem früheren deutschen Links- und Rechtsterrorismus
Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, FH für öffentliche Verwaltung des Bundes, Brühl

Politisch motivierte Konfrontationsgewalt: alte und neue Konfliktlinien in Deutschland
Prof. Dr. Uwe Backes, TU Dresden

Session 4: Ökonomie der Sicherheit - Ansatzpunkte, Bewertungen, Perspektiven

Moderation: Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Blum, Universität Halle-Wittenberg

Kriminalitätskosten in Deutschland
Caroline von der Heyden M. Sc., Universität Bonn

Der Wert der Sicherheit
Prof. Dr. Horst Entorf, Universität Frankfurt am Main

Vom Leben zum statistischen Leben
Prof. Dr. Hannes Spengler, FU Mainz

 

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