Welches Heizsystem ist das richtige? Wann rechnet sich eine Fassadendämmung? Fragen wie diese beantwortet die staatlich geförderte so genannte Vor-Ort-Energieberatung. Seit Jahren beanstanden Experten jedoch die Qualität der Beratungen. Grund für die Stiftung Warentest, sich die Fortbildung zum Vor-Ort-Energieberater einmal genauer anzugucken. Im Test waren sechs Präsenz- und sechs Fernlehrgänge.
Alle sechs Präsenzkurse vermittelten viel zu viel Stoff in viel zu kurzer Zeit. Zwar behandelten die Kurse weitgehend die vom Gesetzgeber geforderten Inhalte, doch der Stundenumfang war so knapp bemessen, dass sie meist in Form von ermüdendem Frontalunterricht vermittelt wurden. Übungen und Gruppenarbeit waren Mangelware. Oft fehlte der Praxisbezug. Eine Alternative können Fernlehrgänge sein. Hier bestimmen die Teilnehmer das Lerntempo selber. Die Qualität der untersuchten Lehrmaterialien reichte von hoch bis niedrig. Insbesondere bemängelte die Stiftung Warentest, dass einige Anbieter veraltetes Lehrmaterial verschicken.
Die angegebenen Stundenzahlen der Präsenzlehrgänge zum Vor-Ort-Energieberater sind sehr knapp bemessen. Kursteilnehmer sollten deshalb zusätzliche Zeiten für die Vor- und Nachbereitung und das Erstellen einen eigenen Beratungsberichtes einplanen. Für Teilnehmer, die selbstdiszipliniert und selbständig lernen können, kann ein Fernlehrgang die bessere Alternative sein.