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Hintergrund

Prozesse zur Technologievorausschau führt das BMBF seit mehr als 20 Jahren durch. Stets hat es zeitgemäße und fortschrittliche Methoden und Ansätze verfolgt, um künftige Technologien und Forschungsfelder zu identifizieren und um der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik das Bestimmen von Prioritäten zu erleichtern.

Frau schaut mit Fernglas in einen blauen HimmelIn den Jahren 1992 und 1993 wurde die erste deutsche Delphi-Studie zur Entwicklung von Wissenschaft und Technik im Auftrag des damaligen Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) durchgeführt. Delphi-Studien dienen dazu, Weichenstellungen für die Forschungspolitik herauszuarbeiten. Methodisch orientierte sich die erste deutsche Delphi-Studie an der fünften japanischen Delphi-Studie; ein deutsch-japanischer Vergleich schloss sich an. Die Ergebnisse aus insgesamt 16 Themenfeldern, die von Energie bis zu Informations- und Kommunikationstechnologie reichten, wurden allen Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt. Insbesondere die deutsche Industrie konnte die Ergebnisse für ihre strategische Planung nutzen.

1996 startete Delphi '98, eine Studie zur globalen Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Neben einer Aktualisierung der Daten wurden Themen von hoher Relevanz speziell für das deutsche Innovationssystem zur Diskussion gestellt. Dessen Akteure zeigten großes Interesse an den Ergebnissen des Prozesses. Wieder waren Unternehmen die häufigsten Nutzer, gefolgt von den Medien. Auch in den Schulen trafen sie auf breite Resonanz.

Im Jahr 2000 startete das BMBF den "Forschungsdialog Futur" (2000 – 2005). Erstmals wurde ein stark partizipativer Ansatz gewählt. Im Gegensatz zu den rein expertenbasierten Delphi-Analysen wurde in den "Forschungsdialog Futur" ein großer Akteurskreis aus allen Teilen der Gesellschaft eingebunden, um Forschungsthemen zu erarbeiten, die auf eine große Nachfrage stoßen. Als Ergebnis entstanden vier Leitvisionen, die – auch disziplinenübergreifend – Eingang in Projekte des BMBF gefunden haben. So ist das Nationale Bernstein Netzwerk "Computational Neuroscience" eine Einrichtung, zu der auch die Leitvision "Das Denken verstehen" einen Beitrag geleistet hat.

Mit dem im September 2007 gestarteten 1. Zyklus von BMBF-Foresight wurde die technologische Zukunftsvorausschau im BMBF systematisiert und strukturell verankert. Der Foresight-Prozess wurde als kontinuierliches strategisches Instrument geplant und erhielt wieder eine stärkere wissenschaftlich-expertenbasierte Ausrichtung.

Zyklus 1 (2007 – 2009) wurde auf Basis einer innovativen Kombination unterschiedlicher Foresight-Methoden durchgeführt. Der persönliche Dialog mit nationalen und internationalen Experten und Entscheidungsträgern sicherte die hohe wissenschaftliche Qualität und die internationale Ausrichtung der Foresight-Aktivitäten. Das Vorgehen hat neben der Bestimmung von Zukunftstrends in einer Reihe von etablierten Hochtechnologiefeldern zur Identifizierung von sieben "Zukunftsfeldern neuen Zuschnitts" geführt. Der erfolgreiche Ansatz wurde im Mai 2012 mit dem Start des Zyklus 2 fortgesetzt.


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