
Der Fachkräftemangel in Deutschland verschärft sich seit Jahren und verringert in beträchtlichem Umfang die Wachstumschancen der deutschen Volkswirtschaft. Gut qualifiziertes Personal insbesondere mit einem Studien- oder Berufsabschluss in den MINT-Bereichen zu finden, stellt für die Unternehmen eine immer größer werdende Herausforderung dar.
Zu dem bereits heute aus bildungsdefizitären und demografischen Ursachen ungedeckten Ersatzbedarf kommt der sogenannte Expansionsbedarf hinzu. Dieser entsteht, weil die Unternehmen immer anspruchsvollere Hightech-Produkte und Dienstleistungen anbieten und die Volkswirtschaft langfristig wächst.
Insbesondere eine derart thematisch breit aufgestellte, mittelständisch orientierte und forschungsintensive Hightech-Branche wie die Photonik mit ihrem starken Innovationsdruck und ihren modernsten, wissensintensiven Produktionsprozessen leidet unter diesem MINT-Fachkräftemangel.
Der akademische Anteil der Beschäftigten beträgt hier ca. 20 Prozent. Dieser Wert liegt etwa 2,5 fach über dem Durchschnitt der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. Für die Photonik-Branche berechnet sich ein Ersatz- und Expansionsbedarf von etwa 9.000 akademisch ausgebildeten Beschäftigten innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Vor dem Hintergrund der MINT-Fachkräftelücke (Differenz der Vakanzen und der Arbeitslosigkeit im Mint-Bereich) und dem damit verbundenen Wettbewerb mit anderen Disziplinen und Branchen wird deutlich, dass der Fachkräftemangel für die Unternehmen der Photonik eines der bestimmenden Themen der nächsten zehn Jahre ist.
Das hat die Photonik-Branche erkannt. Sie engagiert sich bereits heute immens für den Nachwuchs. Es gibt deutschlandweit eine Vielzahl von Maßnahmen wie Firmenkontaktmessen, Ferienschulen, fachliche Filme auf YouTube, Science-Slam Veranstaltungen und auch große übergreifende Initiativen wie die "Light Alliance" zu einem Teilbereich der Branche oder die im Jahr 2009 eingestellte Wanderausstellung des BMBF "FaszinationLicht".
Jede der Einzelinitiativen ist von Bedeutung, erreicht aber selten die kritische Masse, die für eine deutliche Sichtbarkeit notwendig wäre. Die Photonik bleibt deshalb für den Nachwuchs bisher ein nahezu unsichtbares Terrain.
Genau hier setzt der "Photonik Campus Deutschland" an. Bestehende Maßnahmen der einzelnen Akteure werden aufeinander abgestimmt, gebündelt und in einer einheitlichen Sprache kommuniziert. So soll die Sichtbarkeit der Photonik deutlich erhöht und damit eine größere Durchschlagkraft der Einzelmaßnahmen erreicht werden.
Als gemeinsames Lenkungsgremium der Initiative "Photonik Campus Deutschland" hat die Branche die AG Nachwuchs ins Leben gerufen. Sie setzt sich zusammen aus Bildungsexperten der Verbände, Ausbildungs- und Personalleitern von Unternehmen, der Fraunhofer-Gesellschaft sowie dem BMBF. Weitere Institutionen werden folgen. Die VDI Technologiezentrum GmbH stellt im Auftrag des BMBF das Sekretariat der Initiative.
Die Initiative setzt sich ein für
Die Informationsangebote der Initiative richten sich an Mitglieder der gesamten Bildungskette - angefangen bei Schule (Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II) über Hochschule bis hin zur beruflichen Bildung. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt dabei auf dem gymnasialen und akademischen Bereich.
Und das bietet der "Photonik Campus Deutschland"
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Zum Portal der Nachwuchsinitiative der Photonik-Branche (URL: http://www.photonik-campus.de)