
COO Martin Goetzeler (links), Prof. Dr. Annette Schavan (Mitte), Bundesministerin für Bildung und Forschung und Wolfgang Dehen, Vorsitzender des Vorstands, (rechts) bei der Einweihung der OLED-Pilotproduktionslinie in Regensburg (Quelle: OSRAM)
Wolfgang Dehen, Vorsitzender des Vorstands, und Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung bei der Einweihung der OLED-Pilotproduktionslinie in Regensburg (Quelle: OSRAM)
Dipl.-Phys. Carola Diez (rechts) erläutert Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die neue OSRAM OLED-Leuchte Airabesc (Quelle: OSRAM)
Erfolg der Hightech- Strategie
Regensburg
Der Weg ist frei für die nächste Beleuchtungsgeneration - den organischen LEDs. Am heutigen Donnerstag wurde die neue OLED-Pilotproduktionslinie bei OSRAM in Regenburg eingeweiht. In einem symbolischen Festakt zum Start der Anlage unterschrieben Bundesforschungsministerin Annette Schavan, OSRAM-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Dehen und Vorstandsmitglied Martin Goetzeler gemeinsam die erste produzierte OLED-Kachel. Schavan sieht den Generationswechsel zum neuen Licht in Deutschland auf einem guten Weg. Dieser Technologiewandel zum Halbleiterlicht stellt ein wichtiges Element der angestrebten Energiewende in Deutschland dar.
Im Rahmen der Hightech-Strategie hat das BMBF mit der Innovationsallianz "OLED 2015" seit 2006 die Entwicklung der OLED-Technologie unterstützt, die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten jedoch mit konkreten Verabredungen zu industriellen Investitionen verbunden. Die beteiligten Unternehmen leisten zu den vom BMBF bereitgestellten 100 Millionen Euro an Fördermitteln erhebliche eigene Investitionen in Deutschland. Insgesamt investieren die Bundesregierung und die Wirtschaft mehr als 800 Millionen Euro in die Erforschung der OLEDs und in den Standort Deutschland.
Mit der OLED steht zukünftig zusätzlich ein ganz neues Beleuchtungselement zur Verfügung: großflächig, biegsam, transparent. OLED-Beleuchtungsanwendungen sind daher besonders attraktiv für Licht- und Interieur-Designer zur Entwicklung hochwertiger und umweltgerechter Ambientebeleuchtung. Erste Produkte der großen Lampenhersteller sind seit 2010 auf dem Markt. Die effizientesten und besten OLEDs kommen heute aus Deutschland. Neben der OSRAM-OLED-Pilotfertigung in Regensburg sind das Materialforschungszentrum von Merck in Darmstadt oder die OLED-Pilotlinie von Philips in Aachen weitere Erfolgsbeispiele und wichtige Belege für den Erfolg der OLED-Initiative und für die Innovationskraft Deutschlands.
Die Abkürzung OLED steht für "Organic Light Emitting Diode", was mit "organische Leuchtdiode" übersetzt werden kann. Bei der OLED-Technologie handelt es sich um organische Materialien, sog. Polymere (also Kunststoffe), die beim Anlegen einer elektrischen Spannung Licht erzeugen.
Knapp 20 % des weltweiten Stromverbrauchs wird heute für die Beleuchtung eingesetzt. LED und OLED gelten als grüne Technologie, da diese besonders energieeffizient und langlebig sind, so dass der Stromverbrauch für die Beleuchtung deutlich reduziert werden kann: Mit den zukünftigen Halbleiter-Lichtquellen in Kombination mit intelligenten Lichtmanagementsystemen könnten bis zu zwei Drittel dieser Energie eingespart und CO2-Emissionen reduziert werden.
Durch die besonderen Eigenschaften (großflächig, biegsam, transparent) stehen der OLED völlig neue Beleuchtungsanwendungen zur Verfügung. So wird es zukünftig Fensterscheiben geben, die tagsüber gewohnt durchscheinend sind und nachts komplett als Lichtquelle dienen können. Oder dünne, aber flächige OLED-Folien, die ganz einfach als OLED-Leuchttapete auf die Wand aufgetragen werden können. Weitere Innovationen sind z.B. Beleuchtungslösungen im Automobil, die an die Karosserieform angepasst sind (z.B. aufklebbare Heckleuchten).