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Forschung
Porträt des Physikers Peter Grünberg

Im Porträt: Peter Grünberg, Physiknobelpreisträger 2007

Festplatten mit Datenmengen im Terabyte-Bereich sind heute eine Selbstverständlichkeit. Aber möglich wurden sie erst durch die bahnbrechende physikalische Entdeckung des Franzosen Albert Fert und des Deutschen Peter Grünberg. Unabhängig voneinander und fast zeitgleich entdeckten sie 1988 den Riesenmagnetowiderstandseffekt. Neunzehn Jahre später wurde ihnen für diese Entdeckung der Nobelpreis für Physik verliehen.

Der Riesenmagnetowiderstand

Peter Grünberg ©Forschungszentrum Jülich

Der Riesenmagnetowiderstand (GMR) basiert auf einem Schichtenprinzip: zwei äußere magnetische Schichten (beispielsweise aus Eisen) "kommunizieren" miteinander über eine nur wenige Nanometer dicke Zwischenschicht (beispielsweise aus Chrom). Die dabei auftretenden Magnetkräfte sind so schwach, dass sie leicht durch äußere Einflüsse verändert werden können. Der GMR-Effekt ermöglichte die Entwicklung hochempfindlicher Sensoren, die kleinste Magnetzellen des jeweiligen Speichermediums auslesen können. 1997 konnte IBM die erste Festplatte vorstellen, die den GMR-Effekt nutzte. Die Entdeckung von Fert und Grünberg war auch wegweisend für ein neues Gebiet der Elektronik, die Spintronik. Die Spintronik nutzt den Elektronenspin, der die magnetische Speicherung von Informationen sowohl bei ein- als auch bei ausgeschaltetem Strom ermöglicht. Beim Computer beispielsweise könnte dadurch künftig der Bootvorgang überflüssig werden. Die Spintronik ist ein zentraler Forschungsbereich am Peter Grünberg Institut (PGI) das 2011 durch Zusammenlegung des Instituts für Festkörperforschung (IFF) und des Instituts für Bio- und Nanosysteme (IBN) entstanden ist und nach dem Physiknobelpreisträger von 2007 benannt wurde. Das neue Institut forscht auf höchstem internationalen Niveau in neun Bereichen - von der Bioelektronik bis zur theoretischen Nanoelektronik.

Lebenslauf

Geboren am 18. Mai 1939 in Pilsen (dem heutigen Plzen in der Tschechischen Republik) // 1946 Aussiedlung nach Lauterbach in Hessen // 1959 - 1969 Physikstudium in Frankfurt/Main und Darmstadt // 1969 - 1972 Postdoctoral Fellow an der Carleton University in Ottawa // 1972 - 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Festkörperforschung im Forschungszentrum Jülich // 2004 Eintritt in den Ruhestand // 2007 Erste Helmholtz-Professur am Forschungszentrum Jülich

Das Peter Grünberg Institut

Das Peter Grünberg Institut (PGI) in Jülich widmet sich der Grundlagenforschung im Bereich neuer physikalischer Konzepte und Materialien in der Informationstechnologie und verwandten Feldern. Darüber hinaus bietet es eine hochmoderne Plattform für die Entwicklung von Verfahrenstechniken, Geräten und innovativen nanoelektronischen Materialsystemen.

 


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