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Forschung
Der Medizinnobelpreisträger Harald zur Hausen im Labor

Im Porträt: Harald zur Hausen, Medizinnobelpreisträger 2008

Harald zur Hausen hat mit seinen verdienstvollen Arbeiten in der Medizin neue Hoffnung im Kampf gegen den Krebs gegeben. Als Arzt stellte er 1976 die Hypothese auf, dass Krebs auch von Viren verursacht werden kann. In seiner Forschung konzentrierte sich zur Hausen auf das humane Papillomvirus (HPV), das als Ursache für die Entstehung von Hautwarzen bekannt ist. Seine Hypothese, dass diese Warzenviren bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Rolle spielen, wurde anfangs mit Skepsis aufgenommen. Aber Harald zur Hausen gab nicht auf.
Harald zur Hausen ©Deutsches Krebsforschungszentrum

Schließlich gelang ihm 1982 und 1983 der Durchbruch, als er mit seiner Forschungsgruppe HPV 16 und HPV 18 als die für Gebärmutterhalskrebs ursächlichen Virustypen isolieren konnte. Ausgehend von diesen Erkenntnissen wurden Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs, einer der häufigsten Krebsarten bei Frauen, entwickelt. Zur Hausens Arbeiten führten zu verbesserten Methoden, mit denen sich das individuelle Krebsrisiko bei Frauen vorhersagen lässt. Unter der Leitung von Harald zur Hausen hat das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg seine Zusammenarbeit mit Universitätskliniken ausgeweitet und dadurch die Verbindung zwischen Grundlagenforschung und klinischer Praxis gestärkt. Das DKFZ ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland; es arbeitet mit zahlreichen internationalen Partnereinrichtungen zusammen – u. a. dem National Cancer Institute in Bethesda, Maryland/USA, und der Wuhan Universität in China.

Lebenslauf:

Geboren am 11. März 1936 in Gelsenkirchen // 1955 - 1960 Medizinstudium in Bonn, Hamburg und Düsseldorf // 1972 - 1977 Professor und Leiter des Instituts für Klinische Virologie der Universität Erlangen-Nürnberg // 1977 - 1983 Professor und Leiter des Instituts für Virologie, Zentrum für Hygiene der Universität Freiburg // 1983 - 2003 Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg // seit 2003 Professor emeritus // seit 2010 Vizepräsident der European Academy of Cancer Sciences

Das Deutsche Krebsforschungszentrum

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.500 Mitarbeiter, davon über 1.000 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen von Krebs und erfassen Krebsrisikofaktoren.


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