Donnerstag, 23.2.2012 - In diesem Forum befassen sich Expertinnen und Experten mit dem Thema Schaffung, Transfer und Absicherung von Wissen. Es wird dargelegt, welche Wissens- und Technologietransferansätze in den Clustern bestehen. Darüber hinaus wird diskutiert, wie ungewollter Wissensabfluss in regionalen Clustern verhindert werden kann und welche Systeme des Wissensmanagements etabliert werden können.
Moderation: Prof. Jens Wulfsberg, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Das Forum sollte einen Überblick über die Ziele, Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Umsetzung des Wissenstransfers in Clustern geben. In den Beiträgen sowie in der Diskussion wurde ein Bedarf in der wissenschaftlichen Aufbereitung aber auch in Modellen zur praktischen Umsetzung gesehen.
Die Generierung, der Transfer und die Nutzung von Wissen in Netzwerken in regionalen Clustern wird allgemein als zentraler Erfolgsfaktor sowohl für einzelne Clusterakteure aber auch für die Entwicklung von Clustern angesehen. Dies ruft nach einem klaren Verständnis von Wissen, einer intensiven wissenschaftlichen Betrachtung der Prozesse von Wissenstransfer, der Wissensquellen und Wissensträger, des Aufbaus und der Weitergabe von Wissen. Die größten Herausforderungen liegen in der Nutzung und Verknüpfung von implizitem Wissen, das z.B. als Know How in den Köpfen vieler Akteure angesammelt ist und als "klebrige" Erscheinung in der Region verankert ist. Hierfür wird insbesondere in den Clustern ein wichtiger Nährboden gesehen. Ihnen wird über das Clustermanagement eine wichtige Funktion zugebilligt: Sie können Anreiz- und Koordinations- und Regelmechanismen auf verschiedenen Ebenen entwickeln und so gute Bedingungen für einen funktionierenden Wissenstransfer schaffen.
Die Praxistauglichkeit eines Wissenstransfer-Modells zeigt sich am Beispiel des Clusters Solar Valley vor dem Hintergrund einer signifikanten Preis-Lern-Kurve im globalen Wettbewerb am deutlichsten in dem Beitrag zur schnellen Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren zur Erlangung von Skalen-Effekten. Hierzu müssen sowohl ausreichend Ressourcen in der Forschungslandschaft geschaffen als auch geschlossene Entwicklungspfade mit der Industrie aufgebaut werden, um schnell ausreichend Intellectual Property Rights (IPR) generieren zu können.
Insbesondere für ein großes Flächenland mit einem dichten Besatz an Universitäten und Forschungseinrichtungen, aber auch einer breit gefächerten mittelständischen Industrie besteht die Herausforderung, die Innovationstreiber zu identifizieren und sie aktiv zu unterstützen. Um den schnellen Wissenstransfer in der Fläche zu gewährleisten und einen praktischen Mehrwert für die Unternehmen zu schaffen, wurde in Baden-Württemberg im Cluster MicroTEC Südwest ein System von Lotsen installiert, die jeweils verschiedene Fachkompetenzen und -wissen besitzen und über ein CRM System verlinkt sind, das einem Cluster-Unternehmen oder -Forschungseinrichtung gebündelt in verschiedenen Intensitätsstufen maßgeschneidert als Beratungsleistung zur Verfügung gestellt werden.
Diskutiert wurden auch die Grenzen von Wissenstransfer in regionalen Clustern. Da Kompetenzen und technischen Fähigkeiten von Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen optimal zum Bedarf der jeweiligen Cluster-Unternehmens passen müssen, damit ein effektiver und effizienter Technologietransfer gelingt, sollten Cluster auch bereit sein, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus anderen Regionen in den Wissenstransfer einzubeziehen, wenn eine optimale Übereinstimmung sich nicht innerhalb des eigenen Clusters findet. Bei der Überbrückung großer Entfernungen können in solchen Fällen lokale Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Clusters eine wichtige Rolle spielen. Von internationalen Summer-Schools, Workshops, Wissenschaftler-Austausch, Gast-Dozenturen etc., die für Forschungseinrichtungen sehr viel einfacher zu organisieren sind als für Unternehmen, können Unternehmen des Clusters hervorragend profitieren.
Betont wird jedoch auch die Frage der praktischen Verwertbarkeit, d.h. der schnellen Verfügbarkeit von Wissen und des Einsatzes von Wissen bei den Unternehmen, der Erlangung von "Problemlösungskompetenz", um Wettbewerbsvorsprünge zu erlangen, bzw. zu erhalten und die "Time to Market" zu verkürzen. Dabei geht es um den "Frischegrad" von Wissen, d.h. auch darum wie man in gemeinsamen Teams von Wirtschaft und Wissenschaft im Sinne von "Open Innovation" Wissen generiert, das noch gar nicht existiert. Dazu sind insbesondere klare Regulierungen der IPR notwendig, die eine Win-Win Situation abbilden müssen. Ein gutes Clustermangement kann dafür eine erfolgreiche neutrale Basis schaffen mit der Zielrichtung: Verbindung schafft Verbindlichkeit.
Auf einer Meta-Ebene bleibt zu klären wie der begonnene Austausch über Wissenstransfer in regionalen Clustern verstetigt werden kann. Hier könnte zunächst in regelmäßigen Abständen z. B. in einer Skype-Konferenz, jeweils ein Cluster jeweils ein Good Practice und eine aktuelle Problemstellung vorstellen. Auf diese Weise könnten interessierte Akteure aus den Spitzenclustern weiter voneinander lernen und sich gegenseitig beim Lösen von Problemen im Bereich des Wissenstransfers unterstützen. Darüber hinaus sollte über ein konkretes Weiterbildungs-angebot zur weiteren Stärkung der Wissensbasis der Spitzencluster im Bereich Innovations- sowie Netzwerk- und Clustermanagement aber auch zu den jeweiligen thematischen Stärken der Spitzencluster reflektiert werden um Cross Innovation zu Ermöglichen und die Professionalisierung des Clustermanagements weiter voranzutreiben.
Aktuell können Sie die Beiträge von Prof. Stephan Duschek und Dr. Peter Frey als Downloadlink anfordern. Die Präsentation von Dr. Carsten Hutt wird Ihnen in Kürze ebenfalls auf Anfrage zur Verfügung stehen.
Bitten richten Sie Ihre Anfragen an das Organisationsteam im Projektträger Jülich:
E-Mail: info-ck2012@fz-juelich.de
Auf Anfrage stellen wir Ihnen die Beiträge und Präsentationen aus Forum 2 als Downloadlink zur Verfügung.
Bitten wenden Sie sich hierfür an das Organisationsteam im Projektträger Jülich:
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