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Forum 3: Vom Cluster-Manager zum Cluster-Dienstleister? Konzepte zur Etablierung eines nachhaltigen Clustermanagements

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Forum 3: Vom Cluster-Manager zum Cluster-Dienstleister? Konzepte zur Etablierung eines nachhaltigen Clustermanagements

Donnerstag, 23.2.2012 - Das Forum bietet die Möglichkeit, sich über Aktivitäten bestehender Clustermanagement-Organisationen in deutschen Spitzenclustern zu informieren sowie sich mit Clustermanagern aus dem In- und Ausland zum Thema Finanzierungsmodelle und Geschäftskonzepte zur Etablierung einer Clustermanagement-Organisation auszutauschen.

Struktur des Forums

  • Clustermanagement-Organisationen in deutschen Spitzenclustern: Strukturen und Aktivitäten
    Dr. Christian Jacobi, EffizienzCluster LogistikRuhr Management GmbH
    Dr. Christine Neuy, Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg e.V. (MicroTEC Südwest)
    Gino Brunetti, Technische Universität Darmstadt/Software Cluster
  • Podiumsdiskussion "Cluster Management goes Business?"
    Prof. Horst Domdey, BioM Biotech Cluster Development GmbH
    Lars Horsholt Jensen, Brains Business - ICT North Denmark
    Albert Solé, EsadeCreapolis Cluster Development
    Dr. Christian Tidona, BioRN Cluster Management GmbH

Moderation: Dr. Gerd Meier zu Köcker, Geschäftsstelle Kompetenznetze Deutschland


Ergebnisse

Das Forum "Vom Cluster-Manager zum Cluster-Dienstleister?" bot die Möglichkeit sich über Aktivitätenund Finanzierungsmodelle bestehender Clustermanagement-Organisationen in deutschen und europäischen Spitzenclustern zu informieren bzw. in einer Diskussion auszutauschen.

Zur Einstimmung in das Thema stellten zunächst die Clustermanager von drei deutschen Spitzenclustern die Strukturen und Aktivitäten in ihrer jeweiligen Clustermanagement-Organisation vor. Dr. Christine Neuy präsentierte den Spitzencluster MicroTEC Südwest und informierte u.a. über das aktuelle und das künftig geplante Finanzierungsmodell der Clustermanagement-Organisation. Für den EffizienzCluster LogistikRuhr vermittelte Dr. Christian Jacobi einen Eindruck über den Cluster und seine Strukturen. Gino Brunetti, Clustermanager des Software-Clusters, klärte über die Strukturen seiner Clustermanagement-Organisation auf und nannte beispielhaft einige Dienstleistungen, die den Clusterpartnern bereits in der Vergangenheit erfolgreich angeboten wurden.

Zur anschließenden Diskussion trafen auf dem Podium Clustermanager weiterer Spitzencluster zusammen, aber auch Experten aus dem europäischen Ausland: aus Dänemark Lars Horsholt Jensen, Cluster Manager bei BrainsBusiness0 ICT North Denmark, aus Spanien der Clusterexperte und -berater Albert Solé, als Vertreter der beiden deutschen Life-Science-Spitzencluster Prof. Dr. Horst Domdey (BioM) und Dr. Christian Tidona (BioRN). Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Gerd Meier zu Köcker (VDI/VDE Innovation + Technik).

Den Cluster vermarkten und weiterentwickeln 0  das sahen alle Podiumsvertreter als Hauptaufgabe eines Clustermanagements. Neben der strategischen Weiterentwicklung spielt die Förderung der Kommunikation innerhalb eines Clusters eine wesentliche Rolle bei dessen Weiterentwicklung. Auch hier sehen sich Clustermanager mit ihren Teams in der Pflicht. Wer aber bezahlt diese bereits etablierten Dienstleistungen derzeit 0  und wie kann die Finanzierung eines Clustermanagement-Teams in der Zukunft gesichert werden? Aus Sicht Albert Solés kann es künftig in Spanien nur auf eine geteilte Finanzierung des Clustermanagements hinauslaufen, da öffentliche Mittel in den letzten Jahren um 20 bis 30 % gekürzt wurden. Er nannte die Vermittlung von Kooperationen zwischen Unternehmen als mögliche Einnahmequelle für Clustermanagement-Organisationen.

Komfortabler scheint es derzeit noch in Dänemark zuzugehen, wo traditionell eine starke öffentliche Förderung existiert. Doch auch im ICT Cluster strebt man ein langfristig finanziertes und damit nachhaltiges Clustermanagement an, wie Lars Horsholt Jensen berichtete: So müssten auch dort die öffentlichen Geldgeber immer wieder überzeugt sowie vermehrt private Finanzierungen gefunden werden. Das Thema Services für Clusterpartner beschrieb Jensen als "individuellen Wert für individuelle Unternehmen".

Als erfolgreich angebotene Services nannten die Podiumsteilnehmer u.a.: Unterstützung bei Analysen und Umfragen, Projektkoordination, Programm-Office, Beratung von Clustermanagern anderer Cluster, Ausrichtung von Netzwerk- und Partnering-Veranstaltungen,Nachwuchs- und Talentrekrutierung.

Albert Solé betonte hierzu, dass den Clusterpartnern immer wieder vor Augen gehalten werden müsse, welchen Mehrwert an sich schon die Zugehörigkeit und aktive Teilnahme an einem gut funktionierenden Cluster berge.

Horst Domdey stellte heraus, dass der Hauptfokus der Münchner Clusterorganisation BioM vor allem auf der strategischen Weiterentwicklung des Clusters liege. Gerade neue Technologiefelder können durch ein zentrales Management besser erschlossen werden, als durch einzelne Unternehmen, die versuchen auf einen Trend aufzuspringen. Eine Unterstützung bei der Anbahnung hochdiversifizierter F&E-Kooperationen bringe nur im Einzelfall etwas, und gerade München blickt hier in 20 Jahren Entwicklungsgeschichte auf große Erfolge wie auch auf dramatische Fehlschläge zurück. Daraus konnte man jedoch lernen: Erst in der gezielteren Kombination der Player vor Ort könne überhaupt die kritische Masse erreicht werden, um risikoärmer auch neue Wege zu beschreiten und dabei schneller das internationale Interesse zu wecken. Dieses unabhängige strategische oder Portfolio-Management gelinge in einer offenen Clusterstruktur (im Gegensatz etwa zu mitgliedergetragenen Strukturen) am besten.

Christian Tidona betonte, dass die gemeinsame internationale Sichtbarkeit als Spitzenstandort mit kritischer Masse wichtiger sei als der lokale Wettbewerb um Ressourcen. Wichtig sei es für Clustermanagement-Organisationen außerdem, die Bedarfe der Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu ermitteln, und sich mit den Services darauf einzustellen, so Tidona. So sei im BioRN Cluster ein Bedarf ermittelt worden, die Anbahnung und Koordinationvon F&E-Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen, worauf sich inzwischen ein Teil des Clustermanagements konzentriere.Tidona forderte zusätzlich die öffentlichen Geldgeber auf, etablierte und bewährte Clustermanagement-Organisationen in Deutschland auch künftig aktiv als lokale Koordinationszentren für neue Förderprogramme der Fachabteilungen im BMBF zu nutzen.

Am Ende waren sich die Teilnehmer einig: Die Mischung machts und eine One-service-fits-all-Lösung kann es aufgrund der Unterschiede in den Clustern nicht geben. Eine Basisfinanzierung durch die Länder, eine Teilfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge plus eigene Einkünfte aus Dienstleistungen an die Clusterpartner könnten - nach Ansicht der Podiumsteilnehmer - nachhaltige Clustermanagement-Strukturen gewährleisten.

Wichtig, so fasste Moderator Herr Meier zu Köcker am Ende zusammen, sei, vor lauter Services die originären Aufgaben eines Clustermanagements nicht zu vernachlässigen. Bei der Aufteilung der Finanzierung sei auch zu überlegen, ob nicht die öffentliche Hand gleichzeitig als Finanzier und Kunde eine Rolle spielen könne.


Auf Anfrage stellen wir Ihnen die Beiträge und Präsentationen aus Forum 3 als Downloadlink zur Verfügung.

Bitten wenden Sie sich hierfür an das Organisationsteam im Projektträger Jülich:

E-Mail: info-ck2012@fz-juelich.de


 

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