
Der Berufsbildungsbericht 2004 zeigt die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt im Jahr 2003. Danach erhalten immer weniger Jugendliche eine betriebliche Ausbildung - eine besorgniserregende Entwicklung. Konnte 2001 und 2002 noch die Lehrstellenlücke primär durch zusätzliche öffentlich finanzierte Ausbildungsplätze geschlossen werden, ist im Ausbildungsjahr 2003 das betriebliche Angebot weiter zurückgegangen, nunmehr zum vierten Mal in Folge. Deutschland droht ohne ausreichende Ausbildung bis zum Jahr 2015 ein enormer Fachkräftemangel von bis zu 3,5 Millionen unter den 30- bis 45-Jährigen.
Der vorliegende Berufsbildungsbericht gibt eine Einschätzung der Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt im Jahr 2003. Danach erhalten immer weniger Jugendliche eine betriebliche Ausbildung. Diese Entwicklung ist besorgniserregend. In den Jahren 2001 und 2002 konnte noch jeweils die Ausbildungsplatzlücke geschlossen werden. Dies gelang primär durch zusätzliche öffentlich finanzierte Ausbildungsplätze. Im Ausbildungsjahr 2003 ist das betriebliche Ausbildungsplatzangebot weiter zurückgegangen, nunmehr zum vierten Mal in Folge.
Im ersten Halbjahr des Vermittlungsjahres 2003/2004 wurden der Bundesagentur für Arbeit wiederum 25.000 betriebliche Ausbildungsplätze weniger gemeldet als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig gibt es im Frühjahr 2004 wieder mehr Ausbildungssuchende (+3,1%). Parallel zum Rückgang der Ausbildungsplätze stieg die Anzahl der am 30. September unvermittelten Bewerber und Bewerberinnen auf 35.015 an (+11.632). Mit Sorge ist der weitere Rückgang ausländischer Jugendlicher an Ausbildung zu betrachten.
Eine solche Entwicklung - minus 8,7% in nur drei Jahren - lässt sich keineswegs nur mit konjunkturellen Gründen erklären. Sie ist auch das Ergebnis struktureller Veränderungen, auf die wir die berufliche Bildung in Deutschland einzustellen haben. Im verarbeitenden Gewerbe geht die Zahl der Auszubildenden weiter zurück. Die positiven Tendenzen im Dienstleistungssektor und in Wachstumsbranchen reichen zur Kompensation (noch) nicht aus. Am deutlichsten sind die Rückgänge im Baubereich und im Bereich des Handwerks. Deutlich wird auch ein sich veränderndes Bildungswahlverhalten der Jugendlichen, die sich vermehrt für vollzeitschulische Ausbildungsgänge (+8,6% im Jahresvergleich) entscheiden. Die Aufnahme eines Studiums wird erfreulicherweise von mittlerweile 36,5% der Schulabgänger gewählt (+8% gegenüber 1998).
Die duale Berufsausbildung ist - trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten - eine bewährte Form der beruflichen Qualifizierung. Sie ist nach wie vor ein verlässlicher Weg in eine erste qualifizierte Berufstätigkeit. Sie sichert zugleich der Wirtschaft den benötigten Fachkräftenachwuchs. Angesichts der bekannten demografischen Kerndaten droht Deutschland nach Einschätzung von Experten bis zum Jahr 2015 ein hoher Fachkräftemangel von bis zu dreieinhalb Millionen allein in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen. Diese Altersgruppe, die heute ausgebildet wird, hat für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft besondere Bedeutung.
Zur Unterstützung der Wirtschaft für ein ausreichendes Ausbildungsplatzangebot wird das BMBF auch in diesem Jahr zahlreiche ergänzende Maßnahmen ergreifen. Dazu zählen vor allem strukturfördernde Programme (Ausbildungsplatzentwickler, STARegio in den alten Ländern, Stärkung regionaler Ausbildungsstrukturen durch Verbünde und Vernetzungen in Problemregionen; RegioKom in den neuen Ländern, Förderung regionaler und lokaler Netzwerke für betriebliche Ausbildungsplätze). Darüber hinaus wird die Ausbildungsoffensive 2004 zur Gewinnung zusätzlicher Betriebe für die Ausbildung von Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung drei Schwerpunkte haben:
Zugleich werden die begonnenen Reformen zur Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung mit Nachdruck ausgebaut, auch im Kontext der BBiG-Reform. Dabei geht es insbesondere um die Modernisierung und Entbürokratisierung der Ausbildung; seit 1999 sind über 100 Berufe entweder modernisiert (79) oder völlig neu geschaffen (23) worden. In den kommenden Jahren sollen mehr gestufte Ausbildungsberufe sowie neue Ausbildungsberufe in Bereichen mit weniger komplexen Anforderungen geschaffen werden, also auch zweijährige Berufe (über 30 zweijährige Berufe gibt es bereits). Mögliche Dissense der Sozialpartner werden durch den Bund schnell aufgelöst, um das Modernisierungsverfahren weiter zu verkürzen (sechs Monate!).
Dort, wo die Berufsausbildung mittlerweile in Vollzeit in den Schulen stattfindet, wird die Möglichkeit auf Zulassung zur Kammerabschlussprüfung gegeben. Die fehlende Kammerprüfung ist bislang die Ursache dafür, dass die Vollzeitausbildung in den Schulen nicht immer zu einer Direktbeschäftigung im Arbeitsmarkt führt. Teile der Berufsausbildung können zukünftig im Ausland durchgeführt werden und sind trotzdem integraler Bestandteil der nationalen Berufsausbildung. Jugendliche mit schlechteren Startchancen werden weiterhin mit dem BQF-Förderprogramm (Mittel: 2001 - 2006, 60 Millionen Euro einschließlich ESF-Mittel) gefördert.
Die Bundesregierung hat im letzten Jahr Rahmenbedingungen geschaffen, um die Wirtschaft bei ihren Anstrengungen, ein entsprechendes Ausbildungsplatzangebot bereitzustellen, zu unterstützen. Stichworte sind die Aussetzung der Ausbildereignungsverordnung, die Senkung der Geringverdienergrenze auf 325 Euro und die Ausweitung des KfW-Programmes "Kapital für Arbeit" auf die Ausbildung.
Der Berufsbildungsbericht (BBB) wird jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) herausgegeben und informiert über die Schwerpunkte der Berufsbildungspolitik der Bundesregierung. Des weiteren geben die Berufsbildungsberichte einen Überblick über die Entwicklung der Ausbildungsstellensituation in Deutschland. Trends und Ausblicke auf politische Initiativen und neue Projekte runden das Angebot ab.
Informieren Sie sich über Schwerpunktthemen des dualen Systems der Berufsausbildung, das für viele junge Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben eröffnet. Tragen Sie - wo immer Sie es können - dazu bei, jedem Jugendlichen, der dies will, einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Engagierte junge Nachwuchskräfte werden es Ihnen danken und gern zusammen mit Ihnen die Zukunft der Betriebe in Deutschland mitgestalten.

2004, 320 Seiten
Download [PDF - 2,04 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_2004.pdf)

2003, 372 Seiten
Download [PDF - 6,13 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb2003.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)
(URL: http://www.bmbf.de/de/1652.php)
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Informieren Sie sich auf der folgenden Webseite über die Berufsbildungsberichte der letzten Jahre (URL: http://www.berufsbildungsbericht.info)