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Nachhaltiger Wachstumsmotor Forschung und Innovation

"Made in Germany" - Deutschlands Innovationskraft als internationales Erfolgsmodell

Innovationen "made in Germany" begeistern die Welt. Ob die Entwicklung von klimaschonender Energie oder Mobilität, künstlicher Intelligenz oder virtueller Realität: Deutschland ist überaus erfolgreich darin, mit innovativen Technologien, Produkten und Dienstleistungen Lösungen zum Wohle des Menschen zu finden sowie mit einer starken industriellen Basis im weltweiten Wettbewerb zu bestehen und zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen.

  • Deutschland gehört mit einem Welthandelsanteil von knapp 12 % für forschungsintensive Waren zu den führenden Exporteuren von Technologiegütern.
  • Auf dem globalen Markt für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz erreicht Deutschland sogar einen Marktanteil von 15 %.
  • Viele Unternehmen, gerade auch kleine und mittlere, sind globale Technologie- und Systemführer in ihrer Branche. Fast jedes zweite deutsche Unternehmen ist nach der ZEW-Innovationserhebung 2011 innovationsaktiv. Zudem unterhalten viele internationale Unternehmen große Forschungs- und Entwicklungszentren in Deutschland.
  • Auch im Wissens- und Technologietransfer ist Deutschland im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten eng vernetzt zusammen. Bei den Drittmitteln beispielsweise, welche die Hochschulen aus der Wirtschaft anwerben, führt Deutschland die Spitzengruppe an.

Abbildung 1 (1) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.

Dank dieser Innovationskraft der Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist Deutschland der Stabilitätsanker in Europa. Gleichzeitig sind innovative Unternehmen, insbesondere die kleinen und mittleren Firmen, wichtige Wachstums- und Beschäftigungsmotoren. Die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands - trotz der europäischen Schulden- und Finanzkrise - ist insbesondere auch auf die Investitionen in sein Innovationssystem zurückzuführen, die zu hoher Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsvorsprüngen geführt haben (siehe Abbildung 1(1)). Dies belegt die hohe Bedeutung von Forschung und Entwicklung für Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland. "Made in Germany" - Deutschlands Erfolgsgeschichte als stabiles, wirtschaftlich erfolgreiches und innovatives, sozial starkes Land, in dem Ingenieurskunst und Ideenreichtum eine große Rolle spielen, gilt es fortzusetzen. Dies ist eine große Herausforderung. Denn die Welt wandelt sich drastisch. Wir stehen am Beginn eines Jahrzehnts fundamentaler technologischer, ökologischer und gesellschaftlicher Umbrüche:

  • Der Aufbau der Weltbevölkerung verändert sich. Während in den meisten europäischen Ländern immer weniger Kinder geboren werden, wächst die Bevölkerung in anderen Ländern der Welt weiter.
  • Diese sehr unterschiedlichen demografischen Entwicklungen führen zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Die Wachstumsmärkte der Zukunft liegen außerhalb Europas in Asien, Afrika und Lateinamerika.
  • Der weltweite Innovationswettbewerb nimmt rasant zu. Neue wirtschaftliche und technologische Zentren entstehen rund um die Welt. Sie fordern die bisherige Weltspitze in Forschung und Innovation in Europa, Ostasien und den USA heraus. Große neue Gestaltungsmächte1 wie Brasilien, China, Indien oder Mexiko investieren stärker in Forschung und Entwicklung als jemals zuvor. Allein China hat die Zahl der Studierenden zwischen 2001 und 2010 verdreifacht.
  • Der technologische und wirtschaftliche Aufschwung in den neuen Gestaltungsmächten geht einher mit einem Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs an Energie, sonstigen Rohstoffen und Lebensmitteln. Die intensive Nutzung der Erde ist mit einem dramatischen Schwinden der Artenvielfalt sowie mit einer erheblichen Belastung von Böden, Luft und Wasser verbunden.
  • Der Klimawandel beschleunigt sich. Die 2000er-Dekade war das wärmste Jahrzehnt seit Einführung der Wetteraufzeichnung. Davor galt diese Aussage bereits für die 1990erund davor schon für die 1980er-Jahre. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist davon auszugehen, dass sich die Erderwärmung weiter fortsetzen wird. Ein wirksamer Klimaschutz steht vor der besonderen Herausforderung, zeitgleich den weltweit wachsenden Bedarf an Energie wie die zur Neige gehenden Vorräte fossiler Energieträger zu berücksichtigen.

Abbildung 2 (2) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.

Als große Wissens- und Wirtschaftsnation im Herzen Europas ist Deutschland von diesen Entwicklungen vielfältig betroffen. Deutschland besitzt das Potenzial, substanziell zur Lösung der globalen Herausforderungen beizutragen, seine weltweite Stellung als einer der führenden Innovationsstandorte zu behaupten und so langfristig Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern. Doch was ist die beste Grundlage dafür?

Die Debatte um neue Wirtschaftsmodelle verläuft kontrovers. Die einen fordern "Wohlstand ohne Wachstum", da traditionell immer mehr Wachstum - jedes Auto, jede Reise, jeder Kühlschrank - mit immer mehr Ressourcenverbrauch und Umweltschäden einhergeht. Andere halten am bisherigen Wachstumsparadigma fest, um im Wettbewerb mit neuen Gestaltungsmächten[1] nicht zurückzufallen. Für die Bundesregierung ist klar: Die Antwort auf die Verknappung der Ressourcen, die Gefahren des Klimawandels, den Verlust der biologischen Vielfalt, den demografischen Wandel, die steigenden Staatsschulden und die Unsicherheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft liegt in einer nachhaltigen Wachstumsstrategie.

Nachhaltiges Wachstum beinhaltet die Entkopplung von Wachstum, Ressourcenverbrauch sowie Schadstoff- und CO2-Ausstoß. Es bedeutet, den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Es bedeutet, Umweltschutz, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Verantwortung so zusammenzuführen, dass Entscheidungen unter allen drei Gesichtspunkten dauerhaft tragfähig sind - in globaler Betrachtung. Die Erhaltung der Tragfähigkeit der Erde ist das entscheidende Ziel. Die Bundesregierung hat wichtige Schritte hierfür unternommen, unter anderem mit der eingeleiteten Energiewende, dem Ressourceneffizienzprogramm und der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse. Diesen eingeschlagenen Kurs gilt es beizubehalten.

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Bildung, Forschung und Innovation als Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum

 Bildung, Forschung und Innovation sind unverzichtbarer Teil einer qualitativen, langfristig wirkenden Wachstumsstrategie und einer den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichteten Politik. Denn Technologien und Innovationen "made in Germany" sind notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen, Ressourcen zu schonen und unsere Wirtschaftsweise insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Neue technische Lösungen und Innovationen sind erforderlich, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht nur zu erhalten, sondern weiter auszubauen. Sie tragen dazu bei, Antworten auf diese und andere globale Herausforderungen unserer Zeit zu finden, und stärken gleichzeitig Deutschlands Wirtschaftswie Innovationskraft. Forschung und Innovation sind der Schlüssel dafür, dass wir auch in Zukunft jene Produkte, Dienstleistungen und Technologien entwickeln können, mit denen wir nachhaltig individuelles Wohlergehen und gesellschaftlichen Wohlstand schaffen - zum Beispiel:

  •  "grüne Technologien" im In- und Ausland verkaufen und gleichzeitig die Kohlendioxidbilanz verbessern;
  •  mit altersgerechten technischen und sozialen Innovationen die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verbessern und gleichzeitig neue Leitmärkte prägen;
  • die führende Rolle Deutschlands in der satellitengebundenen Erdbeobachtung für nachhaltige Ressourcennutzung und Klimaschutz weltweit einsetzen.

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren ihre Politik konsequent auf Bildung, Forschung und Innovation ausgerichtet. Die gestiegene Bedeutung von Forschung und Entwicklung in Deutschland zeigt sich unter anderem an folgenden Indikatoren:

  • In der deutschen Wirtschaft stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung trotz Finanz- und Schuldenkrisen im Jahr 2010 auf rund 47 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von über 20 % gegenüber 2005. Insgesamt liegen die FuE-Aufwendungen in der deutschen Wirtschaft gemessen am BIP bei 1,89 % und damit um mehr als die Hälfte höher als im Durchschnitt der Europäischen Union (1,16 %).
  • Die Bundesregierung investiert mehr Geld für Bildung, Forschung und Entwicklung als jemals zuvor (siehe Abbildung 3 (3)). So ist der BMBF-Haushalt 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund 11 % auf insgesamt 12,9 Mrd. Euro gestiegen. Der BMWi-Haushalt für forschungs- und technologiepolitische Maßnahmen im Jahr 2012 stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 8 % auf 2,8 Mrd. Euro. Trotz Konsolidierungszwängen im Haushalt steht die Bundesregierung zu ihrem Versprechen, in dieser Legislaturperiode zusätzlich 12 Mrd. Euro für Bildung und Forschung auszugeben.
  • Insgesamt ist der Anteil von Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt deutlich gestiegen - von 2,51 % im Jahr 2005 auf 2,82 % im Jahr 2010 (siehe Abbildung 2 (2)). Wie von der Expertenkommission Forschung und Innovation bestätigt, ist dies ein gutes Zwischenergebnis. Damit liegt das Ziel, dass Staat und Wirtschaft 3 % des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung investieren, in greifbarer Nähe.
  • Entsprechend ist auch die Zahl der in Forschung und Entwicklung tätigen Menschen gestiegen. Von 2005 bis 2010 gab es einen Zuwachs von über 72.000 Vollzeitäquivalenten beim FuE-Personal. Heute arbeiten in Deutschland so viele Menschen wie noch nie für Forschung und Entwicklung, mehr als eine halbe Million. Sie produzieren die Ideen für die Lebensqualität und den Wohlstand von morgen.
  • Internationale Vergleichsstudien belegen die deutsche Innovationsstärke. Im "Innovation Union Scoreboard 2011" der Europäischen Kommission kommt Deutschland auf Rang 3 (hinter Schweden und Dänemark) und gehört damit zu der Gruppe der "Innovationsführer" in Europa. Auch im aktuellen Innovationsindikator der Telekom-Stiftung verbessert sich Deutschland im Vergleich zu 2009 aus dem Mittelfeld auf Rang 4. Als einen wesentlichen Grund für diese guten Ergebnisse werden mehr Investitionen der öffentlichen Hand in Wissenschaft und Forschung genannt.

Abbildung 3(3) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.

Alle diese Indikatoren zeigen: Unser Land hat seine Ausgangsposition in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Deutschland gehört zu den attraktivsten und dynamischsten Forschungs- und Innovationsstandorten der Welt. Es gibt daher allen Grund zu Optimismus, dass wir diese Position weiter ausbauen und Deutschlands Ideen von heute für den Wohlstand von morgen nutzen können. Um dieses Ziel zu erreichen, werden vier Schwerpunkte konsequent weitergeführt und umgesetzt:

  1. die Hightech-Strategie 2020 für Deutschland vorantreiben
  2. Wissenschaft stärken
  3. Bildung in der Wissensgesellschaft ausbauen
  4. die europäische und die internationale Zusammenarbeit intensivieren
 

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