Die ausgewählten Daten zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem (FuI-System) beziehen sich auf drei Gegenstandsbereiche: die Ressourcen für Forschung und Entwicklung (FuE) (Finanzmittel, Personal), die Erträge des FuE-Prozesses (Publikationen, Patente) und die "eigentliche" Innovation durch wirtschaftliche Verwertung der FuE-Ergebnisse. An einigen Stellen wurden zusätzliche Daten ergänzt, um Zusammenhänge deutlicher zu machen.
FuE benötigt entsprechende Ressourcen[1] - finanzielle Mittel oder Personal für FuE-Einrichtungen an Hochschulen, Forschungsinstituten oder FuE-Einrichtungen der privaten Wirtschaft. Eine wichtige Quelle dieses Personals sind Personen, die technische oder naturwissenschaftliche Studiengänge abschließen oder in solchen Fächern promovieren.
Wissenschaftliche Erkenntnisse bzw. Entdeckungen oder technische Erfindungen sind Erträge der FuE-Prozesse. Sie können für eine Verwertung aufgegriffen werden, wobei in der Regel die (privat-)wirtschaftliche Verwertung für neue Produkte oder Produktionsverfahren im Vordergrund der Betrachtung steht. Darüber hinaus sind aber auch Verwertungen im politischen, sozialen oder kulturellen Kontext möglich.
FuE-Erträge[2] können im Falle wissenschaftlicher Erkenntnisse und Entdeckungen durch die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen, im Falle der technischen Erfindungen durch die Anzahl angemeldeter oder erteilter Patente genauer beschrieben werden.
Am Ende eines erfolgreichen FuE-Prozesses steht die Innovation, also die Verwertung von FuE-Erträgen durch Wirtschaft und Gesellschaft. Zu den Innovationsindikatoren[3] gehört der Anteil von Unternehmen, die Produkt-, Prozess- oder sonstige Innovationen in einem bestimmten Zeitraum durchgeführt haben. Innovationserfolge zeigen sich wiederum im Falle der Produktinnovationen etwa in den Anteilen des Umsatzes, die mit neuen Produkten erzielt werden. Erfolgreiche Prozessinnovationen führen zu Kostenreduktionen im Produktionsprozess oder Qualitätsverbesserungen.
1 Ressourcen
2 FuE-Erträge
3 Innovation
Besonders wichtige Indikatoren der FuE-Ressourcen beziehen sich auf die finanziellen Mittel, die für FuE ausgegeben werden. Dabei sind drei wesentliche Betrachtungsweisen zu unterscheiden: die Wissenschaftsausgaben, die FuE-Ausgaben und die Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (BAFE[4]).
Die Wissenschaftsausgaben umfassen die Ausgaben für FuE sowie die Ausgaben für wissenschaftliche Ausbildung und Lehre und sonstige verwandte wissenschaftliche Tätigkeiten, etwa wissenschaftliche und technische Informationsdienste, Datensammlungen für allgemeine Zwecke oder Untersuchungen über die Durchführbarkeit technischer Projekte.
Die gesamten Wissenschaftsausgaben der Bundesrepublik Deutschland betrugen im Jahr 2009 84,9 Mrd. Euro und sind seit 2000 um 32 % gestiegen.
Im Jahr 2009 erreichte die Wirtschaft einen Anteil von 55 % an den Wissenschaftsausgaben. Der Anteil der öffentlichen Haushalte einschließlich der wissenschaftlichen Organisationen ohne Erwerbszweck betrug 45 %.
Der Anteil der Länder[5] an den Wissenschaftsausgaben der öffentlichen Haushalte bewegt sich seit Mitte der 1990er-Jahre auf einem Niveau von rund 60 %. Zuletzt betrug er im Jahr 2009 mit 21,6 Mrd. Euro ca. 59 %. Der Anteil des Bundes erreichte im selben Jahr fast 40 % (14,5 Mrd. Euro).
Die Wissenschaftsausgaben der Länder entfallen zu 90 % auf die Finanzierung der Hochschulen, während die Wissenschaftsausgaben des Bundes zu 80 % den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen zugutekommen.
FuE-Ausgaben beschränken sich auf die Finanzierung systematischer, schöpferischer Arbeit zur Erweiterung des vorhandenen Wissens, einschließlich des Wissens über den Menschen, die Kultur und die Gesellschaft sowie die Verwendung dieses Wissens mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden[6]. In Abgrenzung zu den Wissenschaftsausgaben umfassen die FuE-Ausgaben keine Ausgaben für wissenschaftliche Lehre und Ausbildung und sonstige wissenschaftliche Tätigkeiten (z. B. wissenschaftliche und technische Informationsdienste).
Für FuE wurden im Jahr 2009 von Inländern, d. h. Gebietskörperschaften, privaten Institutionen ohne Erwerbszweck und der Wirtschaft, rund 67,6 Mrd. Euro ausgegeben, das sind fast 30 % mehr als 2001. Der Anteil der Wirtschaft lag 2009 bei rund 46 Mrd. Euro und damit bei 68 %. (Siehe Tabelle 2 [2])
Abbildung 1 (14) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Die bisherigen Betrachtungen bezogen sich auf die von Inländern finanzierten FuE-Ausgaben, bei der auch die Mittel für Forschungszwecke berücksichtigt werden, die ins Ausland fließen. Im Unterschied zum Finanzierungs- und Inländerkonzept umfassen die BAFE allein die zur Durchführung von FuE im Inland ausgegebenen Mittel. Nach dem Inlandskonzept sind hier auch FuE-Ausgaben in Deutschland eingeschlossen, die von ausländischen Quellen finanziert werden, etwa von der EU oder Unternehmen mit Sitz im Ausland. Die BAFE sind besonders für den internationalen Vergleich der FuE-Anstrengungen ein wichtiger Indikator, da bei diesem Konzept Doppelzählungen vermieden werden. Deshalb wird bei den internationalen Vergleichen (siehe Abschnitt Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem im internationalen Vergleich) vor allem dieser Indikator herangezogen.
Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang der Anteil der BAFE am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Auch das "Drei- Prozent-Ziel der Lissabon-Strategie"[7] bezieht sich auf einen angestrebten Wert der BAFE von 3 % in Relation zum BIP. Insgesamt stieg nach vorläufigen Berechnungen im Jahr 2010 der Anteil der BAFE in Deutschland auf geschätzte 2,82 % des BIP. Hier zeigt sich ein erheblicher Fortschritt im Zeitverlauf: Dies ist der höchste seit der Wiedervereinigung gemessene Wert. Während er 2001 noch bei 2,47 % lag, so kann insbesondere seit dem Jahr 2008 ein deutlicher Anstieg festgestellt werden. (Siehe Tabelle 1 [1])
Das "Drei-Prozent-Ziel" wurde auch in der neuen europäischen Wachstumsstrategie "Europa 2020" explizit fortgeschrieben. Ein Kernelement der im Juni 2010 vom Europäischen Rat verabschiedeten Strategie ist die weitere Verbesserung der Bedingungen für FuE.
In absoluten Zahlen erhöhten sich die BAFE zwischen 2005 und 2009 von 55,7 Mrd. auf 67 Mrd. Euro pro Jahr und somit um annähernd 17 %. Für 2010 ist mit einer weiteren Steigerung auf 69,8 Mrd. Euro zu rechnen.
Bei der Betrachtung der Finanzierung von FuE zeigt sich eine starke Bedeutung des Wirtschaftssektors. Die Wirtschaft in Deutschland finanzierte 2009 mit rund 44,3 Mrd. Euro über zwei Drittel der BAFE. Dies bezieht sich auf die Gesamtheit aller Finanzaufwendungen der Wirtschaft, unabhängig davon, wo die FuE-Arbeiten durchgeführt wurden: in der Wirtschaft selbst oder in staatlichen bzw. gemeinnützigen oder öffentlichen Einrichtungen wie etwa Hochschulen. Dieser Wert ist im internationalen Vergleich sehr hoch und gilt als ein charakteristisches Kennzeichen des deutschen FuI-Systems.(Siehe Tabelle 1 [1])
Im Zeitverlauf haben sich die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft - nach einer Stagnation um die Mitte der Dekade - von 2005 bis 2010 wieder sehr dynamisch entwickelt. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet zeichnen sich insbesondere der Fahrzeugbau, die Elektrotechnik (einschließlich DV-Geräten und Optik) sowie die chemische und pharmazeutische Industrie durch sehr hohe FuE-Aufwendungen aus.
Die BAFE verteilen sich unterschiedlich auf die einzelnen Sektoren, in denen FuE durchgeführt wird. Der Anteil der für die Durchführung von FuE in der Wirtschaft aufgebrachten Mittel an den gesamten BAFE lag im Jahr 2009 bei 67,6 %. Dieser Wert bezieht sich auf die Summe aller Aufwendungen für in der Wirtschaft durchgeführte FuE, die gemeinsam von der inländischen Wirtschaft selbst, dem Staat, privaten Institutionen ohne Erwerbszweck und dem Ausland aufgebracht wurden.
Im Hinblick auf die durchführenden Sektoren entfiel auf die Wirtschaft 2009 mit 45,3 Mrd. Euro der größte Teil der zur Verfügung stehenden FuE-Mittel, wobei nur ein vergleichsweise geringer Teil daran vom Staat und durch das Ausland beigesteuert wurde. Der staatliche Sektor (einschließlich privater Institutionen ohne Erwerbszweck) verwendet rund 9,9 Mrd. Euro und die Hochschulen 11,8 Mrd. Euro. Beide Sektoren werden im Wesentlichen durch den Staat finanziert.
Die FuE-Ausgaben des Bundes konnten von 9 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf 12,8 Mrd. Euro im Jahr 2010 gesteigert werden. 2011 erhöhten sich die Bundesausgaben für FuE weiter auf 13,7 Mrd. Euro (Soll), für 2012 ist im Entwurf des Bundeshaushaltsplans (RegE) eine Steigerung auf 13,8 Mrd. Euro vorgesehen.[8]
Auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entfallen zusammengenommen 86 % der Gesamtausgaben des Bundes, auf die übrigen Ressorts die verbleibenden 14 %. (Siehe Tabelle 4 [4])
Die Darstellung der FuE-Ausgaben nach Förderbereichen und Förderschwerpunkten basiert auf der FuE-Leistungsplansystematik des Bundes. Dabei werden die Ausgaben unabhängig vom finanzierenden Ressort nach forschungsthematischen Gesichtspunkten gegliedert[9].
Die Bundesregierung hat die Verfahren zur Koordinierung der FuE-Tätigkeiten des Bundes grundlegend modernisiert und dabei auch die FuE-Leistungsplansystematik neu gefasst. Die Ausführungen zu den Forschungsschwerpunkten des Bundes im Teil B sind nach dieser neuen Systematik strukturiert. Die Umstellung auf die neue Leistungsplansystematik ist in diesem Bundesbericht Forschung und Innovation erstmals erfolgt. Die FuE-Ausgaben des Bundes bzw. BMBF werden in den Tabellen 5 und 6 der Langfassung aufgegliedert nach den Förderbereichen und Förderschwerpunkten der neuen Leistungsplansystematik ab dem Jahr 2009 dargestellt.
Die FuE-Ausgaben des Bundes lassen sich zunächst in die zivile und militärische Forschung unterteilen. Während die zivile Forschung weiter nach Förderbereichen und Förderschwerpunkten aufgegliedert ist, stellt die Wehrforschung und -technik unabhängig von ihren Forschungsthemen einen eigenen Förderbereich dar. Die zivile Forschung erreichte 2010 einen Anteil von 91 % an den gesamten FuE-Ausgaben des Bundes; dieser Wert steigt seit einigen Jahren langsam. Für 2012 ist eine Erhöhung des Anteils ziviler Forschung auf 93 % vorgesehen.
Mit 21 % weist der Förderbereich Trägerorganisationen, Hochschulbau und überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme den höchsten Anteil an den FuE-Ausgaben des Bundes im Jahre 2010 (Ist-Wert) auf. Der für 2012 vorgesehene Anteil ist mit 24 % ähnlich hoch. Den größten Anteil innerhalb dieses Förderbereichs haben die Mittel für die Grundfinanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 7,0 % (Soll 2012: 9,4 %).
Es folgen die Förderbereiche Luft- und Raumfahrt (2010: 9,4 %; Soll 2012: 10,2 %), Gesundheit und Medizin (2010: 6,2 %; Soll 2012: 8,6 %), Großgeräte der Grundlagenforschung (2010: 6,7 %; Soll 2012: 8,5 %) und Innovationsförderung Mittelstand (2010: 8,2 %; Soll 2012: 7,9 %). (Siehe Tabelle 5 [5])
Rund 52 % der FuE-Ausgaben des Bundes entfallen auf das BMBF (2012: 58 %). Dabei dominieren die folgenden Förderbereiche: Trägerorganisationen, Hochschulbau und überwiegend hochschulbezogene Sonderprogramme (2010: 36,7 %; Soll 2012: 42,2 %), Großgeräte der Grundlagenforschung (2010: 11,9 %; Soll 2012: 15 %), Gesundheitsforschung und Medizintechnik (2010: 8,8 %; Soll 2012: 12,4 %), Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit (2010: 7,9 %; Soll 2012: 9,4 %) und Informations- und Kommunikationstechnik (2010: 6,9 %; Soll 2012: 7,0 %).
Bei der Aufgliederung nach Förderungsarten sind insbesondere Projektförderung, institutionelle Förderung, hochschulbezogene Förderung und internationale Beiträge zu unterscheiden. Die Projektförderung umfasst sowohl die vorhabenbezogene Förderung als auch die Ausgaben für Aufträge im Rahmen der Ressort- sowie Wehrforschung. Der Anteil der institutionellen Förderung an den FuE-Ausgaben des Bundes insgesamt lag im Jahr 2010 (Ist) bei 41,6 % (Soll 2012: 42,5 %), der Anteil der Projektförderung einschließlich Ressortforschung 2010 und Soll 2012 bei jeweils 50 %.
Die FuE-Ausgaben des Bundes an die gewerbliche Wirtschaft beliefen sich 2010 auf 2.619 Mio. Euro. Davon entfielen:
Die Gliederung der Ausgaben des Bundes für FuE nach Empfängergruppen vermittelt einen Überblick über die Verteilung der Mittel auf die einzelnen Sektoren - staatliche und kommunale Einrichtungen, Organisationen ohne Erwerbszweck und Unternehmen der Wirtschaft[10]. Im Jahr 2010 (Ist) erhielten die Organisationen ohne Erwerbszweck (einschließlich DFG, Max-Planck-Gesellschaft [MPG], Fraunhofer-Gesellschaft [FhG], Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren [HGF] und Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz [WGL]) mit 52 % den höchsten Anteil an den FuE-Ausgaben des Bundes. Die zweitstärkste Empfängergruppe waren die Gesellschaften und Unternehmen der Wirtschaft mit 20 %. Der Anteil der Gebietskörperschaften an den Empfängern der FuE-Ausgaben des Bundes beträgt 18 %, wovon 7 % auf den Bund[11] und 11 % auf die Länder und Gemeinden entfallen. (Siehe Tabelle 6 [8])
Die Mittel des Bundes im Rahmen der Projektförderung direkt an und zugunsten[12] von kleinen und mittleren Unternehmen[13] (KMU) in Forschung und Innovation betrugen 2011 fast 1,3 Mrd. Euro (2008: mehr als 900 Mio. Euro) - ohne das Konjunkturpaket II.[14] Davon entfielen 693 Mio. Euro (2008: 562 Mio. Euro) auf die technologieoffenen Programme des BMWi zugunsten von KMU, wobei etwa die Hälfte dieser Mittel direkt an KMU gehen. Innerhalb der Fachprogramme von BMWi und BMBF flossen 429 Mio. Euro (2008: 297 Mio. Euro) direkt an KMU, in den Fachprogrammen des BMBF sind dies bereits deutlich mehr als die Hälfte der Mittel für Unternehmen.
Die übrigen Ressorts (ohne BMVg) förderten 2011 KMU in diesem Bereich mit weiteren 114 Mio. Euro (2008: 71 Mio. Euro). Damit stiegen die Projektfördermittel des Bundes direkt an KMU sehr deutlich um über zwei Drittel gegenüber 2007 an. (Siehe Tabelle E1, E2)

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Die Wirtschaftsgliederung der Ist-Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung an die Empfängergruppe Gesellschaften und Unternehmen der Wirtschaft zeigt, dass 2010 rund 65 % der Ausgaben an das verarbeitende Gewerbe geflossen sind. Die bedeutendsten Teilgruppen sind dabei Unternehmen des Fahrzeugbaus sowie der Herstellung von Büromaschinen, DV-Geräten und -Einrichtungen, Elektrotechnik und Maschinenbau. (Siehe Tabelle 6 [8])
Ein gutes Viertel (26 %, 3 Mrd. Euro) der im Inland vom Bund finanzierten FuE entfiel im Jahre 2010 auf die ostdeutschen Länder einschließlich Berlin. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren im Wesentlichen stabil geblieben. Von den Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Jahr 2010 in Höhe von rund 15,4 Mrd. Euro verblieben 92 % im Inland. Der größte Teil der ins Ausland geflossenen Mittel von insgesamt rund 1.235 Mio. Euro entfällt mit rund 971 Mio. Euro auf Beiträge an internationale wissenschaftliche Organisationen und an zwischenstaatliche Forschungseinrichtungen. (Siehe Tabelle 6 [8])
Die Ausgaben der Länder für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung kommen insbesondere den Hochschulen zugute, sowohl in Form von Grundmitteln für Forschung und Lehre als auch in Form von Drittmitteln durch den Länderanteil an der Finanzierung der DFG und der Graduiertenförderung. Daneben ist die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern von Bedeutung, also die Finanzierung von Einrichtungen der MPG, der FhG, der HGF, der WGL und des Akademienprogramms. Zudem fließen Wissenschafts- und Forschungsausgaben der Länder an Landes- und Gemeindeeinrichtungen mit Aufgaben in Wissenschaft und Forschung sowie in den Wirtschaftssektor, der im Rahmen von Fördermaßnahmen für Forschung, Technologie und Innovation öffentliche Mittel erhält. Länder und Gemeinden gaben 2009 21,9 Mrd. Euro für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung aus. Dieser Wert ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen. Der Anteil der ostdeutschen Länder (inklusive Berlin) an den Wissenschaftsausgaben der Länder insgesamt lag 2009 bei 22,7 %.
Der Großteil der Wissenschaftsausgaben - genauer: der Grundmittel für Wissenschaft - der Länder und Gemeinden entfiel 2009 zu einem Anteil von 85 % auf Hochschulen einschließlich Hochschulkliniken, 15 % kamen der Wissenschaft und Forschung außerhalb der Hochschulen zugute. Der Anteil der Ausgaben für die Hochschulen ist damit im Vergleich zu den Vorjahren nahezu konstant geblieben.
Die Ausgaben der Länder für FuE (ohne Gemeinden) betrugen 2010 etwa 9,8 Mrd. Euro (geschätzt) nach rund 9,4 Mrd. Euro im Vorjahr.
Die Länder hatten 2009 einen Anteil von 13,8 % an den gesamten öffentlichen wie privaten FuE-Ausgaben Deutschlands (67,6 Mrd. Euro), im Vergleich zu 13,7 % im Jahr 2005. Der Anteil der Länder an den Gesamtausgaben von Bund und Ländern ergibt einen Wert von 43,8 %. Die Tendenz ist hier leicht rückläufig, zum letzten Dekadenwechsel waren es noch rund 48 %. (Siehe Tabelle 2 [2])
Den größten Beitrag zu den Länderausgaben leisteten 2009 die Länder Nordrhein-Westfalen (19,5 % des Länderanteils), Bayern (16,0 %) und Baden-Württemberg (14,6 %). Die größten Zuwächse gegenüber 2008 gab es in Hamburg (24,8 %), Bremen (13,9 %) und Sachsen-Anhalt (15,3 %). Die stärksten Rückgänge haben Schleswig-Holstein (-8.9 %) und Brandenburg (-5,8 %) zu verzeichnen.
Bund und Länder gaben 2009 gemeinsam rund 21,4 Mrd. Euro für FuE aus, damit finanzierte der Staat 31,6 % aller FuE-Ausgaben in Deutschland. Etwa ein Drittel (32 %) der staatlichen FuE-Ausgaben entfallen auf die institutionelle Förderung, die im Rahmen der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern geleistet wird. (Siehe Tabelle 2 [2])
Die im Rahmen der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern bereitgestellten Mittel dienen zum weitaus größten Teil der Grundfinanzierung (institutionelle Förderung) der Wissenschafts- und Forschungsorganisationen MPG, HGF, WGL, FhG und DFG. Insgesamt betrug 2010 die gemeinsame Forschungsförderung für diese Einrichtungen 7,1 Mrd. Euro. Von diesen Gesamtausgaben entfallen gut zwei Drittel auf den Bund, wobei die Finanzierungsanteile von Bund und Ländern je nach Einrichtung unterschiedlich sind.
Neben der Wirtschaft und den außerhochschulischen Einrichtungen bilden die Hochschulen den dritten großen Bereich, in dem FuE durchgeführt wird. Eine Besonderheit der Hochschulen ist die enge Verknüpfung von Forschung und Lehre, welche eine getrennte Betrachtung dieser beiden Aufgaben erschwert[15].
Im Jahr 2009 betrugen die Ausgaben der Hochschulen für Lehre und Forschung 25,5 Mrd. Euro. Von 2000 bis 2009 betrug die Steigerung insgesamt 34,4 %. Der Anteil der Hochschulen an der Durchführung von FuE in Deutschland machte im Jahr 2009 17,6 % aus. (Siehe Tabelle 1 [1])
Die Ausgaben der Hochschulen für FuE lagen im Jahr 2009 bei 11,8 Mrd. Euro. Dies entspricht 46,4 % der Gesamtausgaben der Hochschulen für Lehre und Forschung. Die Steigerung der FuE-Ausgaben der Hochschulen zwischen 2000 und 2009 belief sich auf 45 %, damit liegt die Steigerungsrate bei den FuE-Ausgaben deutlich über der Steigerungsrate der Ausgaben der Hochschulen für Lehre und Forschung insgesamt. Die FuE-Ausgaben der Hochschulen werden überwiegend vom Staat (Bund und Ländern) aufgebracht (2009 zu 81 %). Der Drittmittelanteil an allen FuE-Ausgaben der Hochschulen ist deutlich gestiegen. Er lag 2009 bei 46,6 % (dies entspricht 5,5 Mrd. Euro) gegenüber 36 % (3,1 Mrd. Euro) im Jahr 2001. Damit ist das Drittmittelaufkommen in diesem Zeitraum um 77,4 % gestiegen.
Neben den FuE-Ausgaben ist das FuE-Personal der wichtigste Indikator für die Ressourcen in FuE innerhalb eines Landes oder in einem Sektor der Forschungslandschaft[16].
Im Jahr 2009 waren insgesamt rund 534.500 Personen (Vollzeitäquivalente) in Deutschland in FuE beschäftigt. Damit hat sich die Zahl gegenüber 2000 um 9,3 % erhöht. (Siehe Tabelle 9 [31])
Nicht alle der im FuE-Bereich beschäftigten Personen üben unmittelbar Forschungstätigkeiten aus. In den genannten Zahlen sind auch Personengruppen enthalten, die technische (z. B. Anlagenbetreuung) oder sonstige Unterstützungsaufgaben (z. B. Sekretariatsdienste) für diese eigentlichen Forschungstätigkeiten wahrnehmen. Der Anteil des wissenschaftlichen FuE-Personals - Forscherinnen und Forscher - am gesamten FuE-Personal lag 2009 bei 59 %[17]. Nach einer leichten Steigerung zu Beginn der Dekade ist dieser Anteil seit 2004 nahezu konstant. (Siehe Tabelle 9 [31])
Frauen sind beim FuE-Personal unterrepräsentiert. Von den rund 534.565 im Jahr 2009 in FuE beschäftigten Personen waren rund 143.300 Frauen; das entspricht einem Anteil von fast 27 %. Die Beteiligung der Frauen am FuE-Personal ist somit seit 1995 (24 %) leicht gestiegen. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen den Sektoren. Während der Frauenanteil 2009 in den Hochschulen rund 42 % und in den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen oder - nach OECD-Nomenklatur - dem Staatssektor rund 38 % des gesamten FuE-Personals ausmachte, betrug er im Wirtschaftssektor nur rund 19 %. Unter den Hochqualifizierten ist der Unterschied zwischen den Sektoren ebenfalls deutlich ausgeprägt, auch hier sind die Forscherinnen in der Wirtschaft mit einem Anteil von lediglich 13 % am geringsten vertreten. An den Hochschulen (28 %) und im Staatssektor (30 %) war im Jahr 2009 der Frauenanteil am hoch qualifizierten Forschungspersonal mehr als doppelt so hoch. Von den rund 317.000 Forscherinnen und Forschern in Deutschland sind rund 62.000 weiblich, das entspricht 19 %.
Insgesamt ist der Frauenanteil an den Forscherinnen und Forschern seit 2003 deutlich von 16 % auf 19 % gestiegen. Am deutlichsten war dieser Anstieg von 25 % auf 30 % im Staatssektor und von 24 % auf 28 % an den Hochschulen, während sich der Frauenanteil in der Wirtschaft kaum verändert hat (Anstieg von 11 % auf 13 %). Dieser Anstieg belegt den Erfolg der Politik der Bundesregierung zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit an Forschungseinrichtungen und Hochschulen.
Innerhalb des Hochschulsektors lassen sich deutliche Unterschiede beim Anteil der Forscherinnen in den einzelnen Wissenschaftszweigen feststellen. Am höchsten lag der Anteil der Frauen am hoch qualifizierten Forschungspersonal 2009 in den Wissenschaftszweigen Medizin mit 49 % und Agrarwissenschaften mit 46 %. In den Geistes- und Sozialwissenschaften betrug er 41 % und in den Naturwissenschaften 26 %. In den Ingenieurwissenschaften dominierten bei einem Forscherinnenanteil von 17 % dagegen nach wie vor deutlich die Männer. Auffällig ist jedoch, dass an den Hochschulen in allen Wissenschaftszweigen der Frauenanteil am hoch qualifizierten Forschungspersonal seit 1995 kontinuierlich angestiegen ist.
Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wiesen 2009 einen Frauenanteil am FuE-Personal von durchschnittlich 38 % aus. Dieser hat sich damit seit 2000 (35 %) leicht erhöht. Eine besonders deutliche Steigerung des Frauenanteils zeigte sich bei der hoch qualifizierten Gruppe der Forscherinnen und Forscher von 22 % (2000) auf 30 % (2009).
Insgesamt ist der Frauenanteil an den Forscherinnen und Forschern seit 2003 deutlich von 16 % auf 19 % gestiegen. Am deutlichsten war dieser Anstieg von 25 % auf 30 % im Staatssektor und von 24 % auf 28 % an den Hochschulen, während sich der Frauenanteil in der Wirtschaft kaum verändert hat (Anstieg von 11 % auf 13 %). Dieser Anstieg belegt den Erfolg der Politik der Bundesregierung zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit an Forschungseinrichtungen und Hochschulen.
Innerhalb des Hochschulsektors lassen sich deutliche Unterschiede beim Anteil der Forscherinnen in den einzelnen Wissenschaftszweigen feststellen. Am höchsten lag der Anteil der Frauen am hoch qualifizierten Forschungspersonal 2009 in den Wissenschaftszweigen Medizin mit 49 % und Agrarwissenschaften mit 46 %. In den Geistes- und Sozialwissenschaften betrug er 41 % und in den Naturwissenschaften 26 %. In den Ingenieurwissenschaften dominierten bei einem Forscherinnenanteil von 17 % dagegen nach wie vor deutlich die Männer. Auffällig ist jedoch, dass an den Hochschulen in allen Wissenschaftszweigen der Frauenanteil am hoch qualifizierten Forschungspersonal seit 1995 kontinuierlich angestiegen ist.
Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wiesen 2009 einen Frauenanteil am FuE-Personal von durchschnittlich 38 % aus. Dieser hat sich damit seit 2000 (35 %) leicht erhöht. Eine besonders deutliche Steigerung des Frauenanteils zeigte sich bei der hoch qualifizierten Gruppe der Forscherinnen und Forscher von 22 % (2000) auf 30 % (2009).
Abbildung 2 (15) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Eine zentrale zukunftsbezogene Ressource für FuE sind die Absolventinnen und Absolventen von Hochschulstudiengängen. Hier hat in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung stattgefunden. Ihre Zahl ist von 198.000 im Jahr 2005 auf einen Rekordstand von 294.000 im Jahr 2010 gestiegen. Knapp 20 % eines Altersjahrgangs beendeten 2005 ihre Ausbildung mit einem Hochschulabschluss, 2010 waren es fast 30 %.
Abbildung 3 (16) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Für die technologische Entwicklung und die Erschließung von Zukunftsmärkten ist es insbesondere wichtig, den Nachwuchs in den Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technikwissenschaften (zusammenfassend auch als MINT-Studiengänge bezeichnet) zu sichern.
Von 2005 bis 2010 stieg nach einer Phase der Stagnation die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen in den Ingenieurwissenschaften deutlich um fast die Hälfte bzw. rund 16.800 Personen an. Bei der Entwicklung des Anteils am Altersjahrgang betrug der Anstieg ebenfalls rund ein Viertel.
Bei den Absolventinnen und Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften zeigte sich in diesem Zeitraum in absoluten Zahlen eine noch markantere Zunahme um über 18.700 Personen bzw. rund 60 %, die den positiven Trend der Vorjahre in noch verstärkter Form fortsetzt. Bemerkenswert ist hier auch, dass die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen in Mathematik und Naturwissenschaften, die in früheren Jahren deutlich - beispielsweise noch 2003 um mehr als 10.000 Personen - unter denen der Ingenieurwissenschaften gelegen hatte, 2009 das Niveau der Ingenieurwissenschaften erreichte und 2010 nur leicht darunter lag.
Diese positiven Entwicklungen bei der Zahl der MINT-Absolventinnen und -Absolventen sind nicht nur im Hinblick auf den Fachkräftebedarf des deutschen FuI-Systems sehr erfreulich. Darüber hinaus ist auch zu berücksichtigen, dass speziell ingenieurwissenschaftliche Studiengänge typische "Aufstiegspfade" für Nichtakademikerkinder sind. Auch der Anteil ausländischer Studierender ist in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen sehr hoch[18].
Im Hinblick auf besonders hoch qualifiziertes Personal für FuE-Tätigkeiten sind Promotionen von Interesse. Darüber hinaus kann die Anzahl an Promotionen auch generell als Indikator für FuE-Aktivitäten dienen.
Die Entwicklung seit dem Jahr 2000 zeigt einen uneinheitlichen Verlauf. Nach einem stetigen Rückgang von 2000 bis 2003 um insgesamt rund 10 % bzw. rund 2.600 Personen stiegen die Promotionszahlen markant bis zu einem Höchstwert der Dekade von fast 26.000 Promotionen im Jahr 2005 an, um danach bis 2009 wieder auf rund 25.000 Promotionen zu sinken. Die jüngsten Zahlen von 2010 zeigen erneut einen Aufwärtstrend auf Werte von über 25.600 Promotionen; die Spitzenwerte von 2005 und 2000 konnten allerdings noch nicht vollständig wieder erreicht werden.
Ähnlich wie bei den Absolventinnen und Absolventen soll auch bei den Promotionen der MINT-Bereich gesondert betrachtet werden. Nach einem Rückgang von 2000 bis 2004 steigt die Zahl der Promotionen in Mathematik und Naturwissenschaften seit 2006 wieder kontinuierlich an. Die Quote - der Anteil der Promotionen in Mathematik und Naturwissenschaften an allen Promotionen der jeweiligen Jahre - liegt relativ konstant auf sehr hohem Niveau: Im Jahr 2010 entfielen ca. 32 % aller Promotionen auf diese Fächer.
In den Ingenieurwissenschaften ist die Entwicklung ebenfalls von Konstanz gekennzeichnet, sowohl hinsichtlich der absoluten Zahlen wie auch des Anteils an allen Promotionen. Bei den jüngsten Daten zeigt sich ein gewisser positiver Trend (Steigerung um fast 10 % in den absoluten Zahlen von 2009 zu 2010).
Insgesamt ist beachtlich, dass die MINT-Fächer einen Anteil von fast 42 % an allen Promotionen erreichen. Dies unterstreicht die besondere Forschungsrelevanz dieser Fächergruppe[19].
Abbildung 4 (17) Klicken SIe bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Erfolgreiche FuE-Tätigkeiten führen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen bzw. Entdeckungen oder technischen Erfindungen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse schlagen sich nieder in wissenschaftlichen Publikationen, die technischen Erfindungen in Patenten[20].
Die Patente sind ein Indikator der technologischen Leistungsfähigkeit eines Landes im engeren Sinne; die Veröffentlichungen messen demgegenüber die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit. Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Produktionsfaktors "Wissen" werden Publikationen in innovationspolitischen Kontexten als Indikator der Wissenschaftsleistung gewürdigt. Zu berücksichtigen ist hier, dass zwischen den Wissenschaftsdisziplinen erhebliche Unterschiede im Publikationsverhalten bestehen. Weiterhin sagen die absoluten Publikationsdaten noch nichts über die Würdigung der Publikation in der Forschungscommunity aus. Dazu müssten zusätzlich Zitationsdaten herangezogen werden.
Die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen (gemessen je Mio. Einwohner bzw. Einwohnerinnen) ist in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 betrug dieser Anstieg rund 28 %.
Eine der führenden Positionen im langjährigen "Triadevergleich" (Europa, Nordamerika, Ostasien) im Hinblick auf die wissenschaftlichen Publikationen nehmen die USA ein[21]. Der Rückstand Deutschlands zu den USA konnte im Betrachtungszeitraum aufgeholt werden: Der Wert für die Anzahl der deutschen Publikationen erreichte im Jahre 2000 noch rund 92 % und stieg bis 2010 auf rund 102 % des amerikanischen Werts. Auch der Vorsprung gegenüber Japan vergrößerte sich in diesem Intervall deutlich (von rund 143 % auf rund 186 % der jeweiligen japanischen Werte). Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt wurde Deutschlands herausgehobene Position - wegen des noch stärkeren durchschnittlichen Wachstums der Publikationszahlen im EU-27-Raum - allerdings ein wenig geschmälert (von rund 130 % auf rund 129 % der jeweiligen europäischen Werte).
Die Anteile der Länder an allen internationalen Publikationen zeigt einen Rückgang der Werte der klassischen Industrienationen - einschließlich Deutschlands - wegen einer stärkeren Publikationsbeteiligung ostasiatischer Länder wie Korea und China[22]. So ist etwa der deutsche Anteil an allen im Science Citation Index (SCI)[23] erfassten Publikationen von 2000 bis 2009 um 10 % gefallen. Ähnliche Werte finden sich für die USA (-13 %), Frankreich (-10 %), Großbritannien (-16 %) und Japan (-27 %). Demgegenüber weisen China (+91,1 %) und Korea (+196 %) große Steigerungsraten auf.
Diese Daten geben einen groben Überblick über die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit einzelner Länder anhand der absoluten Zahlen von Publikationen. Für weiterführende Analysen werden Zitationsindizes herangezogen, die etwa die Zitationen im Veröffentlichungsjahr der betreffenden Publikation und den beiden Folgejahren betrachten. Weitere Indikatoren berücksichtigen zusätzlich die Zitationen von Artikeln aus einem bestimmten Land im Vergleich zu anderen, in derselben Zeitschrift veröffentlichten Artikeln (zeitschriftenspezifische Beachtung) oder die Über- bzw. Unterrepräsentation von Artikeln aus einem bestimmten Land in international renommierten Journalen (internationale Ausrichtung).
Abbildung 5 (18) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Patente werden häufig als Indikatoren der technologischen Leistungsfähigkeit verwendet. Auch wenn Daten hierzu leicht verfügbar sind, ist ihre Interpretation im Hinblick auf FuE-Erträge in der Volkswirtschaft nicht unproblematisch. So gibt es etwa bestimmte Branchen, in denen Erfindungen beispielsweise aus Geheimhaltungsgründen grundsätzlich oder überwiegend nicht patentiert werden. Als weltmarktrelevante oder transnationale Patente werden Erfindungen bezeichnet, die in Europa oder bei der World Intellectual Property Organization (WIPO)[24] angemeldet worden sind. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sind solche Patente von besonderer Bedeutung, weil sie den Schutz der Erfindung auch jenseits des Heimatmarktes betreffen. Hinsichtlich dieses Indikators sind für Deutschland hohe Zuwachsraten auf hohem absolutem Niveau zu verzeichnen. Der Zuwachs an Patenten pro eine Million Einwohnerinnen bzw. Einwohner betrug von 2001 bis 2009 rund 13 %. Im selben Zeitraum vergrößerte sich der Abstand Deutschlands zum EU-27-Durchschnitt geringfügig (von rund 244 % auf rund 250 % der jeweiligen europäischen Werte). Im Vergleich zu den USA weist Deutschland etwa doppelt so viele transnationale Patente pro Million Einwohnerinnen bzw. Einwohner auf, mit von 2001 nach 2009 leicht steigender Tendenz. Im Vergleich zu Japan zeigt sich eine um ungefähr die Hälfte höhere Patentintensität bei leicht fallender Tendenz.
Abbildung 6 (19) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Es ist hier allerdings zu berücksichtigen, dass sich die Situation anders darstellt, wenn andere gebräuchliche Patentindikatoren verwendet werden. Dies gilt insbesondere für die sogenannten Triadepatente: Patente, die zusätzlich zum Inland in den jeweils anderen beiden Regionen der Triade Europa- Nordamerika-Ostasien angemeldet werden. In diesem Indikator liegen beispielsweise die japanischen Werte deutlich höher als die deutschen, im Gegensatz zu den hier dargestellten Werten für weltmarktrelevante Patente. Dies wird im Abschnitt Das deutsche Forschungs- und Innovationssystem im internationalen Vergleich zu internationalen Indikatorensystemen deutlich werden.
Wird unterschieden nach Patenten in unterschiedlichen Technologiebereichen, zeigt sich im internationalen Vergleich ein für Deutschland typisches Bild: In den hochwertigen Technologien[25] (z. B. Automobil, Maschinenbau) ist Deutschland sehr stark mit Patenten vertreten, bei Spitzentechnologien[26] (z. B. Computer/Elektronik oder Pharma/Biotechnologie) allerdings nur unterdurchschnittlich im Vergleich zum Weltdurchschnitt[27].
Die Publikationstätigkeit und die Zahl der Patentanmeldungen bieten darüber hinaus Ansatzpunkte, die Leistungsfähigkeit der deutschen Wissenschaftseinrichtungen zu messen. Wie bereits dargestellt, bilden Publikationen in erster Linie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung ab, während Patentanmeldungen Auskunft über die technologische Entwicklungstätigkeit in der Wissenschaft geben. Beide Dimensionen sind gleichermaßen wichtig für die Rolle der Wissenschaft im Innovationssystem.
Abbildung 7 (20) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
In den für die Innovationsfähigkeit besonders wichtigen Disziplinen der Natur-, Ingenieur-, Medizin- und Agrarwissenschaften erhöhten die Universitäten ihre Publikationsintensität (Publikationen je Forscherin bzw. Forscher pro Jahr) von rund 0,8 Mitte der 1990er-Jahre auf etwa 1,3 gegen Ende der 2000er-Jahre. Die Patentintensität (Patentanmeldungen je 1.000 Forscherinnen bzw. Forscher) ging dagegen von 48 auf 39 merklich zurück. Die Institute der WGL sowie die HGF-Zentren konnten bei beiden Indikatoren klare Steigerungen erzielen. Die WGL-Institute näherten sich bis Ende der 2000er-Jahre mit einer Publikationsintensität von 0,95 und einer Patentintensität von 23 immer mehr den Werten der Universitäten an, während der Rückstand Mitte der 1990er-Jahre noch erheblich war. Hierin spiegeln sich die verstärkten Bemühungen zur Effizienzerhöhung, die u. a. durch regelmäßige Evaluierungen und eine Programmbudgetierung vorangetrieben werden. Die Institute der FhG konnten ihre spezifische Stellung im deutschen Wissenschaftssystem mit einer sehr hohen Patentintensität bei niedrigem Publikationsoutput je Forscherin bzw. Forscher halten, wobei im betrachteten Zeitraum eine Reihe von Einrichtungen neu gegründet bzw. aus anderen Dachorganisationen in die FhG eingegliedert wurden. Die MPG positioniert sich mit einer sehr hohen Publikationsintensität (rund 1,6) bei einer relativ niedrigen Patentintensität (2006/2008: 17) spiegelbildlich zur FhG, was ihrer Rolle als Einrichtung für exzellente Grundlagenforschung entspricht.
Die Investitionen von Wissenschaft und Wirtschaft in FuE schlagen sich dann in volkswirtschaftlichen Erträgen nieder, wenn die Ergebnisse von FuE von den Wirtschaftsorganisationen (Unternehmen) aufgegriffen und in verbesserte Marktangebote oder Produktivitätssteigerungen umgesetzt werden. Um zu beurteilen, in welchem Umfang und mit welchem Erfolg die Unternehmen Inventionen (d. h. technisch-wissenschaftliche Erfindungen) in Innovationen umsetzen, haben sich in der empirischen Innovationsforschung zwei Indikatorengruppen etabliert[28]: Die Innovatorenquote misst den Anteil der Unternehmen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums neue Produkte oder neue Prozesse eingeführt haben. Die direkten Erfolge der Innovationstätigkeit werden zum einen über den Umsatzanteil, der mit neuen Produkten erzielt wird, sowie zum anderen über die Höhe der Kostenreduktion, die durch neue Prozesse erreicht werden konnte, gemessen.
Im Jahr 2010 zählten rund 53 % der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe (inkl. Bergbau) zu den Innovatoren; dies sind Unternehmen, die innerhalb des zurückliegenden Dreijahreszeitraums zumindest eine Produkt- oder Prozessinnovation eingeführt haben. Diese Innovation muss dabei nur aus Sicht des Unternehmens selbst eine Neuerung darstellen, sie kann also zuvor von anderen Unternehmen bereits eingeführt worden sein. Die entsprechenden Innovatorenquoten betrugen für die wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungen[29] rund 47 % und für die sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen[30] rund 28 %.
Abbildung 8 (21) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
In Abbildung 8 (21) ist der Anteil an Unternehmen dargestellt, die im betreffenden Zeitraum mindestens eine Produktinnovation eingeführt haben; dabei kann es sich um Marktneuheiten oder Produktimitate (Nachahmerinnovationen) handeln. Bei dieser und den folgenden Abbildungen ist zu beachten: Zwischen 2005 und 2006 besteht ein Bruch in der Zeitreihe durch Änderungen in der Wirtschaftszweigsystematik, der Erhebungsmethodik und der Definition der Grundgesamtheit[31].
Das intensivste Innovationsgeschehen findet sich im verarbeitenden Gewerbe (inkl. Bergbau) mit Produktinnovatorenquoten von 40 % bis 50 %, gefolgt von wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungen (rund 40 %) und sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen (20 % bis 30 %). Nach einer uneinheitlichen und tendenziell rückläufigen Entwicklung in den früheren Jahren zeigte sich 2008 ein deutlicher Anstieg, dem 2009 ein Rückgang folgte. 2010 nahmen die Innovatorenquoten in allen drei Sektoren wieder zu. Dies unterstreicht die Konjunkturabhängigkeit der Produktinnovationstätigkeit. Der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten zeigt an, in welchem Ausmaß die Unternehmen neue Produkte auf den Markt gebracht haben, die zuvor noch von keinem Unternehmen in dieser oder ähnlicher Form angeboten wurden.
Der Anteil der Unternehmen mit solchen originären Produktinnovationen lag in der deutschen Wirtschaft 2010 bei 13 % und damit auf dem Niveau der Vorjahre. Im verarbeitenden Gewerbe ist dieser Anteil mit 19 % etwas höher als in den wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungen (15 %) und deutlich höher als in den sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen (6 %).
Analog zu den Produktinnovatorenquoten zeigt Abbildung 8 (21) auch den Anteil an Unternehmen, die im betreffenden Zeitraum mindestens eine Prozessinnovation eingeführt haben.
Hinsichtlich der Intensität des Innovationsgeschehens bei Prozessinnovationen heben sich die Sektoren des verarbeitenden Gewerbes (inkl. Bergbau) und die wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungen mit Prozessinnovatorenquoten von aktuell 27 % positiv von den sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen (21 %) ab. Nach relativ hohen Werten im Jahr 2008 ist in den Jahren 2009 und 2010 jeweils ein Rückgang des Anteils der Unternehmen mit Prozessinnovationen zu beobachten. Prozessinnovationen können sowohl zu Kostensenkungen als auch zu Qualitätsverbesserungen führen. Im verarbeitenden Gewerbe (inkl. Bergbau) ist der Anteil der Unternehmen, die Kostensenkungen erreichen, mit 15 % niedriger als der Anteil der Unternehmen, deren Prozessinnovationen zu einer verbesserten Qualität des Produktionsverfahrens führen (18 %). In beiden Sektoren der unternehmensnahen Dienstleistungen dominieren dagegen Qualitätsziele innerhalb der Prozessinnovationstätigkeit.
Als Indikatoren für Innovationserfolge bei Produktinnovationen bieten sich die Umsatzanteile mit - für das Unternehmen - neuen Produkten und die Umsatzanteile mit Markneuheiten an. Der letztgenannte Indikator ist dabei der anspruchsvollere, weil nur die "echten" Neuheiten - und keine Nachahmerinnovationen - berücksichtigt werden. Diese Innovationen stehen in einem wesentlich engeren Verhältnis zu FuE als lediglich imitierende Innovationen.
Der Umsatzanteil mit - für das Unternehmen - neuen Produkten betrug 2010 im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe rund 25 %. Im wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungsbereich (rund 12 %) und sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen (rund 7 %) waren die Werte wesentlich geringer; dies entspricht den für die einzelnen Wirtschaftszweige typischen und über die Zeit im Wesentlichen stabilen Verhältnissen. Für die Gesamtwirtschaft betrug der Umsatzanteil mit neuen Produkten rund 15 %: Ein Siebtel des gesamten Umsatzes der deutschen Wirtschaft ging somit 2010 auf neue Produkte zurück.
Die Umsatzanteile mit Markneuheiten liegen deutlich niedriger, weil es sich hier um den anspruchsvolleren der beiden Indikatoren handelt. Im Jahre 2010 betrugen die entsprechenden Werte für den Bergbau und das verarbeitende Gewerbe 6,1 %, für die wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungen 2,7 % und für die sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen 1,4 %.
Abbildung 9 (22) zeigt die Entwicklung des Indikators "Umsatzanteil mit Marktneuheiten" im Zeitverlauf. Für das verarbeitende Gewerbe (inkl. Bergbau) zeigt sich bis 2009 ein moderat rückgängiger Verlauf. Im Jahr 2010 konnten die Industrieunternehmen ihren Umsatzanteil mit Marktneuheiten wieder erheblich steigern und erreichten - bei Einrechnung der Niveauveränderung durch die methodischen Umstellungen im Jahr 2006 - wieder die hohen Werte der Jahre 2001 und 2002. In den sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen fiel der Umsatzanteil mit Marktneuheiten bis 2005 auf ein recht niedriges Niveau von unter 1 %, blieb danach relativ stabil und nahm im Jahr 2010 merklich zu. In den wissensintensiven, unternehmensnahen Dienstleistungen, zu denen neben dem Bank- und Versicherungswesen insbesondere auch EDV- und Telekommunikationsdienstleistungen sowie technische und Beratungsdienstleistungen zählen, brach der Umsatzanteil mit Marktneuheiten zwischen 2004 und 2006 um rund drei Viertel des Indikatorwerts ein[32]. Seit 2006 zeigte sich ein positiver Trend, allerdings auf im Vergleich zu den Jahren bis 2004 deutlich niedrigerem Niveau. Hier ist zu bedenken, dass die Jahre um den Dekadenwechsel (ca. 1997-2002) eine historisch untypische Situation darstellen. Damals eröffneten sich durch die Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien ("Internetboom", "Dotcom-Hype") völlig neue Möglichkeiten der Produktinnovation sowohl für Hardwareanbieter wie insbesondere auch für die hier angesprochenen Anbieter von Software- und Telekommunikationsdiensten. Der im Anschluss festzustellende Rückgang könnte als Rückkehr zur Normalität interpretiert werden. Dafür sprechen auch die moderat steigenden Werte der letzten drei Jahre.
Abbildung 9 (22) Klicken Sie bitte auf die Grafik für eine größere Version.
Weiterhin kann die zunehmende Internationalisierung dieser Branche dazu geführt haben, dass Produktinnovationen, die in regionalen Märkten noch als neu galten, sich in internationalen Marktumgebungen als Imitationen herausstellten, weil sie in diesen Nichtheimatmärkten bereits von anderen Akteuren eingeführt worden waren[33].
Ein Indikator für Kosteneffekte von Prozessinnovationen ist der Kostenreduktionsanteil durch Prozessinnovationen. Dies bezieht sich auf die Kosten je Stück bzw. Vorgang des betreffenden Jahres, die durch Prozessinnovationen eingespart werden konnten, die im zurückliegenden Dreijahreszeitraum eingeführt worden waren[34].
In Abbildung 8 (21) sind neben den Umsatzanteilen mit Marktneuheiten auch die Kostenreduktionsanteile durch Prozessinnovationen dargestellt. Es zeigt sich für das verarbeitende Gewerbe (inkl. Bergbau) eine leicht fallende Tendenz seit 2006, wenngleich 2010 der Indikatorwert wieder leicht anstieg. Bei den wissensintensiven unternehmensnahen Dienstleistungen konnte ein deutlicher Rückgang von 2001 bis 2004 im Jahr 2005 wieder kompensiert werden. Die Entwicklung von 2006 bis 2008 zeigt einen moderaten Rückgang. Im Krisenjahr 2009 wurden die Kostensenkungsmaßnahmen auf Basis von Prozessinnovationen deutlich verstärkt und eine durchschnittliche Kosteneinsparung von 5,7 % erzielt. Maßgebend hierfür waren die Finanzdienstleister und der Telekommunikationsbereich. Im Jahr 2010 ging der Indikatorwert auf 4,7 % zurück.
[1] In der internationalen Literatur werden diese Ressourcen auch als Input- Größen bezeichnet.
[2] In der internationalen Literatur werden diese FuE-Erträge auch als Throughput-Größen bezeichnet, weil sie sich weder auf Input noch auf Output beziehen, sondern auf Zwischenergebnisse.
[3] In der internationalen Literatur werden diese Innovationsindikatoren auch als Output-Größe bezeichnet.
[4] Im internationalen Raum wird die englische Bezeichnung Gross Domestic Expenditure on Research and Development (GERD) verwendet.
[5] Den Daten der Länder liegt das Konzept der Grundmittel zugrunde, bei dem die Nettoausgaben für die Wissenschaft um die unmittelbaren Einnahmen der Länder durch Wissenschaftseinrichtungen - dies sind insbesondere die Pflegesatzeinnahmen der Hochschulkliniken - vermindert werden, um den Einfluss der Ausgaben für die Krankenversorgung an den Hochschulkliniken auszuschalten.
[6] Vgl. Frascati-Handbuch 2002, OECD, § 63, S. 30.
[7] Dieses Ziel steht im Kontext der von europäischen Staats- und Regierungschefs in Lissabon auf einem Sondergipfel im März 2000 verabschiedeten Lissabon-Strategie. Diese Strategie zielt auf ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und höher qualifizierten Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt ab.
[8] 2010 und 2011 erstmals einschließlich Investitions- und Tilgungsfonds (ohne Länderzuweisungen). 2011 und 2012 einschließlich Energie- und Klimafonds, dem ab 2012 unter anderem sämtliche Ausgaben aller Ressorts zur Elektromobilität zugeordnet sind. Die FuE-Ausgaben des Bundes beinhalten auch die FuE-Ausgaben der Ressortforschungseinrichtungen des Bundes.
[9] Zuordnung auf Vorhabensebene, bei den anderen Ressorts schwerpunktmäßig auf der Ebene der Haushaltsstellen. Die Mittel für die institutionelle Förderung einschließlich der Ausgaben der bundeseigenen wissenschaftlichen Einrichtungen werden entsprechend ihren Aufgaben ebenfalls nach forschungsthematischen Aspekten einem oder mehreren Förderbereichen bzw. -schwerpunkten zugeordnet. Abweichend ist die Vorgehensweise bei den Grundmitteln für die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) sowie den Mitteln für den Hochschulbau und die hochschulbezogenen Sonderprogramme, die jeweils einen eigenen Förderschwerpunkt bilden und in einem Förderbereich zusammengefasst sind.
[10] Die Finanzierung umfasst sowohl die institutionellen Fördermittel als auch die der anderen Förderungsarten. Fördermittel, die von Institutionen an Dritte für Forschungszwecke weitergegeben werden, sind nicht berücksichtigt, d. h., es wird grundsätzlich vom Erstempfängerprinzip ausgegangen.
[11] Der Anteil der Ausgaben des Bundes an die Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben beträgt 6,5 %.
[12] Die Formulierung "zugunsten von KMU" beschreibt die Ist-Ergebnisse der entsprechenden Titel des BMWi aus sogenannten technologieoffenen Programmen (z.B. Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM). Von diesen Mitteln gehen gut 50 % direkt an KMU. Die übrigen Mittel gehen an Forschungseinrichtungen meist im Rahmen von Kooperationsprojekten mit dem Mittelstand, von denen die KMU unmittelbar profitieren.
[13] Zur Abgrenzung von KMU sind verschiedene Definitionen üblich. Die Bundesregierung verwendet seit vielen Jahren für ihre Statistik eine spezifische nationale Definition. Sie greift auf die Kriterien der EU-Definition zurück, setzt aber mit einem Umsatz von 100 Mio. Euro (EU 50 Mio. Euro) und einem Wert von 50 % (EU 25 %) Besitzanteil anderer großer Unternehmen weitere Grenzen. In der Tabelle E1 wird die europäische Definition, in der Tabelle E2 die nationale Definition verwendet.
[14] Mittelabfluss im Konjunkturpaket II im Rahmen von ZIM: 2010 320 Mio. Euro, 2011 397 Mio. Euro.
[15] Die Ermittlung der FuE-Ausgaben der Hochschulen erfolgt mithilfe von sogenannten FuE-Koeffizienten auf der Basis der Gesamtausgaben der Hochschulen. Weitere Faktoren sind u. a. die Anzahl der betreuten Studierenden, die abgelegten Prüfungen und die Arbeitszeitbudgets des Personals. Nicht zum Hochschulsektor zählen nach den im Rahmen der OECD verabschiedeten Kriterien der FuE-Statistik die sogenannten An-Institute, die zwar enge und vielfältige Verbindungen zu den jeweiligen Hochschulen haben, jedoch rechtlich selbstständige Einrichtungen sind.
[16] Ein Vorteil der Messgröße FuE-Personal gegenüber den FuE-Ausgaben ist, dass Inflationseffekte beim Zeitvergleich oder Kaufkraftunterschiede beim internationalen Vergleich keine Rolle spielen. Um die Wirkungen von Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen auszuschalten, wird das FuE-Personal in Vollzeitäquivalenten angegeben. Bei dieser Form der Zählung wird auch berücksichtigt, dass insbesondere an Hochschulen Forschung und Lehre regelmäßig von einer Person ausgeübt werden. Der Forschungsanteil wird mithilfe von FuE-Koeffizienten nach einem Verfahren ermittelt, auf das sich das BMBF, die Kultusministerkonferenz, das Statistische Bundesamt und der Wissenschaftsrat geeinigt haben.
[17] Der Anteil des wissenschaftlichen FuE-Personals wird anhand der Formalqualifikation (Hochschulabschluss) geschätzt. Zwar ist bei dieser Einteilung des FuE-Personals nach Art der Beschäftigung die Qualifikation nicht das ausschlaggebende Kriterium. Dennoch kann im Allgemeinen davon ausgegangen werden, dass Forscherinnen und Forscher zugleich auch Akademikerinnen und Akademiker sind.
[18] Vgl. Leszczensky/Frietsch/Gehrke/Helmrich, Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 1-2010.
[19] Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass in bestimmten naturwissenschaftlichen Disziplinen typische Berufseintrittsverläufe über die Promotion erfolgen.
[20] Publikationen und Patente lassen sich auch als Output des FuE-Prozesses bezeichnen. Bezogen auf den gesamten Innovationsprozess können diese Publikationen und Patente aber eher als Zwischenergebnisse verstanden werden, die ihrerseits wiederum Voraussetzung (Input) sind für die Verwertung dieser Erkenntnisse und Erfindungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb wird hier auch von Throughput-Indikatoren gesprochen.
[21] Hinsichtlich der USA ist zu bedenken, dass Forscherinnen und Forscher mit englischer Muttersprache einen erheblichen Vorteil bei internationalen Publikationen genießen.
[22] Vgl. Schmoch/Mallig/Neuhäusler/Schulze: Performance and Structures of the German Science System in an International Comparison 2010 with a special analysis of public non-university research organizations. Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 8-2011 (www.e-fi.de/fileadmin/Studien/StuDIS_2011/StuDIS_8_2011.pdf).
[23] Eine Liste der im SCI erfassten Journale findet sich unter http://scientific.thomson.com/cgi-bin/jrnlst/jloptions.cgi?PC=K.
[24] Weltorganisation für geistiges Eigentum, eine spezialisierte Agentur der Vereinten Nationen.
[25] Waren der hochwertigen Technologie sind diejenigen FuE-intensiven Waren, bei deren Herstellung jahresdurchschnittlich zwischen 2,5 % und 7 % des Umsatzes für FuE aufgewendet werden
[26] Waren der Spitzentechnologie sind diejenigen FuE-intensiven Waren, bei deren Herstellung jahresdurchschnittlich mehr als 7 % des Umsatzes für FuE aufgewendet werden.
[27] Vgl. Frietsch/Schmoch/Neuhäusler/Rothengatter: Patent Applications - Structures,
Trends and Recent Developments. Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 9-2011.
[28] Zu den einzelnen Indikatoren und deren Definitionen vgl. Rammer/Aschhoff/ Doherr/Hud/Köhler/Peters/Schubert/Schwiebacher: Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2011. Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Januar 2012.
[29] Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.
[30] Großhandel, Verkehr und Lagerei, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (ohne Vermietung von beweglichen Sachen).
[31] Vgl. Rammer/Peters: Innovationsverhalten der Unternehmen in Deutschland 2008. Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 7-2010.
[32] An dieser Aussage ändert sich qualitativ nichts, wenn die Werte im Hinblick auf die Änderung der Erhebungsmethode korrigiert werden, vgl. Rammer/Peters: Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 7-2010.
[33] Vgl. Rammer/Peters: Innovationsverhalten der Unternehmen in Deutschland 2008: Aktuelle Entwicklungen - Innovationsperspektiven - Beschäftigungsbeitrag von Innovationen. Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 7-2010.
[34] Ein weiterer Erfolgsindikator für Prozessinnovationen sind prozessinnovationsbedingte Umsatzsteigerungen durch Qualitätsverbesserungen. Darauf wird hier nicht eingegangen, weil für diesen Indikator keine den anderen Indikatoren vergleichbaren Zeitreihen vorliegen. Im ZEW-Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2005 wird dieser Indikator erstmals erwähnt. Vgl. Aschhoff/Doherr/Ebersberger/Peters/Rammer/Schmidt: Indikatorenbericht zur Innovationserhebung 2005, ZEW-Publikation, März 2006.
In diesem Kapitel werden grundsätzlich Daten des Jahres 2009 genutzt. Darüber hinaus werden in Einzelfällen Daten bzw. Schätzungen für 2010 aufgeführt. Als Quellen werden vor allem die internationalen Statistik-Datenbanken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Statistischen Amts der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat) genutzt. Diese werden ergänzt durch die Daten des Statistischen Bundesamtes, der Bundesbank, des Europäischen Patentamtes, der Wissenschaftsstatistik gGmbH im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW). Weiterhin werden Daten aus Studien zum deutschen Innovationssystem der Expertenkommission Forschung und Innovation genutzt.
Datenportal des BMBF
Im neuen Datenportal des BMBF findet sich unter der Adresse www.datenportal.bmbf.de ein reichhaltiges Angebot zu Zahlen und Fakten zu den Themenbereichen Wissenschaft, Forschung, Entwicklung, Innovation und Bildung. Neben den Tabellen des Teil II E des Bundesberichts Forschung und Innovation sind hier auch umfangreiche Daten zu Bildung und Wissenschaft dargestellt. Die Tabellen des Bundesberichts Forschung und Innovation sind im Datenportal detaillierter und mit längeren Zeitreihen als im Bericht selbst verfügbar. Von aktuellen Zahlen bis hin zu historischen Daten finden sich im Datenportal des BMBF Zeitreihen, die zum Teil bis in die 1960er-Jahre zurückreichen. Darüber hinaus wurden diese Zahlen um internationale Vergleiche ergänzt. Die Datenbasis des Portals wird in halbjährlichen Intervallen aktualisiert.
Das Datenportal des BMBF enthält neben den konkreten Informationen zu den unterschiedlichen Bildungs- und Forschungsbereichen auch Angaben zu den Ausgaben von Bund und Ländern. Der Bereich Forschung und Entwicklung umfasst dabei unter anderem Statistiken zu Forschungsausgaben des Staates und der Wirtschaft, zu FuE-Personal und zu Patenten. Auch Kenngrößen zum Innovationsverhalten sind hier dargestellt. Im Bereich Bildung stehen unter anderem Statistiken zum Elementarbereich, zu Kindergärten, Tageseinrichtungen und Schulen, aber auch zu Hochschulen (u. a. Studierende, Hochschulpersonal), Weiterbildung und Ausbildungsförderung (BAföG, Meister-BAföG) zur Verfügung.
Die Bedienung wurde so gestaltet, dass durch eine Auswahl von Schlagworten oder durch Navigation in der thematischen Gliederung die Daten recherchiert werden können. Im Glossar findet man zudem in alphabetischer Anordnung Erklärungen zu wichtigen, in diesem Angebot vorkommenden Begriffen und Abkürzungen. Die Ergebnisse der Suche lassen sich in verschiedenen Ausgabeformaten (HTML, PDF, Excel) herunterladen und gleich weiterverwenden.
Alle Tabellen des BuFI sind auf dem Datenportal unter www.datenportal.bmbf.de in unterschiedlichen Formaten aktualisiert erhältlich.