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Fortbildung für Physiotherapeuten und Heilpraktiker

"Kostenpflichtiges Lotteriespiel"

"Kostenpflichtiges Lotteriespiel"

Untersuchung

Wird die geplante Gesundheitsreform umgesetzt, müssen sich Angehörige des Gesundheitsbereiches künftig stärker weiterbilden. Das gilt auch für die rund 100.000 Physiotherapeuten in Deutschland. Aber der Markt der beruflichen Weiterbildung ist im nicht-ärztlichen Gesundheitsbereich besonders intransparent,  Kursbezeichnungen sind oft willkürlich gewählt. Die STIFTUNG WARENTEST hat den Fortbildungsmarkt für Physiotherapeuten und/oder Heilpraktiker an den Beispielen von Fußreflexzonenmassage, Wirbelsäulentherapie und Osteopathie (Knochenleiden) untersucht. Zunächst wurde das Kursmaterial angefordert und ausgewertet. Anschließend haben geschulte Tester die Kurse inkognito besucht.

Qualitätskriterien

Das Vorab-Material sollte angemessen über Inhalt, Aufbau, Unterrichtsvolumen und Kosten der Weiterbildung informieren und auch die Höchstteilnehmerzahl nennen. Gute Betreuung liegt bei einem Lehrer-Schüler-Verhältnis von 1:15 noch vor, ab 20 Teilnehmern wird es kritisch. Neben der Anzahl der Teilnehmer sind deren Vorkenntnisse wichtig. Um einen Lernerfolg zu gewährleisten sollten sie auf einem ähnlichen Niveau sein. Das Lehrpersonal sollte sich aus Gesundheitsfachberuflern zusammensetzen, die über ausreichend praktische Erfahrung verfügen. Praktische Übungen sollten bei Kursen dieser Art im Vordergrund stehen. Dennoch darf die Theorie nicht zu kurz kommen.

Ergebnisse

Die Vorab-Informationen waren oft unvollständig. Das Kursmaterial war nicht so systematisch aufbereitet, dass die Teilnehmer die Übungen damit hätten wiederholen können. Etliche Kurse hatten inhaltliche Mängel: Manche Behandlungsmethoden kamen gar nicht erst zur Sprache. Gleich mehrere Dozenten hatten zwar Fachkenntnisse, konnten diese aber methodisch-didaktisch nicht überzeugend vermitteln. Negativ fielen teilweise auch die Lernbedingungen auf. Ein Kurs zum Beispiel war mit mehr als 30 Teilnehmern total überfüllt. Auch die Ausstattung ließ zum Teil zu wünschen übrig. In einem Fall fehlten sogar die Behandlungsliegen für die praktischen Übungen.

Verbrauchertipps

Besorgen Sie sich noch vor dem Kurs reichlich Informationsmaterial. Achten Sie auf die Höchtsteilnehmerzahl sowie die Ausbildung des Trainers und versuchen Sie, vom Anbieter Informationen über die Vorkenntnisse der anderen Teilnehmer zu bekommen. Gerade bei Fortbildung im Bereich Gesundheit sollten Sie prüfen, ob Sie den von Ihnen ausgewählten Grundkurs auf eine längere Ausbildung anrechnen lassen können.

Die ausführlichen Testergebnisse finden Sie [hier].

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