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BMBF-Förderung für Fachhochschulen

Fachhochschulen sind durch die einzigartige Kombination ihrer Charakteristika - praxisorientierte Lehre und anwendungsorientierte Forschung - ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Wissenschaftssystems. Durch Fördermaßnahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben die Fachhochschulen seit 2006 einen enormen Schub erfahren. Die Höhe der Fördersumme wurde im Zeitraum 2006 bis 2011 fast verdreifacht.

Deutschlands wirtschaftlicher Erfolg basiert auf technologischen Meisterleistungen, die nur mit hochqualifizierten Fachkräften möglich sind. Eine wesentliche Basis für diesen Erfolg ist die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung an Fachhochschulen. Fachhochschulen bilden praxisnah aus, forschen problemorientiert und kooperieren mit den Unternehmen in der Region. Sie helfen so, neue und verbesserte Produkte oder Dienstleistungen im Wettbewerb zu etablieren. Dies sind genau die Faktoren, die in Zukunft über die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und den Wohlstand unserer Gesellschaft mitentscheiden. "Made in Germany" hat nicht zuletzt wegen der weltweit anerkannten deutschen Ingenieurausbildung einen exzellenten Ruf.

Daher kommt der Förderung von Fachhochschulen durch das BMBF eine große Bedeutung zu.

Seit 2006 erhielten die Fachhochschulen aus sämtlichen BMBF-Programmen und -Maßnahmen kontinuierlich steigende Fördermittel. Im Jahr 2006 waren dies 28,1 Millionen Euro, 2011 bereits 81,5 Millionen Euro (siehe Abbildung).

Damit sind die vergebenen Mittel fast verdreifacht worden. Insgesamt beläuft sich die Summe der für Fachhochschulen vom BMBF bereitgestellten Mittel für den Zeitraum von 2006 bis 2011 auf rund 316 Millionen Euro.

Mittel für Fachhochschulen aus sämtlichen BMBF-Aktivitäten. Neben dem Programm

 

 

 

 

 

 

Hier finden Sie einen Überblick über die wesentlichen Maßnahmen zur Förderung von Fachhochschulen durch das BMBF.

Praxisorientiert und anwendungsnah: "Forschung an Fachhochschulen"

Das Programm "Forschung an Fachhochschulen" ist das einzige ausschließlich an Fachhochschulen adressierte Förderprogramm der Bundesregierung.

Das BMBF fördert darin die anwendungsnahe Forschung an Fachhochschulen in den Ingenieur-, Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Dies geschieht in Kooperation mit kleinen und mittleren Unternehmen in der jeweiligen Region sowie mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ziel der Förderung ist die Stärkung der anwendungsnahen Innovationspotentiale, die von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen ausgehen und die Verbesserung der Netzwerkfähigkeit. Die angewandte Forschung hat sich seit den 1990ern Jahren neben der praxisorientierten Lehre zu einem zweiten profilbildenden Merkmal der Fachhochschulen entwickelt.

Die Mittel des Programms "Forschung an Fachhochschulen" haben sich seit 2005 vervierfacht: im Jahr 2005 waren es 10,5 Millionen Euro; im Jahr 2012 waren es 40,7 Millionen Euro (siehe Abbildung).

Haushaltsplanansatz der Jahre 2005 bis 2012 im Programm
Dieser beträchtliche Mittelaufwuchs wurde dazu genutzt, verschiedene auf die Bedarfe und Stärken der Fachhochschulen zugeschnittene Förderlinien zu etablieren.

Mit einer Höchstfördersumme von 260.000 Euro pro Projekt (ohne Projektpauschale) gingen in diesem Programm im Zeitraum 2006 bis 2011 für weit über 800 Vorhaben Mittel in Höhe von rund 175 Millionen Euro an 110 Fachhochschulen. Hier finden Sie die interaktive Karte zur regionalen Verteilung der Programm-Mittel zu "Forschung an Fachhochschulen" im Zeitraum 2006 - 2011.

Die Fachhochschulen als erfolgreiche Akteure weiterer Fördermaßnahmen

Die Förderung der Fachhochschulen außerhalb des Programms "Forschung an Fachhochschulen" hat seit 2006 stetig an Bedeutung gewonnen. Den Fachhochschulen gelingt es immer besser, sich erfolgreich an den übrigen BMBF-Programmen und Maßnahmen zu beteiligen.

Flossen aus diesen BMBF-Aktivitäten 2006 noch 13,7 Millionen Euro an die Fachhochschulen, waren es 2011 bereits 45,8 Millionen. Das entspricht einem Anstieg der Fördermittel um fast das 3,5fache im Zeitraum 2006 bis 2011 und einem Gesamtfördervolumen in Höhe von insgesamt rund 141 Millionen Euro.
Von den Fachprogrammen in den Bereichen "Neue Technologien", "Lebenswissenschaften" und "Klima, Umwelt, Energie" über die Wettbewerbe um die Spitzencluster oder den Qualitätspakt Lehre bis hin zur Innovationsförderung in den neuen Ländern, zum Professorinnen-Programm oder zu Maßnahmen der Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses - der stetig wachsende Erfolg der Fachhochschulen in den vergangenen Jahren zeigt, dass die Fachhochschulen gefragte Partner für die erfolgreiche Umsetzung von Wissenstransferprozessen sind.

Die von Fachhochschulen eingeworbenen Fördermittel außerhalb des Programms "Forschung an Fachhochschulen" stammen überwiegend aus folgenden Maßnahmen:

  • Spitzencluster-Wettbewerb

    Im Rahmen der Hightech-Strategie werden gezielt Anreize gesetzt, um den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken. Der Spitzencluster-Wettbewerb unterstützt leistungsfähige Netzwerke aus Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren kompetenten Partnern einer Region mit dem Ziel, eine internationale Spitzenstellung zu erobern oder zu behaupten. Die Fachhochschulen in den Spitzenclustern tragen insbesondere ihre praxis- und anwendungsbezogene Expertise bei. Im Spitzencluster-Wettbewerb sind in sieben der 15 Spitzencluster insgesamt acht Fachhochschulen aktiv. Das BMBF hat die im Spitzencluster-Wettbewerb erfolgreichen Fachhochschulen seit 2006 mit rund 5,5 Millionen Euro unterstützt.
  • Innovationsförderung in den neuen Ländern

    Fachhochschulen in den neuen Ländern werden vor allem durch die BMBF-Innovationsinitiative Neue Länder "Unternehmen Region" gefördert. Die Initiative steht für den Auf- und Ausbau besonderer technologischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen in ostdeutschen Regionen. Ziel ist ihre nachhaltige Umsetzung in Innovationen, mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Damit sollen auch die Voraussetzungen für die Entstehung regionaler Wirtschaftscluster geschaffen werden. Insgesamt sind im Zeitraum von 2006 bis 2011 über 24 Millionen Euro an Fachhochschulen in den neuen Ländern geflossen.
  • BMBF-Fachprogramme in den Bereichen "Innovation durch neue Technologien", "Innovation durch Lebenswissenschaften" und "Klima, Umwelt, Energie"

    Allein in diesen Bereichen haben die Fachhochschulen im Zeitraum 2006 bis 2011 fast 70 Millionen Euro eingeworben und sind auch hier kontinuierlich erfolgreicher geworden. 2006 erhielten sie 6,5 Millionen Euro. 2011 ist dieser Betrag auf mehr als 16 Millionen Euro angestiegen.
  • Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung

    Förderschwerpunkte dieser Maßnahme sind die Initiative "Frauen an die Spitze" mit dem Ziel, die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem sowie in der Wirtschaft zu erhöhen, der "Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen - Komm nach MINT", mit dem das Potential von Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe genutzt werden soll, sowie das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder für mehr Professorinnen an Hochschulen. Insgesamt sind im Rahmen der geförderten Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung von 2006 bis 2011 Fördermittel in Höhe von 13,5 Millionen Euro an die Fachhochschulen gezahlt worden.
  • Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses

    Fachhochschulen partizipieren auch an der Fördermaßnahme "Akademikerinnen und Akademiker qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt" (AQUA) und beim Wettbewerb "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen", mit dem Bund und Länder die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung stärken. Im Mittelpunkt steht hier die Entwicklung und nachhaltige Implementierung von weiterbildenden Studienangeboten an Hochschulen. Derzeit werden 27 Fachhochschulen sowohl in Einzel- als auch in Verbundprojekten gefördert. Insgesamt sind im Rahmen dieser beiden seit 2011 laufenden Maßnahmen Fachhochschulen mit knapp zwei Millionen Euro gefördert worden.
  • Qualitätspakt Lehre

    Mit dem zum Wintersemester 2011/2012 aufgelegten Qualitätspakt Lehre sichern Bund und Länder eine breit wirksame Unterstützung für gute Studienbedingungen an den deutschen Hochschulen. Der Bund stellt hierfür im Zeitraum von 2011 bis 2020 insgesamt rund 2 Milliarden Euro zur Verfügung. Insgesamt wurden 186 Hochschulen, darunter 78 Fachhochschulen zur Förderung ausgewählt. Auf die Fachhochschulen entfallen im Jahr 2011 rund 8,5 Millionen Euro und im Förderzeitraum 2011 bis 2016 insgesamt rund 285 Millionen Euro Fördermittel. Die geförderten Fachhochschulen wollen vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen ergreifen, die auf den spezifischen Bedarf vor Ort abgestimmt sind. Schwerpunkte sind beispielsweise die Gestaltung der Studieneingangsphase durch Informations- und Beratungsangebote, Studienerfolg in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und Nutzung von innovativen Lehrmethoden und Studienmodellen sowie neue E-Learning / Blended-Learning-Ansätze.
  • Hochschulpakt

    Zusätzlich erhalten die Fachhochschulen Mittel im Zuge des Hochschulpaktes 2020. Mit dem 2007 zwischen Bund und Ländern geschlossenem Pakt ist es unter anderem auch gelungen, den Anteil der Studienanfängerplätze an den Fachhochschulen zu erhöhen. Die Studienanfängerzahlen insgesamt sind von 2005 auf 2010 um 22,7 Prozent kontinuierlich gestiegen: an Universitäten um 14,4 Prozent; an Fachhochschulen sogar um 38,8 Prozent. Auf Seite des Bundes sind bis 2010 565 Millionen Euro in den Ausbau der Studienangebote geflossen. Für den Zeitraum 2011 bis 2015 stellt der Bund hierfür weitere rund 4,8 Milliarden Euro zur Verfügung.
    Eine Aussage über die Fördersumme für Fachhochschulen aus dem Hochschulpakt kann allerdings nicht getroffen werden, denn über die Mechanismen zur Verteilung der Bundesmittel auf einzelne Hochschulen entscheidet jedes Land selbst.

Die Fachhochschulen konnten durch die strategischen Förderprogramme des BMBF ihre Stärken in der anwendungsnahen Forschung, im Wissens- und Technologietransfer mit Unternehmen und in der forschungsnahen Qualifizierung des Nachwuchses deutlich ausbauen. In den vom BMBF geförderten Projekten ist eine hohe Mobilisierung von Forschungspartnern wie Unternehmen, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Merkmal. Der Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses kommt dabei eine hohe Bedeutung zu - zahlreiche Studierende, Absolventen und Promovenden arbeiten in den Projekten mit.