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Krankheiten besser therapieren mit individualisierter Medizin

Die moderne Molekularbiologie hat die Gesundheitsforschung beflügelt und eröffnet neue Perspektiven für die evidenzbasierte Medizin. Sie zielt u. a. darauf ab, diagnostische Marker zu bestimmen, die es erlauben, Krankheitsrisiken abzuschätzen, den Erfolg von Therapien vorherzusagen und deren Verlauf zu kontrollieren. Die Identifizierung und Validierung solcher Biomarker stellt einen Fokus einer individualisierten Medizin dar, wie sie die Bundesregierung innerhalb ihres im Dezember 2010 verabschiedeten Rahmenprogramms Gesundheitsforschung erstmals als Forschungsfeld genannt hat. Zurzeit erarbeitet sie einen Aktionsplan, der im Frühjahr 2012 veröffentlicht werden soll. Unterstützt wird sie dabei von der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft und dem Gesundheitsforschungsrat.

Die Bundesregierung beabsichtigt, in erster Linie solche Forschungsvorhaben zu unterstützen, die tragfähige Brücken schlagen zwischen grundlagenorientierter, klinischer Forschung und Anwendung in der Praxis, um damit eine effizientere und für die Patientinnen und Patienten nutzbringende medizinische Versorgung zu ermöglichen. Sie wird deshalb bevorzugt auf Projekte setzen, die von Akteuren aus Wissenschaft, klinischer Versorgung und Unternehmen gemeinsam erarbeitet und durchgeführt werden. Auch die ethischen Aspekte einer Individualisierung der Medizin, etwa die Verhinderung einer Diskriminierung, sollen im Rahmen des Aktionsplans erforscht werden. Durch Informations- und Bildungsangebote soll zudem die Eigenverantwortung der Patienten gestärkt werden.

 

Nicht nur für die Patientenversorgung, sondern auch für die Wirtschaft hat die individualisierte Medizin bereits heute eine wichtige Bedeutung. Besonders in der Tumortherapie ist ein diagnostischer Test, der eine positive Wirkung eines Medikamentes prognostiziert, vielfach zur Voraussetzung einer entsprechenden Behandlung geworden. In Deutschland gab es Ende 2011 schon 16 Wirkstoffe. Für die Entwicklung solcher Tests suchen die meisten Pharmafirmen Kooperationen mit kleinen und mittleren Biotechnologie-Unternehmen als Innovationspartner.

 

In deutschen Universitäten, Kliniken und Großforschungseinrichtungen hat das Thema individualisierte Medizin inzwischen enorm an Bedeutung gewonnen. Die Helmholtz-Gemeinschaft will das Forschungsfeld zu einer besonderen strategischen Querschnittsaufgabe ihrer einzelnen Zentren ausbauen, die Fraunhofer- Gesellschaft richtet eine eigene Projektgruppe ein, und in den biologisch-medizinischen Instituten der Max-Planck-Gesellschaft werden die notwendigen Grundlagen erforscht. Indem sie öffentliche und private Akteure auf dem Gebiet der individualisierten Medizin weiter vernetzt, sieht sich die Bundesregierung auf dem richtigen Weg, Deutschland in der weltweit rasanten Dynamik dieses Forschungsfeldes erfolgreich zu positionieren.

 

Federführendes Ressort: BMBF

Mitwirkendes Ressort: BMG

Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils geltenden Finanzplanung bis zu370 Mio. Euro vorgesehen.

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