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Mehr Gesundheit durch gezielte Prävention und Ernährung

Ein gesunder Lebensstil kann helfen, Krankheiten zu vermeiden. Im Mittelpunkt der zukünftigen Förderung der Präventionsforschung steht das bessere Verständnis der Wirkungsweise sowohl der primären, sekundären und tertiären Prävention als auch der Gesundheitsförderung. Der Erforschung des Nutzens von Präventionsmaßnahmen kommt besondere Bedeutung zu, ebenso wie Fragen der Qualität, Wirksamkeit und Zielgruppenerreichung. Prävention muss auch die geschlechtsspezifischen Besonderheiten berücksichtigen.

Darüber hinaus wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels großer Wert auf eine bessere Nutzung der präventiven Potenziale auch bei älteren Menschen gelegt. Eine wichtige Rolle spielt dabei - neben weiteren Lebensstilfaktoren - die richtige Ernährung. Die konkreten Zusammenhänge zwischen Ernährung, anderen Elementen des Lebensstils wie ausreichende Bewegung, Verzicht auf Rauchen, möglichst geringer Alkolholkonsum, genetischer Veranlagung und Umwelt sind aber noch nicht ausreichend erforscht. Ein besonderes Forschungsinteresse besteht an der Wechselwirkung zwischen den vielfältigen Inhaltsstoffen von Lebensmitteln und dem menschlichen Organismus. Die Bundesregierung wird im Rahmen des Zukunftsprojektes im Herbst 2012 einen "Aktionsplan Präventions- und Ernährungsforschung" vorlegen, der den Handlungsbedarf für die Forschungsbereiche Prävention und Ernährung darstellt und auch auf Schnittstellen eingeht. Begleitet wird das Projekt von der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft.

 

Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zählen zu den Volkskrankheiten, für deren Entstehung dem Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie weiteren Lebensstilfaktoren ein maßgeblicher Anteil zugeschrieben wird. Die epidemiologische Datenbasis für diese Hypothese ist aber schmal. Hier soll durch den Aufbau einer "Nationalen Kohorte" Abhilfe geschaffen werden. Diese bisher größte Bevölkerungsstudie Deutschlands soll in einem Netzwerk, bestehend aus universitären und nicht universitären Forschungseinrichtungen, verwirklicht werden. Sie wird mehr als 200.000 Menschen umfassen, deren Lebensgewohnheiten und gesundheitliches Befinden regelmäßig und langfristig verfolgt werden, um verlässliche Ansatzpunkte für Früherkennung und Prävention zu entdecken. Gleichzeitig will die Bundesregierung für mehr wissenschaftliche Kompetenz im Ernährungssektor sorgen, indem sie einzelne Forschungsstandorte profiliert und den Nachwuchs fördert. Der laufende interdisziplinäre Wettbewerb "Innovationen und neue Ideen für den Ernährungssektor" unterstreicht ihr Engagement auf diesem Gebiet. Zu mehr gesundheitsfördernden Innovationen will sie auch die Lebensmittelindustrie weiter anregen. Schon heute spielen in deren Strategien die individuellen Gesundheitsbedürfnisse der Verbraucher eine große Rolle.

 

Eine Vielzahl von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, auch die neu eingerichteten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, liefern wertvolle Beiträge zur Präventions- und Ernährungsforschung. Das Zukunftsprojekt trägt dazu bei, auch international wertvolle Impulse zu geben, so etwa im Rahmen der europäischen gemeinsamen Programmplanungsinitiative "A healthy diet for a healthy life".

 

Federführendes Ressort: BMBF

Mitwirkende Ressorts: BMELV, BMG

Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils geltenden Finanzplanung bis zu 90 Mio. Euro vorgesehen.


 

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