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Forschung
Zahnräder greifen ineinander

Zukunftsprojekt Industrie 4.0

Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution. Durch das Internet getrieben, wachsen reale und virtuelle Welt immer weiter zu einem Internet der Dinge zusammen. Die Kennzeichen der zukünftigen Form der Industrieproduktion sind die starke Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)Produktion, die weitgehende Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse und die Verkopplung von Produktion und hochwertigen Dienstleitungen, die in sogenannten hybriden Produkten mündet. Die deutsche Industrie hat jetzt die Chance, die vierte industrielle Revolution aktiv mitzugestalten. Mit dem Zukunftsprojekt Industrie 4.0 wollen wir diesen Prozess unterstützen.

Bei den Umsetzungsempfehlungen handelt es sich um den Abschlussbericht des im Januar 2012 eingesetzten Arbeitskreises Industrie 4.0 unter Vorsitz von Dr. Siegfried Dais (Robert-Bosch GmbH) und Prof. Henning Kagermann (acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften). Der Arbeitskreis wurde durch die Promotorengruppe KOMMUNIKATION der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft (FU) Ende 2011 initiiert und dient der Erarbeitung weiterführender strategischer Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0. Als Zukunftsprojekt der Hightech Strategie der Bundesregierung wurde Industrie 4.0 aus der Perspektive der Informations- und Kommunikationstechnologien (Informatik) konzipiert und unter Einbeziehung der Produktionsforschung sowie der Anwender-Industrien weiter entwickelt.

Übergabe der Strategieempfehlungen am 2. Oktober 2012 im Produktionstechnischen Zentrum Berlin an BMBF-Staatssekretäre Dr. Georg Schütte und Ernst Burgbacher (BMWi, MdB). Quelle: acatech/D.Ausserhofer.Das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 ist mit wichtigen technologie-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Standortperspektiven verbunden. Auf dem Gebiet der (softwareintensiven) eingebetteten Systeme hat sich Deutschland bereits eine führende Stellung insbesondere im Automobil- und Maschinenbau erarbeitet. Eine immer größere Bedeutung erlangen dabei die sogenannten Cyber-Physical-Systems (CPS), d.h. die Vernetzung von eingebetteten IKT-Systemen untereinander und mit dem Internet. Zusätzlich zur stärkeren Automatisierung in der Industrie ist die Entwicklung intelligenterer Monitoring- und autonomer Entscheidungsprozesse relevant, um Unternehmen und ganze Wertschöpfungsnetzwerke in nahezu Echtzeit steuern und optimieren zu können. Neuartige Geschäftsmodelle und erhebliche Optimierungspotenziale in Produktion und Logistik gilt es zu erschließen. Hinzu kommen neue Dienstleistungen für wichtige Anwendungsbereiche, wie die in der Hightech- Strategie identifizierten Bedarfsfelder Mobilität, Gesundheit sowie Klima und Energie.

Bei den Themen Embedded Systems und Internet der Dinge ist die Bundesregierung bereits frühzeitig aktiv geworden: Ergebnisse erfolgreicher Initiativen wie Digitales Produktgedächtnis, Wandelbare Logistiksysteme, Autonomik, NextGenerationMedia und Exzellenzcluster wie "Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer" und "Kognition für Technische Systeme" sind hier zu berücksichtigen. Jüngstes Beispiel ist der im Januar 2012 ausgewählte Spitzencluster "Intelligente technische Systeme" aus Ostwestfalen-Lippe ("It's OWL").

Auf Initiative der Bundesregierung haben Experten bereits 2009 eine "Nationale Roadmap Embedded Systems" vorgelegt. Die Neuausrichtung der Forschung für die Bereiche Produktion, Dienstleistung und Arbeitsgestaltung bezieht die Verwirklichung des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 mit ein. Beim Thema "Smart Factory" liegen die Schwerpunkte auf intelligenten Produktionssystemen und -verfahren sowie auf der Realisierung verteilter und vernetzter Produktionsstätten. Parallel dazu werden innerhalb des Zukunftsprojektes strategische Fördermaßnahmen im Bereich des Internets der Dinge auf das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 ausgerichtet. Unter der Überschrift "Smart Production" werden unter anderem die unternehmensübergreifende Produktionslogistik, die Mensch-Maschine-Interaktion und 3D in industriellen Anwendungen noch stärker in den Blick genommen. Die enge Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen als Anbieter wie Anwender von "smarten" Produktionsmethoden ist hierbei von zentraler Bedeutung. Das Zukunftsprojekt wird von der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft unterstützt.

Federführende Ressorte: BMBF, BMWi

Mitwirkendes Ressort: BMI

Budget: Für das Zukunftsprojekt sind im Rahmen der jeweils geltenden Finanzplanung bis zu 200 Mio. Euro vorgesehen.


 

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/19955.php)

Dokumente

Presseecho

09.04.2013: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Die Fabrik der Zukunft organisiert sich selbst

 

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