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Dossier

Demografischer Wandel - den Wandel aktiv gestalten

Kaum eine Entwicklung wird Deutschland in den kommenden Jahren so prägen wie der demografische Wandel. Jüngere Menschen müssen sich auf eine veränderte und längere Arbeitsbiografie einstellen, während ältere Menschen eine neue und verantwortlichere Rolle in Familie und Gesellschaft spielen werden. Ein größerer Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung bedeutet auch neue Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme. Die Alterung und die Abnahme der Bevölkerung lassen sich kurzfristig nur wenig beeinflussen. Politik und Gesellschaft können die Folgen der demografischen Veränderungen jedoch aktiv mitgestalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb verschiedene Forschungsprogramme aufgelegt, die sich mit den vielen Facetten des demografischen Wandels beschäftigen: Welche Konsequenzen hat der demografische Wandel für das Wohnen, für die Mobilität und damit für die Struktur der Städte? Wie geht die Gesellschaft damit um? Wie können Chancen genutzt und von Erfahrungen profitiert werden? Lösungen aus der sozialwissenschaftlichen Forschung sind hier ebenso gefragt wie aus Produktion und Dienstleistung, für die Aus- und Weiterbildung und für die Umgestaltung der Städte. Die Folgen des demografischen Wandels werden erst im Jahr 2020 und später spürbar werden. Um auf diese Veränderungen reagieren zu können, ist es wichtig über die Entwicklung von Alternativen schon heute nachzudenken und ein Umdenken im praktischen Alltag zu initiieren.

Gezielt Forschungs- und Innovationsvorhaben zu fördern sowie die Entwicklung von Schlüsseltechnologien zu stärken, ist dabei von entscheidender Bedeutung. Vorrangiges Ziel muss sein, durch Forschung die Entwicklung von neuen Lösungen, Produkten und Dienstleistungen voranzutreiben, die die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verbessern. Auf der anderen Seite sollen neue Ideen und Initiativen im Bereich der Bildung dabei helfen, die Potentiale einer Gesellschaft zu nutzen, in der die Menschen länger leben und bis ins hohe Alter mit ihrer Erfahrung einen wertvollen Beitrag für die Zukunft und den Wohlstand Deutschlands leisten können.

Alter hat Zukunft: Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel

Mit der "Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel: Das Alter hat Zukunft" wurde ein ressortübergreifendes Forschungskonzept zum demografischen Wandel vorgelegt, welches die Forschungsprogramme der Ressorts bündelt und sie auf die Herausforderungen und Chancen einer Gesellschaft des längeren Lebens ausrichtet. Relevante Fragestellungen der Forschung zum demografischen Wandel werden zusammen gefasst und wichtige Handlungsfelder aufgezeigt. Durch Forschung soll die Entwicklung von neuen Lösungen, Produkten und Dienstleistungen vorangetrieben und die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen verbessert werden. Zum Wohl aller Generationen sollen wertvolle und bislang wenig genutzte Potenziale gehoben werden. Im Mittelpunkt stehen Aspekte, die für ältere Menschen von besonderer Bedeutung sind: Mobilität und Kommunikation, längere Beschäftigungsfähigkeit, Wohnen, Gesundheit und Pflege sowie gesellschaftliches und kulturelles Engagement.

Die Forschungsagenda behandelt folgende sechs Forschungsfelder:

1. Grundsatzfragen einer Gesellschaft des längeren Lebens

Forschung will Konzepte, Modelle und Lösungen für eine Gesellschaft des längeren Lebens finden. Sie muss sich dabei an der Frage orientieren, in welcher Gesellschaft wir künftig leben wollen. Der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung kommt bei dem gesellschaftlichen Verständigungsprozess eine tragende Rolle zu.


Die Wissensbasis ausbauen

Die Grafik zeigt den Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2010© Bundesinstitut für BevölkerungsforschungBasis für eine erfolgreiche Gestaltung einer älter werdenden Gesellschaft ist das Wissen um die demografische Entwicklung. Die Bundesregierung fördert daher die Erforschung der Ursachen und Konsequenzen des demografischen Wandels. Die Weiterentwicklung geeigneter Methoden, der Ausbau hierfür erforderlicher statistischer Systeme, der interdisziplinäre Austausch, die internationale Vernetzung und der Wissens- und Technologietransfer in die Praxis stehen dabei im Mittelpunkt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Lebenssituation älterer Menschen gerichtet, einschließlich der schnell wachsenden Gruppe der Hochbetagten. Wichtig sind auch geschlechterspezifische Analysen, um bestehende und sich abzeichnende Ungleichheiten in der Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren zu ermitteln und auszugleichen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden die bereits ergriffenen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels angepasst und ergänzt.

Ein realistisches Bild vom Alter etablieren

Viele Menschen fürchten das Alter und eine Gesellschaft, in der immer mehr Ältere immer weniger Jüngeren gegenüberstehen. Allzu leicht rücken bei einer solchen Betrachtungsweise die Probleme in den Vordergrund und verstellen den Blick auf die Chancen. Die Bundesregierung unterstützt daher die Forschung über die kulturellen Rahmenbedingungen von Altersbildern und zur Schaffung und Verbreitung realistischer Altersbilder. Damit soll ein Umdenken angestoßen und ein differenziertes Bild vom Alter und einer Gesellschaft des längeren Lebens gezeichnet werden, um neue Perspektiven und Chancen - in sozialer, kultureller und individueller Hinsicht - zu eröffnen.

Logo: SILQUA FH: Soziale Innovationen für Lebensqualität im AlterForschung in Aktion: "Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter - SILQUA-FH"
Wie kann autonomes Handeln im hohen Alter sichergestellt werden oder wie kann die Produktivität von zunehmend älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen erhalten werden? Diesen Fragen soll die Forschung im Rahmen der Förderlinie "Soziale Innovationen für die Lebensqualität im Alter"auf den Grund gehen. Ziel  ist, Forschungsbeiträge der Fachhochschulen zur Verbesserung der Lebensqualität, zur Wahrung von Selbstständigkeit und Würde älterer, vor allem von Alterserkrankungen betroffener Menschen zu initiieren und damit die einschlägige Forschungskompetenz der Fachhochschulen zu stärken.Weitere Informationen zur SILQUA-FH finden Sie hier.

Generationenkonflikte erkennen und entschärfen

Eine Gesellschaft des längeren Lebens muss sich der Frage stellen, wie Lasten und Ressourcen verteilt sind. Forschungsgegenstand ist deshalb das Selbstverständnis der Generationen und der Rollen, die sie jeweils für sich beanspruchen und einnehmen. Damit werden nachhaltige Lösungsansätze für Gerechtigkeit und Solidarität zwischen den Generationen gefördert. Zusätzlich zur elementaren Frage nach materieller Absicherung geht es auch um die Entwicklung einer Kultur der gegenseitigen und generationenübergreifenden Wertschätzung.

Akzeptanz technologischer Lösungen bedenken

Bei der Entwicklung und dem Einsatz von technologischen Lösungen müssen ethische, rechtliche und soziale Gesichtspunkte bedacht und berücksichtigt werden - insbesondere dort, wo Technologien neuartige Assistenzfunktionen für den Menschen übernehmen. Der Forschung zur Akzeptanz und zu den Akzeptabilitätsbedingungen neuer technologischer Anwendungen für eine Gesellschaft des längeren Lebens kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu.

Logo: AAL Ambient Assisted LivingForschung in Aktion: "Begleitforschung AAL: Damit die Technik richtig ankommt"
Technik allein ist nicht alles - vor allem wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. Assistenzsysteme für den älteren Menschen lassen sich nicht ausschließlich durch technologische Forschungsprojekte erschließen. Im Spannungsfeld zwischen den Chancen hilfreicher technologischer Assistenz und den Risiken elektronischer "Bevormundung" spielen ethische, soziale, ergonomische, sowie rechtliche und ökonomische Aspekte eine gleichermaßen wichtige Rolle. Weitere Informationen zur Begleitforschung AAL finden Sie hier

2. Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen für Wirtschaft und Gesellschaft nutzen

Die Wirtschaftskraft Deutschlands hängt davon ab, wie gut es gelingt, die Arbeitsbedingungen in Produktion und Dienstleistung zu verändern, wenn der Altersdurchschnitt der Arbeitsbevölkerung steigt und zugleich der Arbeitskräftenachwuchs mit der abnehmenden Zahl von Jugendlichen schrumpft. Für die Unternehmen ist es wesentlich, Antworten auf eine Reihe drängender Fragen zu finden: Sollte die Produktion noch stärker automatisiert werden, um fehlende Arbeitskräfte zu ersetzen? Oder wie lässt sich die Arbeit organisieren, um die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft zu erhalten? Antworten auf diese Forschungsfragestellungen sind der Ausgangspunkt für Maßnahmen, die die Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Fortschritt auch in einer älter werdenden Gesellschaft erhalten.

Bildung und Lebenslanges Lernen

Der demografische Wandel bedeutet auch im Bereich der individuellen Bildung einen Umbruch. Bildung und Ausbildung müssen auf  lebenslanges Lernen vorbereiten und den Grundstein für ständige Weiterbildung legen. Wirtschaft und Politik müssen gleichzeitig die Bedingungen dafür schaffen, dass sich Arbeitnehmer kontinuierlich weiterbilden können. Das lebenslange Lernen eröffnet auch älteren Menschen neue Möglichkeiten, mit den Veränderungen im täglichen Leben Schritt zu halten. Wenn Kenntnisse und Fähigkeiten immer wieder auf neue berufliche Anforderungen eingestellt werden, erhöhen sich die Beschäftigungsmöglichkeiten gerade für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Weil ältere Menschen anders lernen als junge, kommt der Erforschung des lebenslangen Lernens und der Entwicklung altersspezifischer Konzepte, die sich an den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten orientieren, eine besondere Bedeutung zu. Dazu gehören die Förderung der Medienkompetenz und die Nutzung elektronischer Lernsysteme, um maßgeschneiderte und nachhaltige Lernprozesse zu ermöglichen. Insgesamt ist die Berufsbildungsforschung darauf ausgerichtet, bedarfsorientierte Erkenntnisse für bildungspolitisches Handeln zu generieren.

Weitere Informationen zur Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI) des BMBF finden Sie hier.

Die Vorteile altersgemischter Teams nutzen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass aus unterschiedlichen Altersstrukturen zusammengesetzte Teams in Unternehmen ein Erfolgsfaktor im Wettbewerb sein können. Die Erforschung des effizienten Zusammenwirkens von Gruppen unterstützt insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen dabei, Belegschaften und jedes einzelne Teammitglied in generationenübergreifenden Gruppen optimal einzusetzen. Zusammen mit der Entwicklung von flexiblen Modellen für ein weiter verbessertes Gesundheitsmanagement sichert dies die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, unterstützt deren Ausbau und führt zu mehr Zufriedenheit bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Arbeitsmodelle und Personalgewinnung überdenken

Eine alterssensible und geschlechterdifferenzierte Personalpolitik ist Voraussetzung für die Integration älterer Menschen in Arbeitsprozesse. Gemeinsam mit Unternehmen entwickelt das BMBF moderne Konzepte für die Personalgewinnung, das Talentmanagement und die Betriebsorganisation sowie für Arbeitszeitmodelle.

Informationen zum Metaprojekt DemoScreen: "Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel" finden Sie hier.

Individuelle Fähigkeiten gezielter nutzen

Um vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten im Berufsalltag zu unterstützen, fördert die Bundesregierung die Entwicklung von technischen Assistenzsystemen, die die körperlichen Fertigkeiten oder das Wissenspotenzial von Arbeitnehmerinnen und -nehmern individuell ergänzen.

Logo: More Years, Better Lives / Mehr Jahre, Bessere LebenForschung international vernetzt
Die Entwicklung zu einer Gesellschaft des längeren Lebens vollzieht sich nicht nur in Deutschland. Der demografische Wandel betrifft die meisten Industriestaaten weltweit und kann deshalb - wie im Falle anderer gesellschaftlicher Herausforderungen - von einem internationalen Lösungsansatz profitieren. Die Forschung schafft dabei eine Grundlage für evidenzbasiertes politisches Handeln.

Deutschland hat maßgeblich zur Initiierung der "Gemeinsamen Programmplanungsinitiative (JPI)" mit dem Titel "Länger und besser leben. Möglichkeiten und Probleme des demografischen Wandels" beigetragen, die im Jahr 2010 offiziell an den Start ging. Bisher sind 13 EU-Staaten an dieser Initiative beteiligt, die eine bessere Koordinierung und Vernetzung nationaler Forschungsprogramme auf dem Gebiet des demografischen Wandels zum Ziel hat. Zudem stehen auch der Austausch von Erfolgsmethoden, die Etablierung zentraler Datenbanken und die Durchführung von gemeinsamen Aktivitäten im Fokus der JPI. Derzeit erarbeiten über 80 internationale Wissenschaftler aus verschiedenen Fachdisziplinen gemeinsam mit gesellschaftlichen Stakeholdern eine sogenannte "Strategische Forschungsagenda", die der zukünftigen EU-Forschungsförderung (i.R. von Horizon 2020) wichtige Impulse geben wird.

3. Älter werden bei guter Gesundheit

Vor allem aufgrund der rasanten Fortschritte in der Medizin stieg die durchschnittliche Lebenserwartung in den vergangenen 100 Jahren kontinuierlich an und wird nach allgemeiner Erwartung auch weiterhin steigen. Die Chancen, gesund zu altern, stehen heute besser denn je. Gleichwohl treten im Alter weiterhin verstärkt schwere Krankheiten wie Demenzen, Parkinson, Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen oder Krebs im Alter auf. Von den heute über 60-Jährigen sind viele chronisch krank oder werden von verschiedenen Erkrankungen beeinträchtigt. Der Prävention und Früherkennung zahlreicher Erkrankungen sowie ihrer Erforschung kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu.

Die Grundlagen des Alterns erforschen

Der Alterungsprozess und das Auftreten von Krankheiten im Alter werden durch ein komplexes Zusammenspiel von persönlichen Anlagen, der Umwelt und dem Lebensstil beeinflusst. Auch der sozioökonomische Status, soziale Stressfaktoren, der Familienstand und das Wohnumfeld gelten als Einflussgrößen. Lebenswissenschaftlichen Grundlagenforschung untersucht die Mechanismen des Alterns, um Gesundheit möglichst lange zu erhalten.

Gesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen

Untersuchungen zeigen, dass Prävention und Gesundheitsförderung in jedem Lebensalter sinnvoll und effektiv sind. Die Forschungsförderung setzt deshalb bei der Entwicklung, Erprobung und Evaluation neuer Präventionsmaßnahmen sowie bei der Verbesserung bestehender Gesundheitsangebote für ältere Menschen an. Ziel ist es, die individuelle Eigenverantwortung zu steigern, Erwerbsminderungen zu vermeiden, die Zahl der Pflegebedürftigen zu verringern, körperliche wie kognitive Fähigkeiten zu erhalten und dadurch die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu verbessern.

Diagnose- und Therapieansätze verbessern

Die Entwicklung innovativer Medizinprodukte und Behandlungsansätze für spezifische Beeinträchtigungen und Krankheiten im Alter werden durch das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung gefördert. Hochauflösende bildgebende Verfahren, die eine frühzeitige und genaue Diagnose ermöglichen, intelligente Implantate, die individuell und automatisch Wirkstoffe dosieren, sowie neue Arzneimittel und minimalinvasive Methoden ermöglichen zielgerichtete und weniger belastende Therapien. Genauso hat die Forschung zur individualisierten Medizin zum Ziel, altersspezifische Erkrankungen besser zu behandeln. Mobile Diagnostik- und telemedizinische Unterstützungssysteme schließlich bieten die Möglichkeit einer komfortableren Gesundheitsversorgung im häuslichen Umfeld.

Funktionen unterstützen und positiv stimulieren

Das BMBF unterstützt die Entwicklung technischer Assistenzsysteme, die Funktionsverluste detektieren und helfen, diese zu kompensieren. Sensoren können beispielsweise mit Hilfe einer Analyse von Bewegungsmustern erkennen, ob eine Person zu stürzen droht, und stabilisierende Handlungen zur Sturzvermeidung anregen. Auch bei der häuslichen Rehabilitation können technische Assistenzsysteme eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel physiotherapeutische Trainingssysteme bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Auch die Entwicklung von Lösungen, die zu einer besseren Vernetzung älterer Menschen und ihrer Angehörigen mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Apotheken und Krankenhäusern beitragen, wird gefördert.

Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung

Die Versorgungsforschung zielt darauf ab, die altersgerechte Versorgung medizinisch und organisatorisch zu verbessern. So wird sichergestellt, dass sowohl neue als auch etablierte Verfahren auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.

4. Gesellschaftliche Teilhabe: Mobil und in Verbindung bleiben

Mobilität darf keine Frage des Alters sein. In jedem Lebensalter wollen sich Menschen möglichst frei, sicher und autark in ihrer Umgebung bewegen - auch wenn sie möglicherweise körperlich beeinträchtigt sind. Mit neuen Lösungen für mehr Mobilität schafft die Bundesregierung dafür die Voraussetzungen.

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien können ältere Menschen dabei unterstützen, ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Wünsche auf diesem Weg in die Gesellschaft einzubringen. Das BMBF fördert die Entwicklung entsprechender Geschäftsmodelle und sorgt dafür, dass ältere Menschen mit den neuen technischen Möglichkeiten souverän umgehen und sie optimal nutzen können, beziehungsweise auch als Verbraucher angesichts neuer Geschäftsformen in der digitalen Welt selbstbestimmt handeln können.

Mobil in der Stadt

Nicht überall können sich ältere Menschen heute barrierefrei bewegen. Es ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Forschungsförderung, die Verkehrsinfrastruktur so weiter zu entwickeln, dass sie auf die Bedürfnisse der älteren Generation Rücksicht nimmt. Untersucht wird beispielsweise, wie die Verkehrssicherheit, aber auch die Orientierungs- und Fortbewegungsfähigkeit von älteren Menschen mit Hightech-Hilfen unterstützt werden können, zum Beispiel durch technische Begleit- und Führsysteme oder personalisierte Navigationssysteme. Ziel sind intelligente und barrierefreie Mobilitätsangebote und -infrastrukturen, die auf die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten, leistungsfähig und bezahlbar sind.

Komfortabel und sicher im Auto

Die Fahrtüchtigkeit nimmt mit fortschreitendem Alter oft ab. Assistenzsysteme im Auto können helfen, körperliche Unzulänglichkeiten und das mangelnde Vertrauen in die eigenen Fahrkünste zu kompensieren. Deshalb wird die Weiterentwicklung unterstützender Technologien gefördert.

Forschung in Aktion: "AutoNOMOS - Autonomie- und Fahrerassistenzsysteme für PKW und LKW"
Das Projekt "Autonomie- und Fahrerassistenzsysteme für Pkw und Lkw" will einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung einer unfallfreien, effizienten und umweltgerechten Mobilität leisten. Weitere Informationen zum Projekt AutoNOMOS finden Sie hier.

Unkompliziert unterwegs mit dem öffentlichen Personennahverkehr

Öffentliche Verkehrsmittel und private Verkehrsanbieter sind unverzichtbar zur Sicherung eines selbstbestimmten Alltags vieler älterer Menschen. Deshalb sind technische Systeme und intelligente Dienstleistungen im öffentlichen Personennahverkehr, die sich auch an den Wünschen und Möglichkeiten der älteren Generation orientieren, von besonderer Bedeutung.

Gut informiert auf Reisen

Damit ältere Menschen auch auf Reisen fernab der vertrauten Pfade eine intuitive Orientierung möglich wird, wird die Entwicklung entsprechender Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert.

Immer richtig verbunden

Auch körperlich eingeschränkte oder allein lebende ältere Personen sollen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen können. Deshalb werden Forschungsvorhaben unterstützt, die leichtere Zugänge entwickeln, die den individuellen Bedürfnissen und technischen Fähigkeiten der Benutzerinnen und Benutzer entsprechen.

Zuverlässig auch in den Regionen

Der demografische Wandel wird sich in einzelnen Regionen unterschiedlich schnell und unterschiedlich stark auswirken. Auch im ländlichen Raum muss die Grundversorgung mit örtlichen Leistungsangeboten gewährleistet bleiben. So steht im Förderprojekt "Assistierte Pflege von morgen - ambulante technische Unterstützung und Vernetzung von Patienten, Angehörigen und Pflegekräften" eine bedarfsorientierte, ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen auch in strukturschwachen Regionen im Mittelpunkt. 

5. Sicher und unabhängig wohnen

Vor allem im Alter sind eine vertraute Umgebung und ein individueller Rückzugsort wichtig. Benötigt werden Wohnräume, die funktional, ökonomisch und ökologisch sind, über ein gesundes Raumklima verfügen und eine Wohnkultur nach eigenen Vorlieben und Bedürfnissen ermöglichen. Die Forschung beschäftigt sich deshalb auch mit der Frage, wie die eigenen vier Wände auch im letzten Lebensabschnitt altersgemäß gestaltet werden können.

Wohnen ohne Barrieren

Damit in Zukunft genügend geeigneter Wohnraum für die ältere Generation zur Verfügung steht, untersucht die Bundesregierung den derzeitigen Bestand sowie den künftigen Bedarf an geeigneten Wohnungen für Seniorinnen und Senioren. Darüber hinaus werden Modellvorhaben im altersgerechten Wohnungsumbau unterstützt.

Selbstbestimmt und sicher im Alltag

Hochentwickelte technische Systeme bieten älteren Menschen die Möglichkeit eines langen selbstbestimmten Lebens in der eigenen Wohnung. Dazu gehören Systeme der Personenerkennung oder Erinnerungshilfen, sowie Systeme zur Überwachung des Aktivitätsniveaus und des Gesundheitszustands oder Kraftverstärker. Für Sicherheit sorgt etwa ein über Sensoren gesteuertes Hausnotrufsystem, das im Fall von Stürzen automatisch den Rettungsdienst informiert. Aufsteh- und Führungshilfen können Seniorinnen und Senioren die Orientierung in der Wohnumgebung erleichtern. Die Bundesregierung fördert Lösungen, die eine weitestgehend intuitive Bedienung ermöglichen. Ziel sind robuste, leistungsfähige und lernende Assistenzsysteme, die einfach und preiswert nachzurüsten sind, die Privatsphäre achten und auf kombinierten Sensoren, intelligenter Datenauswertung und kognitiven Prinzipien basieren.


Ambient Assisted Living (AAL)-Kongress
Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel (rechts) mit VDE Vorstandsvorsitzendem Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer (links), ©VDEAuf neue Assistenzsysteme und Dienstleistungen, auf Lebensqualität im Wandel von Demografie und Technik fokussiert sich auch der 6. Deutsche AAL-Kongress im Jahr 2013. Unter AAL versteht man Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen. Der Deutsche AAL-Kongress bietet als Leitveranstaltung im Innovationsfeld AAL Forschern und Entwicklern, Herstellern und Anwendern sowie Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden eine Plattform für intensiven Meinungs-, Informations- und Wissensaustausch.

6. Mit guter Pflege zu mehr Lebensqualität

Mit dem allgemeinen Anstieg der Lebenserwartung wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen künftig zunehmen. Prognosen des Statistischen Bundesamtes zufolge wird ihre Zahl bis 2020 auf 2,9 Millionen und bis 2030 auf etwa 3,4 Millionen ansteigen. Die Forschung kann einen wesentlichen Beitrag dafür leisten, menschenwürdige Pflege dauerhaft sicherzustellen.

Erhalt der Selbstständigkeit älterer Menschen

Wichtige Komponenten für ein menschenwürdiges Leben auch im hohen Alter sind der Erhalt und die Förderung der Selbstständigkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit den Ursachen der Pflegebedürftigkeit und möglichen Präventionsstrategien beschäftigen, sind deshalb von besonderer Bedeutung. Ebenso relevant sind Forschungsvorhaben, die eine Verbesserung bestehender Interventionsstrategien und die Entwicklung neuer übergreifender Versorgungskonzepte nach dem Grundsatz "ambulant vor stationär" verfolgen.

Entlastung von Pflegebedürftigen und Pflegenden

Der ambulanten häuslichen Pflege gilt ein besonderes Augenmerk. Viele Menschen in Deutschland wünschen sich, auch im Falle einer Pflegebedürftigkeit zuhause zu leben. Pflegende Angehörige sind oft stark beansprucht und zum Teil auch überlastet. Sie brauchen eine gezielte Begleitung, vor allem wenn sie zusätzlich noch für eine eigene Familie sorgen und berufstätig sind. Technische Assistenzsysteme für die automatische Notfallerkennung, für verbesserte Pflegedokumentation oder auch für intelligente Medikamentendosierung können sinnvolle Lösungen zur Entlastung bieten. Um Menschen auch dort begleiten zu können, wo andere Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen, wird zudem die Weiterentwicklung der palliativen Versorgung gefördert. Oberstes Gebot der Pflege- und Versorgungsforschung ist die Achtung der menschlichen Würde, Integrität und Privatsphäre.

Gut qualifiziert und informiert für eine bessere Pflege

In der Langzeitpflege sind derzeit mehr als 890.000 Beschäftigte tätig. Zukünftig wird angesichts der wachsenden Nachfrage eine zusätzliche Zahl an Pflegekräften benötigt. Um den künftigen Bedarf zu sichern, entfaltet die Bundesregierung vielfältige Aktivitäten; die Pflegeforschung trägt dazu bei, dass das Berufs- und Beschäftigungsfeld der Pflege modern, leistungsfähig und attraktiv weiterentwickelt wird.

Fundiertes Wissen für die Praxis

Ein effizientes und hochwertiges Versorgungssystem braucht den schnellen Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Innovationen in die Praxis. Professionelle Pflegekräfte und pflegende Angehörige sind auf fundiertes Wissen angewiesen. Die Bundesregierung unterstützt Förderprojekte, in deren Mittelpunkt gezielte Patienteninformationen und Schulungsprogramme zum Beispiel für chronisch Kranke stehen. Durch die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen wird der eigenverantwortliche Umgang mit der eigenen Pflegesituation gefördert.

FAQ

1. Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung mit ihrer Demografiestrategie?

Die Demografiestrategie stellt das zentrale Element der Demografiepolitik der Bundesregierung dar. In ihr identifiziert die Bundesregierung die Handlungsfelder, die für die Gestaltung einer Gesellschaft der gewonnenen Jahre von grundlegender Bedeutung sind, formuliert konkrete Ziele und zeigt die Maßnahmen auf, mit denen diese Ziele verwirklicht werden sollen. Im Mittelpunkt der Strategie stehen die Lebensbereiche, in denen die Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels am stärksten erfahren.

Ein Kernelement der Demografiestrategie ist die Initiierung eines umfassenden und kontinuierlichen Dialogprozesses mit den Gestaltungspartnern aus dem Bereich der Länder, Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften, der Verbände, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, die unterschiedlichen Perspektiven und Gestaltungsansätze zum demografischen Wandel zusammenzuführen.

2. Wie ist das BMBF in die Demografiestrategie eingebunden?

Das BMBF hat insbesondere mit der unter seiner Federführung formulierten Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel "Das Alter hat Zukunft" ein zentrales Element zur Demografiestrategie beigetragen und bringt sich auch in den weiteren Prozess intensiv ein: federführend in der Arbeitsgruppe "Bildungsbiografien fördern". Außerdem beteiligt sich das BMBF maßgeblich an fünf weiteren Arbeitsgruppen, etwa an der Arbeitsgruppe "Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten" und "Selbstbestimmtes Leben im Alter"

3. Was wird mit der Forschungsagenda für den demografischen Wandel "Das Alter hat Zukunft" konkret bewegt?

Im BMBF wurde im Agenda-Prozess eigens ein neuer Förderschwerpunkt zum Themenfeld "Demografischer Wandel" eingerichtet. Für diesen Förderschwerpunkt sind in den Jahren 2012 bis 2016 neue Fördergelder in Höhe von insgesamt bis zu 210 Mio. Euro vorgesehen. Während der Erarbeitung der Forschungsagenda und seit ihrer Verabschiedung im Kabinett im November 2011 wurden bereits zahlreiche neue Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählen zahlreiche neue Förderschwerpunkte wie beispielsweise "Mobil bis ins hohe Alter", "Assistierte Pflege von morgen" und "Mit 60+ mitten im Arbeitsleben - Assistierte Arbeitsplätze im demografischen Wandel". Weitere Maßnahmen sind bereits in Planung, etwa ein neuer Förderschwerpunkt des BMBF zur arbeitsplatzintegrierten Kompetenzentwicklung in allen Phasen des Erwerbslebens und der Aufbau einer Allianz für Menschen mit Demenz auf Bundesebene.

4. Welche Herausforderungen ergeben sich aus dem demografischen Wandel?

Der demografische Wandel gehört zu den langfristigen Entwicklungen, die soziales und wirtschaftliches Leben in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten deutlich beeinflussen werden. Die Bevölkerung wird schrumpfen, in ihrem Altersaufbau älter und ihre kulturelle Zusammensetzung vielfältiger werden. Diese Entwicklungen lassen sich auf Grund der Berechnungen voraussagen und bereits jetzt zu spüren.Aus dem demografischen Wandel ergeben sich heute und zukünftig zahlreiche Herausforderungen: Welche Infrastruktur ist für eine kleinere Bevölkerungszahl noch notwendig, etwa in Bezug auf Schulen oder Kindertagesstätten? Wie kann in einer alternden Gesellschaft die Versorgung von Seniorinnen und Senioren sichergestellt werden? Wie gelingt die Integration von Zuwanderern in unsere Gesellschaft? Wichtige Themen sind auch: Altersgerechtes Wohnen, Arbeit und Beschäftigung im Alter, Medizin und Pflege sowie kommunale Planung und Beteiligung.

5. Kann es gelingen, den Wohlstand auch im demografischen Wandel aufrecht zu erhalten?

Zukünftiger Lebensstandard hängt ganz entscheidend von der Frage ab, wie wir Innovationsfähigkeit und Wohlstand auch unter den veränderten demografischen Bedingungen erhalten können. Dabei ist von zentraler Bedeutung: der demografische Wandel stellt keine Gefährdung für Innovationsfähigkeit und Wohlstand dar, sondern bietet große Chancen. Voraussetzung ist, dass die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das ist eine Aufgabe, die alle betrifft: die Politik, die Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft, die Wohnungs-, Sozial- und Gesundheitswirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Das neue Credo kann lauten: die so genannte älter werdende Gesellschaft ist in Wahrheit eine Gesellschaft der gewonnenen Jahre.

6. Wie können wir in einer älter und kleiner werdenden Gesellschaft unsere Innovationsfähigkeit erhalten?

Innovationsfähigkeit ist die zentrale Voraussetzung für Wohlstand. Um die Abnahme der Erwerbsbevölkerung zu kompensieren, müssen Potenziale besser genutzt werden. Ungenutzte Potenziale gibt es vor allem bei Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, deren Anteil an der Erwerbsbevölkerung noch immer unterdurchschnittlich ist. Das gleiche gilt für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wichtig ist: schrumpfende und alternde Gesellschaften sind nicht "per se" weniger innovationsfähig. Für die Stärkung der Innovationsfähigkeit müssen allerdings die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dabei kommt es, salopp gesagt, nicht auf die Zahl und das Alter der Köpfe an, sondern darauf, was in den Köpfen ist.

7. Welche Bedeutung haben Bildung und Forschung bei der Gestaltung einer Gesellschaft der gewonnenen Jahre?

Bildung und Forschung schaffen die Grundlage für die Potenziale einer Gesellschaft und sie sind der Schlüssel, wenn es darum geht, diese Potenziale zu heben. Sie sind die zentralen Voraussetzungen für Innovationsfähigkeit und Wohlstand. Den Themen "Forschungs- und Innovationssystem stärken" und "Bildungspotenziale ausschöpfen und stärken" sind daher auch zwei eigene Abschnitte in der Demografiestrategie gewidmet. Zentraler Baustein bei der Stärkung des Forschungs- und Innovationssystems und seiner Ausrichtung auf den demografischen Wandel ist neben der High-Tech-Strategie der Bundesregierung die Forschungsagenda für den demografischen Wandel "Das Alter hat Zukunft". Der demografische Wandel birgt die Chance für eine Neuverständigung darüber, was in der Bildungspolitik notwendig ist. In den verschiedenen Bildungseinrichtungen wird man sich mehr auf die einzelne Person konzentrieren und sie individuell auf ihrem Bildungsweg begleiten müssen. Der Rückgang der Bevölkerungszahl bietet dazu auch eine Chance, wenn gleichzeitig das Qualitätsniveau verbessert wird. Bildung ist als lebenslanger Prozess zu begreifen, der nicht mit den Schul- und Berufsabschlüssen endet. Die Weiterbildung von älteren Menschen, auch über den Ausstieg aus dem beruflichen Leben hinaus, wird wichtiger. Bildung kann dann Bestandteil einer dauerhaften Persönlichkeitsentwicklung werden.

8. Welche Ansätze verfolgt das BMBF, um Bildungspotenziale zu aktivieren und zu nutzen?

Das BMBF hat zum Thema Bildungspotenziale vielfältige Maßnahmen in die Demografiestrategie eingebracht, wie beispielsweise den Hochschulpakt 2020, die Bildungsprämie, das Anerkennungsgesetz, das Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung", die Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" und die Strategie zur Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener. In einer eigene Arbeitsgruppe "Bildungbiografien fördern" sollen die übergreifenden Fragen der Auswirkungen des demografischen Wandels auf das gesamte Bildungssystem mit den Gestaltungspartnern diskutiert und Strategien entwickelt werden, wie das Bildungssystem zu einer positiven Gestaltung des demografischen Wandels beitragen kann.

9. Wie wird das Thema Gesundheit im demografischen Wandel in der Forschung berücksichtigt?

Der demografische Wandel stellt die Gesundheitsforschung vor ganz neue, erhebliche Herausforderungen. Deshalb hat die Bundesregierung die Verbesserung der Gesundheits-Infrastruktur für ältere Menschen sowie die Altersmedizin zum Schwerpunkt ihrer Politik gemacht. Daneben wird eine zeitgerechte, interdisziplinär ausgerichtete denkende und forschende Geriatrie und Gerontologie benötigt. Aktuell gibt es in Deutschland lediglich sechs Lehrstühle für Geriatrie bei insgesamt 36 medizinischen Fakultäten. Die Anzahl von Lehrstühlen für Geriatrie/Gerontologie soll deshalb in den kommenden Jahren erheblich erhöht werden. Zukünftig wird sich die Forschung verstärkt dem Thema "adäquate medizinische Versorgung und Pflege" widmen. Die Versorgungs- und Pflegeforschung ist daher ein wesentlicher Teil des Rahmenprogramms "Gesundheitsforschung" mit dem Ziel, nachhaltige Versorgungs- und Pflegekonzepte zu schaffen und auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. So wird im Bereich der Gesundheits-, Pflege- und Versorgungsforschung zukünftig mehr und besser geschultes Pflegepersonal benötigt. Durch die intensive Förderung von Pflegeforschungsverbünden hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren für eine Professionalisierung der Pflegeforschung gesorgt. Darüber hinaus wurden die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) gegründet. Mit den Zentren wurden neue Forschungsstrukturen gebildet, um die wichtigsten Volkskrankheiten wirksamer bekämpfen zu können. Das Bundesforschungsministerium stellt in dem Zeitraum 2011 bis 2015 rund 700 Millionen Euro für diese Zentren zur Verfügung.

10. Welchen Zweck verfolgt das Wissenschaftsjahr zum demografischen Wandel?

Das Wissenschaftsjahr 2013 bietet ein dialogorientiertes Forum, um relevante wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu bringen. Um Bürgerinnen und Bürger, für das Thema zu interessieren, orientiert sich das Wissenschaftsjahr auf drei Themenfelder, die durch folgende Fragen gekennzeichnet sind:Wir werden älter - Wie bleiben wir aktiv und selbstbestimmt?Wir werden weniger - Wie können wir unseren Wohlstand sichern?Wir werden bunter - Wie gestalten wir das neue Miteinander?Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels sollen diskutiert, Lösungen für die zukünftige Gestaltung der Gesellschaft sollen aufgezeigt werden.

Pressemeldungen

Dokumente

  • screenshot des Dokuments: Mobil bis ins hohe Alter

    Mobil bis ins hohe Alter

    Steckbriefe der ausgewählten Projekte der BMBF-Fördermaßnahme

    Download [PDF - 2,77 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/Mobi-Steckbriefe-komplett-2.pdf)

  • Screenshot des Dokuments: Fördermaßnahmen des BMBF zu "Altersgerechten Assistenzsystemen"

    Fördermaßnahmen des BMBF zu "Altersgerechten Assistenzsystemen"

    Erste Ergebnisse. VDI/VDE Innovation + Technik Gmbh - Projektträger für das BMBF - nicht barrierefrei -

    Download [PDF - 811,3 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/2012-03-VW-ley.pdf.pdf)

  • Gesundheit im Alter

    BMBF fördert Altersforschung

    Download [PDF - 298,6 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/Flyer_Gesundheit_im_Alter_FIN-1.pdf)

Zusatzinformationen

Reden

  • 22.01.2013

    Eröffnung des 6. Deutschen AAL-Kongress

    Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel, MdB anlässlich der Eröffnung des 6. Deutschen AAL-Kongresses am 22. Januar 2013 in Berlin

    Download

    [PDF - 135,7 kB]  barrierefrei

    [URL: /pub/reden/pstr_20130122.pdf]
  • 24.01.2012

    Eröffnung des 5. Deutschen AAL-Kongress

    Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel, MdB zur Eröffnung des 5. Deutschen AAL-Kongresses am 24. Januar 2011 in Berlin

    Download

    [PDF - 83,5 kB]  barrierefrei

    [URL: /pub/reden/pstr_20120124.pdf]

Dokumente

Publikationen

  • Das Alter hat Zukunft ID = 1768

    Titelbild der Publikation

    Forschungsagenda der Bundesregierung für den demographischen Wandel

    2011, 24 Seiten

    Download [PDF - 790,5 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Das_Alter_hat_Zukunft_ohne_Vorwort.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

 

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