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Dossier

Frauen in Bildung und Forschung

Zukunftsorientierte Politik will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Frauen in allen Bereichen und auf allen Ebenen, vor allem auch in Führungspositionen, angemessen vertreten sind. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Denkansätze von Frauen und Männern müssen genutzt werden - im Interesse von Fortschritt in Bildung, Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. Dies ist eine Schwerpunktaufgabe der Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in diesem Themenfeld. Exzellenz, Qualität und Chancengerechtigkeit sind selbstverständlicher Bestandteil zukunftsweisender Bildungs- und Forschungspolitik.

Die durchgängige Beachtung geschlechterbezogener Aspekte ist eine Strategie zur Erreichung der Gleichstellung von Frauen und Männern als Bestandteil aller Politikfelder. Chancengerechtigkeit ist als durchgängiges Leitprinzip bei allen politischen Entscheidungen, Maßnahmen und Aktivitäten einzubeziehen. Dies wird bei der Entwicklung von Programmen und Maßnahmen, bei der Vergabe von Fördermitteln, bei Umsetzung und Evaluation gleichermaßen berücksichtigt. 

 

 

Gleichstellungsorientierte Wissenschaftspolitik

Ausschließlich auf Frauen bezogene Förderinstrumente sind rechtlich zulässig, wenn sie keinen Automatismus enthalten und transparente, nachprüfbare und in sich diskriminierungsfreie Kriterien zugrunde legen. Dies ist eines der wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens "Rechtliche Grundlagen für Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft", das als Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung veröffentlicht wurde. Es beleuchtet die aktuelle Rechtslage im Hinblick auf die Möglichkeiten des Staates, eine gleichstellungsorientierte Wissenschaftspolitik zu betreiben. mehr

 

Das Gutachten stellt fest, dass strikte Vorgaben für Frauenanteile beispielsweise in Gremien oder bei Preisen zulässig sind, wenn es um Repräsentation oder um diverse fachliche Perspektiven und nicht in erster Linie um individuelle Leistung geht. Steht die fachliche Leistung des Einzelnen im Vordergrund, so sind flexible Zielvorgaben zulässig in Bereichen in denen eine Unterrepräsentation vorliegt. Die Vorgaben müssen realistisch sein, also beispielsweise an die personellen Verhältnisse auf der jeweiligen Qualifikationsstufe anschließen (sogenanntes Kaskadenmodell).

Das Gutachten bestätigt die aktive Gleichstellungspolitik des BMBF für Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sowohl was die quantitative Verbesserung der Frauenanteile im Hochschulbereich als auch die qualitative Verbesserung von Strukturen für mehr Chancengerechtigkeit betrifft. Für die sachgerechte rechtliche Ausgestaltung der dafür notwendigen Maßnahmen bietet die Broschüre allen mit Gleichstellung befassten Akteuren in Wissenschaft, Forschung und Politik wichtige Hinweise.

Die Verwirklichung von Chancengerechtigkeit ist ein Auftrag des Grundgesetzes. Sie ist in Bildung, Forschung und Beruf gesellschaftlich notwendig und wissenschaftspolitisch geboten und ein selbstverständlicher Bestandteil zukunftsweisender Bildungs- und Forschungspolitik. Hierzu gehört insbesondere, den Anteil von Frauen in Führungspositionen von Wissenschaft und Wirtschaft zu erhöhen.

 

Frauen im Wissenschaftssystem

An Deutschlands Hochschulen ist der Frauenanteil unter den Professuren auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im Jahr 2011 lehrten und forschten nach den Daten des Statistischen Bundesamtes rund 8.526 Professorinnen. Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg seit 1995 von acht auf rund 19 Prozent an. Dabei unterscheidet sich der Frauenanteil deutlich zwischen den einzelnen Fachrichtungen: Nur in den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt der Anteil der Professorinnen über 30 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften beträgt ihr Anteil nur neun Prozent, im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften zwölf Prozent. mehr

 

 

Professorinnen-Programm

BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen im Gespräch mit Teilnehmerinnen der Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit"BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen im Gespräch mit Teilnehmerinnen der Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit", ©BMBFWeiterhin bleiben wertvolle Kompetenzen hochqualifizierter Frauen ungenutzt. Nach wie vor findet nach erfolgreicher Promotion ein Bruch statt: Während der Frauenanteil bei den Promotionen 2011 bei 44,9 Prozent lag, sind es bei den Habilitationen nur noch rund 25,5 Prozent. In den außerhochschulischen Forschungseinrichtungen liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen 2011 insgesamt bei nur 12,0 Prozent.

 

Um den Anteil von Professorinnen an den deutschen Hochschulen gezielt zu steigern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit den Ländern im Jahr 2007 das Professorinnen-Programm gestartet.

Über eine Laufzeit von fünf Jahren sollten mindestens 200 neue Stellen für Professorinnen an den deutschen Hochschulen geschaffen werden. Das Programm mit dem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro wird je hälftig vom BMBF und den Ländern finanziert. Universitäten, Fachhochschulen und künstlerische Hochschulen sollen auf der Grundlage einer positiven Begutachtung ihres Gleichstellungskonzepts die Möglichkeit erhalten, bis zu drei Berufungen von Frauen auf unbefristete W2- und W3-Professuren gefördert zu bekommen.

Eine Übersicht über die bereits bewilligten Professuren können Sie hier einsehen.

Im Juni 2012 fand vor dem Hintergrund der Evaluation des Professorinnenprogramms in Berlin die Fachtagung "Exzellenz und Chancengerechtigkeit: Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder" statt. Gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Forschung wurden die Zielsetzungen und Erfolge des Programms reflektiert. Beiträge von Hochschulen und geförderten Professorinnen in Fachvorträgen, Impulsreferaten und Podiumsdiskussionen sowie die Präsentation innovativer gleichstellungsfördernder Maßnahmen haben gezeigt, wie das Professorinnenprogramm wissenschaftliche Exzellenz an deutschen Hochschulen befördert.

Die auf der Fachtagung präsentierte Ausstellung "Gleichstellungsfördernde Maßnahmen - Best Practice" finden Sie hier.

Das BMBF hat über das Professorinnen-Programm hinaus Maßnahmen initiiert, um die Chancengleichheit in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, weiter zu verbessern: Die Verbesserung der Chancengleichheit wurde in alle großen Initiativen des BMBF als zentrales Ziel aufgenommen: die Exzellenzinitiative, den Hochschulpakt 2020 und den Pakt für Forschung und Innovation.

 

Kompetenzzentrum "Frauen in Wissenschaft und Forschung" (CEWS)

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung - Center of Excellence Women and Science (CEWS) ist der nationale Knotenpunkt zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Ziele sind die Erhöhung des Frauenanteils in den Führungspositionen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Erhöhung der Effizienz der gleichstellungspolitischen Maßnahmen und die Beachtung von geschlechterbezogenen Aspekten in allen Wissenschafts- und Forschungsbereichen. Das CEWS fungiert als Think Tank für dieses Politikfeld, gibt Denkanstöße, initiiert Veränderungsprozesse, die es wissenschaftlich begleitet und gestaltet die erforderlichen Transferprozesse zwischen Wissenschaft und Politik aktiv mit. Als wissens- und forschungsbasierte Dienstleistungseinrichtung steht das CEWS Wissenschaftlerinnen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und politischen Gremien mit seinen Leistungen zur Verfügung.

Ein wichtiges Instrument zur Erhöhung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen ist die Datenbank Femconsult. Sie enthält aktuelle Profile von mehreren tausend Wissenschaftlerinnen. Das Kompetenzzentrum ist ein Arbeitsbereich des GESIS Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften.

Bereits seit 2003 wird vom CEWS im Zweijahresrhythmus ein Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten herausgegeben, welches sich als ein Instrument der Qualitätssicherung für Gleichstellung an Hochschulen etabliert hat.

 

Kinderbetreuung an Forschungseinrichtungen

Durchsetzung von Chancengleichheit bedeutet auch, die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Arbeit und Familie zu verbessern. Daher bieten mittlerweile alle Einrichtungen der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) und zunehmend auch die Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) Kinderbetreuungsangebote für ihre Beschäftigten an. Das BMBF hat diese Angebote durch die Ermächtigung, Haushaltsmittel kostenneutral für Kinderbetreuung aufzuwenden, ermöglicht.

Zudem fördert das BMBF Forschungsvorhaben, die Ursachen für die Kinderlosigkeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzeigen. Zugleich geht es darum, strukturelle Maßnahmen zu identifizieren, um die Situation zu verbessern. Seit März 2011 führt das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS das Projekt "Effektiv! Für mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen" durch. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit. Des Weiteren wird ein forschungsbasiertes Online-Informationsportal aufgebaut, das über konkrete familienfreundliche Handlungslinien an Hochschulen informiert. Es bietet allen Hochschulen die Möglichkeit, von den gesammelten Erfahrungen zu profitieren. Die BMBF-Broschüre "Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen. Schritt für Schritt" steht hier zum Download  

 

 

Frauen in der internationalen Forschung

Eine Professorin arbeitet im Labor mit einem StudentIn der EU sind Frauen  in der Forschung nach wie vor unterrepräsentiert. Chancengerechtigkeit und die Sicherung von innovativer Forschung auch im Hinblick auf Diversity-Aspekteerfordern eine höhere Beteiligung von Wissenschaftlerinnen. Deshalb verfolgt die EU für ihre  Rahmenprogramme das Ziel, den Anteil von Wissenschaftlerinnen zu erhöhen und Forschung gendersensibel zu gestalten. Diese Ziele gelten auch für das neue Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizont 2020 (2013-2020). mehr

 

Kontaktstelle "Frauen in die EU-Forschung"

Das Monitoring der EU-Rahmenprogramme zeigt, dass Frauen - trotz einer steigenden Tendenz - in der EU-Forschung unterrepräsentiert  sind. Diese geringe Beteiligungbesteht weiterhin sowohl in der Forschung als auch in den EU-Gremien. Chancengerechtigkeit und der Bedarf anFachkräften in Forschung und Entwicklung erfordern jedoch eine höhere Beteiligung von Wissenschaftlerinnen.

In Deutschland unterstützt die 2001 durch das BMBF geförderte Kontaktstelle "Frauen in die EU-Forschung" (FiF) dieses Ziel durch Öffentlichkeitsarbeit, Informationsveranstaltungen und Beratung. FiF bietet Erstinformationen zu den Rahmenprogrammen und berät Antragstellerinnen und potentielle Gutachterinnen. Ferner verfolgt FiF die Entwicklungen zur Beteiligung und zur Chancengleichheit.

 

Helsinki-Gruppe

In der Helsinki Gruppe befassen sich Vertreterinnen und Vertreter der jeweils zuständigen staatlichen Institutionen aus den europäischen Mitgliedsstaaten mit dem Politikfeld "Frauenförderung in Wissenschaft und Forschung". Ziel der Helsinki Gruppe ist die Unterstützung der Europäischen Kommission bei der Entwicklung vergleichender Statistiken und europäischer Indikatoren als Grundlage für die bessere Feststellung der Beteiligung von Frauen an der europäischen Forschung. Der Dialog und der Erfahrungsaustausch über Maßnahmen und Strategien zur Förderung der Beteiligung von Frauen in der Forschung auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene sind wichtige Inhalte der Arbeit dieser Beratungsgruppe.

 

 

Komm, mach MINT - mehr Frauen in MINT-Berufen

Logo: "Komm mach MINT" Nationaler Pakt für Frauen im MINT-BerufenFür den MINT-Bereich wird häufig ein erheblicher oder sogar dramatischer Fachkräftemangel prognostiziert und auf den demographischen Wandel zurückgeführt. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) äußert sich dazu vorsichtiger und weist in seiner Stellungnahme von 2013 zum Fachkräftebedarf in Deutschland darauf hin, dass ein Rückgang des Erwerbspersonenpotentials nicht zwangsläufig zu einem Fachkräftemangel führt, da auf der Nachfrageseite Anpassungen an die veränderte Situation zu erwarten seien. Dies bedeute allerdings nicht, dass es in Deutschland keinen Bedarf gäbe, das Potential an Fachkräften nachhaltig zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass  wir es uns nicht leisten können, auf das Potential von Frauen zu verzichten. Vielmehr muss das Potenzial von Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe mobilisiert werden, um ihre Repräsentanz in diesem Bereich zu erhöhen und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, sich in die Gestaltung wichtiger Zukunftsfragen verantwortlich einzubringen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat daher gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien, Verbänden und Gewerkschaften in 2008 die Initiative "Komm, mach MINT" gestartet, um deutlich mehr junge Frauen für die Zukunftsberufe in den MINT-Bereichen zu gewinnen. Die Initiative soll aufzeigen, wie die heutige MINT-Berufswelt aussieht und welche Chancen sich für Frauen eröffnen. Die Beiträge der einzelnen Partner reichen dabei vom Ausbau bestehender Kooperationen über neue Akzentuierungen bis hin zu neuen Kooperationen. Erfolgreiche Ansätze sollen in andere Regionen und Institutionen transferiert werden.?? Eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit ergänzt den Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen. Unter anderem sind in einer Projektlandkarte alle Angebote der Paktpartner veröffentlicht; zurzeit sind es 1.042 Projekte. Das BMBF unterstützt den Pakt mit drei Millionen Euro im Jahr. In den ersten vier Jahren hat sich die Zahl der Paktpartner mehr als verdreifacht: im Juli 2013 waren 147 Pakt-Partner zu verzeichnen.

Die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen für 2012 eine Steigerung sowohl der absoluten wie der relativen Studienanfängerinnenzahlen in den ausgewählten Studienbereichen Maschinenbau/Verfahrenstechnik (19,5 Prozent), Informatik (22,4 Prozent), Bauingenieurwesen (29,4 Prozent) und Elektrotechnik.

 

Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag

Mädchen können am Girls'Day in Berufe aus Technik, IT, Naturwissenschaften und Handwerk schnuppern, lernen Frauen in Führungspositionen kennen und erproben in Workshops Titelblatt der BMBF-Broschüre "Perspektive MINT"Perspektive MINT: eine BMBF-Broschüre Möglichkeiten der Karriereplanung. Wir wollen gemeinsam zeigen, dass junge Menschen sich bei der Berufswahl nicht von überlieferten Rollenbildern wie 'typisch männlich' oder 'typisch weiblich' leiten lassen sollten, sondern von ihren Interessen und Fähigkeiten. Und um diese auszuloten, bietet der Girls'Day eine hervorragende Gelegenheit", so Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Mit bisher über 1,25 Millionen Mädchen, die bundesweit am Mädchen-Zukunftstag teilgenommen haben, ist der Girls'Day die weltweit größte Beruforientierungsinitiative für Mädchen. Mit sichtbarem Erfolg: Der Anteil weiblicher Studierender in technisch-naturwissenschaftlichen Fachbereichen steigt stetig. Und die Unternehmen können junge Frauen für technische Bereiche gewinnen.

Der Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., welches mit bundesweiten Projekten die verstärkte Nutzung der Potenziale von Frauen zur Gestaltung der Informationsgesellschaft und Technik sowie die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern fördert. Er wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Der nächste Girls'Day findet am 27. März 2014 statt. Weitere Informationen gibt es hier.

 

Existenzgründungen von Frauen

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen an den Unternehmensgründungen deutlich zu erhöhen. mehr

 

 

Bundesweite Agentur für Gründerinnen

Um Unternehmerinnen ihren Berufsstart zu erleichtern, hat die Bundesregierung von 2004 bis 2010 den Aufbau der bundesweiten Gründerinnenagentur (bga) gefördert.

Die bga berät Frauen über alle Branchen und Phasen der Existenzgründung hinweg sowie in Hinblick auf Unternehmensnachfolgen. Dafür hat sie seit ihrer Gründung ein umfassendes Netzwerk mit über 1.400 Expertinnen und Experten sowie Beratungseinrichtungen aufgebaut. Über eine Hotline bietet die bga eine Erst- und Orientierungsberatung für Frauen in allen Phasen und über alle Branchen zum Thema Selbständigkeit.??Hotline für Gründerinnen: 01805/229022 und 01805/615002 (0,14 €/Minute).  

Power für Gründerinnen

Mit dem Aktionsprogramm "Power für Gründerinnen" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), teilweise mit Kofinanzierung des Europäischen Sozialfonds (ESF) insgesamt rund 45 Projekte, die je nach Laufzeitbeginn auch der neuen Förderperiode (2007-2013) zuzuordnen sind. Es handelt sich um Projekte, die auf strukturelle Veränderungen im Bereich Gleichstellung / Gender Mainstreaming ausgelegt sind. Insbesondere sollen die Gründungsmotivation und die Gründungsqualifikationen von Frauen verbessert werden. Hierzu werden strukturelle Unterschiede im Gründungsprozess von Gründern und Gründerinnen erforscht sowie innovative genderorientierte Ansätze entwickelt und erprobt. Die Projekte können 4 Themenfeldern zugeordnet werden:
  • Technologie- und wissensbasierte Gründungen
  • Außerakademische Zielgruppen
  • Sensibilisierung
  • Methoden/Beratung/Qualifizierung

Die einzelnen Vorhaben befinden sich überwiegend in der Abschlussphase bzw. sind bereits beendet.

Im Rahmen der modifizierten Bekanntmachung "Frauen an die Spitze" wurde die Laufzeit des Aktionsprogramms bis 2014 verlängert. Die zwei in 2012 neu bewilligten Projekte sind den Überschriften "Sensibilisierung" und "Methoden/Beratung/Qualifizierung" zuzuordnen.

Eine wichtige Säule des Aktionsprogramms "Power für Gründerinnen" ist die bundesweite Gründerinnenagentur (bga). Die bga bündelt als bundesweite zentrale Plattform Informationen und Dienstleistungen zur unternehmerischen Selbständigkeit von Frauen in allen Bereichen und über alle Phasen der Gründung. Sie bietet in ihrer Rolle als Netzwerkknoten des genderspezifischen Gründungsgeschehens allen Interessierten, allen Akteuren und auch den geförderten Projekten ein Dach zum Austausch und zur Kooperation. Ihre umfangreiche Web-Seite stellt unter dem Punkt "Vernetzung" aktuelle Informationen und Links auch über die Projekte aus "Power für Gründerinnen" bereit.

Die bga wurde bis 2010 gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Seit 2011 wird sie von dem Verbundpartner Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg ohne Bundesförderung fortgeführt und kann daher als gelungenes Beispiel einer Anschubfinanzierung gelten.

Die Vernetzung der geförderten Projekte erfolgt durch die bundesweite Agentur für Gründerinnen. Eine Übersicht über die Projekte dieses Aktionsprogrammes gibt es hier.

 

WomenExist

Unternehmerische Kompetenzen von Frauen in Fach- und Führungspositionen und weibliche Existenzgründungen haben bereits in der Vergangenheit wesentliche Beiträge zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze geleistet. Obwohl Studien belegen, dass Frauen anders gründen als Männer, sind viele Förderprogramme zur Existenzgründung eher auf männliches Gründungsverhalten zugeschnitten. WomenExist entwickelte in Zusammenarbeit mit Fach- und Führungskräften aus kooperierenden Unternehmen daher ein multimediales Lernsystem für selbstgesteuerte Lernprozesse. Kernelement sind Videosequenzen, Dokumentarfilme,  Interviews etc. mit Entscheiderinnen und Entscheidern, die für die Lernenden praxisnah und in authentischer Weise Unternehmerisches Denken und Handeln erfahrbar machen. Das Lernangebot ist zum Selbstlernen im Internet unter http://www.womenexist.de/ und auf DVD verfügbar.

 

 

 

Frauen an die Spitze

Die Verbesserung der Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung ist ein zentrales Politikziel. Gleichrangige, zentrale Ziele dieser Politiklinie sind dabei die Erhöhung der Anteile von Frauen bis in die Spitzenpositionen von Bildung und Forschung sowie die Erreichung von Familienfreundlichkeit im Wissenschaftssystem. Wir haben dafür gute Grundlagen, denn Frauen sind heute hervorragend ausgebildet. Immer mehr Frauen sind erwerbstätig und verfolgen zielstrebig ihre berufliche Entwicklung. Fast die Hälfte aller Promotionen wird von Frauen abgelegt und der Frauenanteil an den Professuren hat sich auch durch das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Jetzt geht es darum, dass hochqualifizierte Frauen vermehrt Spitzenpositionen von Wissenschaft und Wirtschaft einnehmen. Für nachhaltige gleichstellungspolitische Initiativen hierzu benötigen wir vertiefte Erkenntnisse über die Ursachen und Mechanismen, die bisher gleichstellungshinderlich gewirkt haben, sowie Handlungsansätze für mehr Chancengerechtigkeit.

Mit der Förderlinie "Frauen an die Spitze" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung deshalb interdisziplinäre Forschungsarbeiten zu verschiedenen genderbezogenen Fragestellungen. Die Projekte sind insbesondere auf strukturelle Veränderungen ausgelegt, um die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem und in der Wirtschaft zu steigern und eine Innovationskultur zu ermöglichen. Schwerpunktmäßig werden die folgenden drei Themenbereiche bearbeitet:

Organisationsstrukturen und Karriereverläufe in Wissenschaft und Wirtschaft

Frauen sind an der Spitze von Organisationen - gerade auch im Wissenschaftssystem - sowie in der beruflichen Selbständigkeit unterrepräsentiert. Deshalb wird untersucht, welche Faktoren einer chancengerechten Karriereentwicklung entgegenstehen. Dabei werden insbesondere die Organisationsstrukturen und -kulturen berücksichtigt. Die Forschungsprojekte analysieren z. B. die Bedingungen von Karriereverläufen in verschiedenen Fachkulturen oder in unterschiedlichen Phasen der wissenschaftlichen Laufbahn sowie die Berufungsverfahren und Rekrutierungsstrategien an Hochschulen. Im Fokus stehen darüber hinaus auch Unternehmensstrukturen und -kulturen sowie Genderaspekte bei Führungspositionen und in Innovations- und Teamprozessen. Weitere Projekte widmen sich der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Elternschaft sowie den besonderen Erfordernissen von Doppelkarrierepaaren.

 

 

Dokumente

  • Screenshot des Dokuments

    Berücksichtigung von Gleichstellungsaspekten bei EU-geförderten Forschungsvorhaben aus Deutschland (2012)

    Abschlussbericht: GESIS - Leibniz-Institut fu?r Sozialwissenschaften

    Download [PDF - 919,1 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/ssoar-2012-lipinsky_et_al-Berucksichtigung_von_Gleichstellungsaspekten_bei_EU-geforderten.pdf)

  • Screenshot des Dokuments

    Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten (2011)

    GESIS - Leibniz-Institut fu?r Sozialwissenschaften
    - nicht barrierefrei -

    Download [PDF - 2,42 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/cews-publik16.pdf)

  • Screenshot des Dokuments

    Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder

    Gleichstellungsfördernde Maßnahmen Best Practice

    Download [PDF - 6,04 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/ausstellung_professorinnenprogramm.pdf)

Pressemeldungen

Zusatzinformationen

Reden

  • 18.06.2012

    Tagung zum Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder

    Grußwort der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, anlässlich der Tagung zum Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder am 18.6.2012 im BCC in Berlin

    Download

    [PDF - 65,6 kB]  barrierefrei

    [URL: /pub/reden/stqt_20120618.pdf]

Publikationen

  • Exzellenz und Chancengerechtigkeit ID = 1613

    Titelbild der Publikation

    Das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder Fachtagung am 18. und 19. Juni 2012 in Berlin

    2013, 65 Seiten

    Download [PDF - 3,07 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/tagunsdokumentation_professorinnenprogramm.pdf)

  • Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen ID = 1596

    Titelbild der Publikation

    Schritt für Schritt

    2013, 29 Seiten

    Download [PDF - 1,19 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/familienfreundlichkeit_an_deutschen_hochschulen.pdf)

  • Perspektive MINT ID = 1529

    Titelbild der Publikation

    Wegweiser für MINT-Förderung und Karrieren in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

    2012, 80 Seiten

    Download [PDF - 4,36 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/perspektive_mint.pdf)

  • Arbeitsmarktintegration hochqualifizierter Migrantinnen ID = 1484

    Titelbild der Publikation

    Berufsverläufe in Naturwissenschaft und Technik

    2012, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30694

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,15 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/arbeitsmarktintegration_hochqualifizierter_migrantinnen.pdf)

  • MINT und Chancengleichheit in fiktionalen Fernsehformaten ID = 1402

    Titelbild der Publikation

    2011, 112 Seiten

    Download [PDF - 1,87 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/chancengleichheit_in_fiktionalen_fernsehformaten.pdf)

  • Frauenkarrieren in Unternehmen - Forschungsergebnisse und Handlungsoptionen ID = 1360

    Titelbild der Publikation

    Dokumentation der BMBF-Tagung vom 18. - 19. November 2010 in Berlin

    2011, 84 Seiten

    Download [PDF - 1,79 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/frauenkarrieren_in_unternehmen.pdf)

  • Rechtliche Grundlagen für Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit in der Wissenschaft ID = 1267

    Titelbild der Publikation

    2010, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30593

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,20 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/massnahmenfoerderung_chancengleichheit_wissenschaft.pdf)

  • Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung ID = 1047

    Titelbild der Publikation

    2009, 30 Seiten
    Bestell-Nr.: 30461

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,04 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/chancengerechtigkeit.pdf)

  • Power für Gründerinnen ID = 1021

    Titelbild der Publikation

    Maßnahmen zur Mobilisierung des Gründungspotenzials von Frauen

    2008, 88 Seiten

    Download [PDF - 1,27 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/power_fuer_gruenderinnen.pdf)

  • Gründungspotenziale bei Studierenden ID = 978

    Titelbild der Publikation

    Erste Ergebnisse der Studierendenbefragung an 37 deutschen Hochschulen

    2008, 92 Seiten

    Download [PDF - 3,99 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/gruendungspotenziale_bei_studierenden.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

    • PT Chancengleichheit / Genderforschung
    • Gabriele Karsten-Kampf
    • Heinrich-Konen-Str. 1
    • 53227 Bonn
    • Telefonnummer: 0228/3821-1208
    • Faxnummer: 0228/3821-1323
    • E-Mail-Adresse: Gender@dlr.de
    • Homepage: http://www.pt-dlr.de/pt_cg
    • Geförderte Vorhaben: http://foerderportal.bund.de/foekat/foekat/foekatliste$v_foekat_webliste.actionquery?P_APC_LFDVOR=J&P_APC_RESSORT=BMBF&P_APC_PT=PT-DLR&P_APC_REF=124&Z_CHK=0
 

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