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Projekt des Monats März 2013

Jeden Monat wird an dieser Stelle ein innovatives Forschungsvorhaben vorgestellt, das im Rahmen der Förderlinien des BMBF-Programms "Forschung an Fachhochschulen" gefördert wird. Das sogenannte "Projekt des Monats" gibt einen Einblick in praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsaktivitäten der Fachhochschulen.
Dem Krebs eine Farbe geben

Entwicklung neuer optischer Verfahren zur verbesserten Diagnose und Therapie von Krebs

Krebs ist nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken hierzulande ca. 490.000 Menschen neu an Krebs, 218.000 sterben daran. Die operative Entfernung des Tumors stellt bei vielen Krebserkrankungen die wichtigste Therapieform dar. Ist eine Tumorerkrankung inoperabel, kommen Behandlungsformen wie Chemotherapie, Bestrahlung oder Biopharmazeutika zur Anwendung.

Am Laparoskop wird der medizinische Nutzen von fluoreszenten Nanopartikelsonden durch Frau Prof. Dr. Mittmann zur Tumorlokalisation verdeutlicht.Am Laparoskop wird der medizinische Nutzen von fluoreszenten Nanopartikelsonden durch Frau Prof. Dr. Mittmann zur Tumorlokalisation verdeutlicht. (Bild: Wilfried Gerharz)

Vor diesem Hintergrund untersucht eine Forschergruppe der Fachhochschule Münster den Einsatz einer fluoreszenten Nanopartikelsonde zur Visualisierung des Lungen-, Magen- und Bauchspeicheldrüsen- krebses. Die fluoreszierenden Nanopartikel werden lokal injiziert und lagern sich an den Krebszellen an. So kann der Chirurg mit Hilfe einer Kamera im Laparoskop (Instrument zur Untersuchung der Bauchhöhle), das durch eine kleine Öffnung in den Körper eingeführt wird, die farbig markierten Tumore leichter auffinden. Auf diese Weise kann ein Tumor wesentlich präziser und für den Patienten schonender entfernt werden. Aufgabe der Forscher ist es, die Eigenschaften der fluoreszenten Nanopartikelsonde zu charakterisieren und diese zunächst an humanem Tumorgewebe und später im Tierversuch zu testen.

In einem zweiten Schritt möchte die Forschergruppe ein Verfahren entwickeln, das es möglich macht, die Effizienz einer Therapiemethode bereits kurz nach Behandlungsbeginn zu diagnostizieren. Eine Vielzahl von Behandlungsformen wie die Chemo- oder biopharmazeutische Therapie bewirken, dass sich Zellen selbst zerstören (Apoptose). Zu diesem Zweck soll eine neuartige Nanopartikelsonde entwickelt und um ein optisches Verfahren zum Apoptosenachweis ergänzt werden. Ein solcher Nachweis dient der Entscheidung, ob eine Behandlung fortgeführt, abgebrochen oder durch eine andere ersetzt werden soll.

Die Besonderheit der in diesem Vorhaben eingesetzten fluoreszenten Nanopartikel ist, dass sie biologisch abbaubar sind und nicht im Körper verbleiben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie "ProfilNT" mit rund 312.000 Euro.



Projekttitel CANCERVIEW: Einsatzpotenzial fluoreszenter Nanopartikelsonden zur molekularen Bildgebung von Tumorlokalisation und Therapieantwort 

Zuwendungsempfänger Fachhochschule Münster

Projektlaufzeit 01.04.2012 - 31.03.2015

Projektleitung Prof. Dr. Karin Mittmann (mittmann@fh-muenster.de)

Weitere Informationen www.fh-muenster.de/biotech

Projektträger Projektträger Jülich (PtJ)
Forschung an Fachhochschulen
www.ptj.de/forschung_fachhochschulen






Zusatzinformationen

Projekt des Monats

Ansprechpartner

  • Projektträger Jülich (PtJ)

    • Projektträgerschaft Forschung an Fachhochschulen Forschungszentrum Jülich GmbH
    • Filip Stiglmayer
    • Zimmerstraße 26-27
    • 10969 Berlin
    • Telefonnummer: 030 20199-32 56
    • Faxnummer: 030 20199-470
    • E-Mail-Adresse: f.stiglmayer@fz-juelich.de
    • Homepage: http://www.ptj.de/forschung_fachhochschulen