Entwicklung neuer optischer Verfahren zur verbesserten Diagnose und Therapie von Krebs
Krebs ist nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken hierzulande ca. 490.000 Menschen neu an Krebs, 218.000 sterben daran. Die operative Entfernung des Tumors stellt bei vielen Krebserkrankungen die wichtigste Therapieform dar. Ist eine Tumorerkrankung inoperabel, kommen Behandlungsformen wie Chemotherapie, Bestrahlung oder Biopharmazeutika zur Anwendung.
Vor diesem Hintergrund untersucht eine Forschergruppe der Fachhochschule Münster den Einsatz einer fluoreszenten Nanopartikelsonde zur Visualisierung des Lungen-, Magen- und Bauchspeicheldrüsen- krebses. Die fluoreszierenden Nanopartikel werden lokal injiziert und lagern sich an den Krebszellen an. So kann der Chirurg mit Hilfe einer Kamera im Laparoskop (Instrument zur Untersuchung der Bauchhöhle), das durch eine kleine Öffnung in den Körper eingeführt wird, die farbig markierten Tumore leichter auffinden. Auf diese Weise kann ein Tumor wesentlich präziser und für den Patienten schonender entfernt werden. Aufgabe der Forscher ist es, die Eigenschaften der fluoreszenten Nanopartikelsonde zu charakterisieren und diese zunächst an humanem Tumorgewebe und später im Tierversuch zu testen.
In einem zweiten Schritt möchte die Forschergruppe ein Verfahren entwickeln, das es möglich macht, die Effizienz einer Therapiemethode bereits kurz nach Behandlungsbeginn zu diagnostizieren. Eine Vielzahl von Behandlungsformen wie die Chemo- oder biopharmazeutische Therapie bewirken, dass sich Zellen selbst zerstören (Apoptose). Zu diesem Zweck soll eine neuartige Nanopartikelsonde entwickelt und um ein optisches Verfahren zum Apoptosenachweis ergänzt werden. Ein solcher Nachweis dient der Entscheidung, ob eine Behandlung fortgeführt, abgebrochen oder durch eine andere ersetzt werden soll.
Die Besonderheit der in diesem Vorhaben eingesetzten fluoreszenten Nanopartikel ist, dass sie biologisch abbaubar sind und nicht im Körper verbleiben.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie "ProfilNT" mit rund 312.000 Euro.
Projekttitel CANCERVIEW: Einsatzpotenzial fluoreszenter Nanopartikelsonden zur molekularen Bildgebung von Tumorlokalisation und Therapieantwort
Zuwendungsempfänger Fachhochschule Münster
Projektlaufzeit 01.04.2012 - 31.03.2015
Projektleitung Prof. Dr. Karin Mittmann (mittmann@fh-muenster.de)
Weitere Informationen www.fh-muenster.de/biotech
Projektträger Projektträger Jülich (PtJ)
Forschung an Fachhochschulen
www.ptj.de/forschung_fachhochschulen