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Steigende Bedeutung der Genderforschung

Warum erkranken Frauen an manchen Tumoren häufiger als Männer? Welche Erwartungen haben Männer an technische Geräte? Antworten auf Fragen wie diese liefert die Genderforschung. Sie hat sich zu einem interdisziplinären Forschungsgebiet mit großem Innovationspotenzial für Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt.

Hochqualifizierte Frauen aus dem Ausland wollen in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau berufstätig sein. Allzu häufig sieht die Realität jedoch anders aus. Dies belegt eine Studie, die von der HU Berlin, der TU Hamburg-Harburg und der RWTH Aachen im Rahmen eines von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Forschungsprojekts erstellt wurde. Die Studie zeigt, dass der Arbeitsmarktzugang für hochqualifizierte Migrantinnen mit ausländischen Bildungsabschlüssen bisher schwierig ist: Der Umzug nach Deutschland bedeutete für sie häufig einen Einbruch in der Karriere oder sogar eine Beschäftigung weit unterhalb des Qualifikationsniveaus.


Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen in unserem Land mehr Chancen auf Arbeit, Wohlstand und Teilhabe zu eröffnen. Hierzu braucht Deutschland eine neue Innovationskultur. Nur in einer innovativen Gesellschaft können sich die Talente aller bestmöglich entfalten. Die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem sowie in Führungspositionen entspricht noch nicht dem Anteil gut qualifizierter Frauen. Die Entwicklung von neuen Handlungsinstrumenten ist erforderlich, um neue Erkenntnisse über die Ursachen dieser Situation zu gewinnen. Hierzu sollen Forschungsvorhaben gefördert werden.

Frauen an die Spitze

Die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem sowie in Führungspositionen entspricht noch nicht dem Anteil gut qualifizierter Frauen. Um neue Handlungskonzepte zu entwickeln, sind neue Erkenntnisse über die Ursachen dieser Situation erforderlich. Folgende Themenfelder sollen daher in interdisziplinären Forschungsansätzen genauer untersucht werden:

Berufsorientierungsprozesse

Da die Karriereentwicklung sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft und Forschung von der Wahl des Ausbildungsberufs oder Studienfachs abhängt, ist es erforderlich, neue Erkenntnisse über die Berufswahlprozesse zu gewinnen sowie neue Wege der Berufsfindung zu entwickeln.

Organisationsstrukturen und Karriereverläufe in Wissenschaft und Wirtschaft

Selbst in Bereichen mit hohem Frauenanteil gelingt es Frauen kaum, bis an die Spitze von Organisationen - gerade auch im Wissenschaftssystem - vorzudringen. Zudem sind Frauen in der beruflichen Selbständigkeit unterrepräsentiert. Deshalb sind diejenigen Faktoren zu untersuchen, die einer chancengerechten Karriereentwicklung - auch außerhalb des klassischen Beschäftigungsmodells - entgegenstehen, um daraus Handlungsansätze zu entwickeln. Dabei sind insbesondere die Organisationsstrukturen und -kulturen zu berücksichtigen.

Geschlechtsspezifische Fragestellungen in aktuellen Forschungsfeldern

Geschlechtsspezifische Fragestellungen sollen in unterschiedlichen Feldern der Forschung, insbesondere im MINT-Bereich, angemessen berücksichtigt werden. Denn durch die Integration von Genderaspekten wird die Innovationskraft der Forschung erhöht und ein Umdenken angestoßen.

Zurzeit werden rund 70 Projekte gefördert. Eine Liste der geförderten Projekte finden Sie hier. Zur Vernetzung der Projekte und Kommunikation der Ergebnisse finden regelmäßig Fachtagungen statt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb die Erforschung geschlechterbezogener Fragestellungen in den vergangenen sechs Jahren gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit  insgesamt 32 Mio. Euro unterstützt.

  • Ärztin mit MRT-Bild

    Ministerium

    epimedGender: Geschlechtersensible Forschung

    In dem medizinischen Verbundvorhaben "Geschlechtersensible Forschung in Epidemiologie, Neurowissenschaften und Genetik/Tumorforschung" gehen Forscher unter anderem der Frage nach, warum Schilddrüsenkarzinome bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern, oder welchen Einfluss Hormone auf die Gedächtnisleistung von (gesunden) Frauen haben. Die Ergebnisse aus solchen Forschungsprojekten können wichtige Hilfe leisten bei der maßgeschneiderten Therapie von Krankheiten bei Männern und Frauen oder bei der Dosierung von Medikamenten.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/21404.php)
  • Drei lachende Frauen unterschiedlichsten Alters

    Ministerium

    Frauen im Wissenschaftssystem

    An Deutschlands Hochschulen ist der Frauenanteil unter den Professuren auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im Jahr 2010 lehrten und forschten nach den Daten des Statistischen Bundesamtes rund 7.945 Professorinnen. Der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen stieg seit 1995 von acht auf rund 19 Prozent an. Dabei unterscheidet sich der Frauenanteil deutlich zwischen den einzelnen Fachrichtungen: Nur in den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt der Anteil der Professorinnen über 30 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften beträgt ihr Anteil nur neun Prozent, im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften zwölf Prozent.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/494.php)
  • Eine Frau zeichnet ein soziales Netzwerk

    Ministerium

    Bekanntmachung

    Zurzeit läuft eine neue Förderrichtlinie zum Ausbau von innovativen Forschungskooperationen und zur Stärkung der Netzwerktätigkeit im Förderbereich Chancengerechtigkeit. Projektskizzen können noch bis zum 15. November 2013 eingereicht werden. Für diese neue Förderlinie stellt das BMBF mindestens zwei Millionen Euro zur Verfügung.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/21402.php)

Zusatzinformationen

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(URL: http://www.bmbf.de/en/21400.php)

Publikationen

  • Arbeitsmarktintegration hochqualifizierter Migrantinnen ID = 1484

    Titelbild der Publikation

    Berufsverläufe in Naturwissenschaft und Technik

    2012, 52 Seiten
    Bestell-Nr.: 30694

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,15 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/arbeitsmarktintegration_hochqualifizierter_migrantinnen.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)